Wein am Limit - Hendrik Thoma
19.12.2012 - Folge 72

Endlich mal wieder Freebie-Tag!

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2010 Terras d’Elmano Reserva Tinto
Soc. Agricola Sodibaco, Vinho Regional Peninsula de Setúbal
Soulfaktor 4
10-20 Eur

Kurz vor Weihnachten erreichte mich noch ein heißer Tipp. Ich gestehe, dass ich eine Schwäche für portugiesische Weine habe. Schon seit Jahren finde ich sie in vielerlei Hinsicht total unterschätzt. Es sind Weine für die Nische, fernab vom langweiligen Massengeschäft, die zu den eigenständigsten Gewächsen Europas gehören. Deswegen passen sie auch sehr gut in meinem Video Blog, der genau diese Botschaft featured: Mainstream ist langweilig.

Ein Grundstein der portugisieschen Weine sind neben dem Ausbau die unglaubliche Vielfalt von Böden, Klimazonen und vor allem der Rebsorten. 350-450 sind es, so schätzt man. Natürlich gibt es ein paar Player wie den Alvarinho, Encruzado, Touriga Nacional, Baga oder Tinta Barocca, die einige Weinkenner auf der Uhr haben sollten.

Die wenigsten kennen eine der wichtigsten Rebsorten des Landes: die Periquita Traube, die auch als Castelao bekannt ist. Diese hitzebeständige Sorte liefert kernige Gerbstoffe, extraktreichen Geschmack und eine frische Säure. Ich hatte schon das Vergnügen, einige gereifte Garrafeira Weine von J.M. Fonsecca zu verkosten. Geniale Klassiker, die selbst so mancher Portugiese nicht kennt und phantastisch reifen können.

Der Terras d’Elmano stammt von der Halbinsel Setúbal südlich von Lissabon. Setúbal war einer der Söhne Noahs, der hier gestrandet sein soll. Der berühmteste Wein aus dieser windgepeitschten Region ist der Moscatel de Setúbal. Aber auch die Rotweine genießen einen exzellenten Ruf, allerdings eher unter Kennern.

Die Böden sind sandig und, je näher man an die landeinwärts Arrabida Bergkette kommt, kalkig. Deswegen findet man aus dieser Region selten fette sonnengeladene Blockbuster. Es sind eher klassisch strukturierte, tiefgründige Weine, deren Qualität immer wieder überrascht.

Der Terras d’Elmano ist ein Projekt von 20 Investoren und in Deutschland noch nicht bekannt. Ich bin begeistert von dem perfekt eingebunden Holzaroma und der herrlich-fruchtigen Saftigkeit dieses Weines. Die moderne Machart passt zu seinem Wesen. Dieser Stoff ist ein leckerer Wein, auch ohne Essen, und dabei nicht anspruchslos.

Da dieser Tage wieder viele Menschen in die Discounter strömen und sich den Einkaufskorb mit durchschnittlichen Baroli, St. Emilion Grand Cru und Amarone für 10-12 € einladen, empfehle ich diese preiwerte Alternative. Vielleicht macht er keine Welle auf dem Etikett, aber dafür aber einen Aromatsunami im Glas.

Womit dieser Tropfen eindeutig das Credo von Wein am Limit trifft: Mehr Spaß im Glas. Da gilt vor allem auch oder insbesondere an Weihnachten.

Kommentar verfassen

Kommentare

23 Kommentare zu “Folge 72 : Endlich mal wieder Freebie-Tag!

  1. Zum Thema Glas: Gläser müssen den Wein stützen, die Nase fein rüber bringen und enfach zu benutzen sein. Und das können dann durchaus auch preiswerte Industriegläser sein, die ich sogar schon für knapp unter einem Euro erworben habe. Ansonsten folge ich dem Grundsatz: je höher die Qualität beim Wein, desto eher auch ein hochwertiges Glas. Was ich aber auch noch wichtig finde: Weingläser müssen unbedingt leicht und ohne Verrenkung zu spülen sein! Am liebsten ist mir, wenn man sie in die Spülmaschine packen kann. Bei großen Verkostungen ein echtes Muss.
    Ansonsten: wie immer ein erfrischender Beitrag der mich neugierig auf diesen Wein gemacht hat.

  2. Hallo Hendrik,

    mal wieder ein lockeres und sehr interessantes Video mit viel Diskussionsbedarf. Korken hoch !

    Zum Thema Gläser:
    Also ich sehe das mit den Gläsern relativ nüchtern. Meiner Meinung nach wird schlechter Wein durch ein mundgeblasenes Glas nicht besser. Und ein guter Wein wird nicht durch die Benutzung eines Industrieglases zur Plürre. Ich selbst habe mir grad sechs Weingläser für 5,99 Euro beim ALDI gekauft. Und ich kann dazu nur sagen. Im täglichen Gebrauch sind die unschlagbar. Und auch optisch sehen diese nicht wie Billiggläser aus. Natürlich ist ein mundgeblasenes Glas optisch meistens schöner, und fühlt sich auch toll in der Hand an, aber ob das dann den Preisaufschlag wert ist ? Für ganz besondere Anlässe vielleicht.

    Zum Deinem Wein:
    Ich habe den Wein gerade letzte Woche getrunken. Ich fand ihn lecker und angenehm aromatisch, nicht aufdringlich und auch nicht langweilig. Allerdings muss ich sagen, dass mir in dieser Preiskategorie der

    Huerta de Albala – Barbazul – 2010
    und der
    Martin Codax – Cuatro Pasos – 2010

    besser gefallen. Aber dies ist nur meine subjektive Meinung. Vielleicht muss ich die drei nochmal im direkten Vergleich trinken. Ich fahre Silvester eine Woche mit 7 Freunden nach Norderney. Abgemacht ist, dass jeder Teilnehmer jeweils zwei Flaschen von seinen drei momentanen Lieblingsweinen mitnimmt und diese dann auf der Insel in der Gruppe verkostet werden(nicht an einem Abend ;D ) Die drei Weine sollten eine ganz gute Auswahl sein. So … genug von meiner Seite.

    Gruss aus Ostwestfalen ,

    Michi

  3. Hallo Hendrik,
    hallo Freunde des guten Geschmacks,
    ich selber habe eine Leidenschaft für Gläser und eine Sammlung. Die Gläser, die Hendrik benutz, habe ich auch. Allerdings finde ich diese für Weisswein nicht so geeignet, da oft die Frucht verloren geht. Aber für breite alkoholreiche Weißweine sind die ok. Für Rotwein finde ich sie super. Egal, ob kräftig oder leicht. Das ist mein persönliches Empfinden und bestimmt nicht maßgebend.
    @Hendrik:
    Zu deinen Schlußworten. Ich persönlich beteilige mich selten an Diskussionen im Netz, da oft die sachliche Schiene verloren geht und manche Leute persönlich werden. Du brauchst dir nur einige Diskussionen auf der Website von Dirk Würtz anschauen. Er selber kann ja nichts dafür. Da werden von Dirk interessante Diskussionen angestoßen, aber leider von einzelne Personen zum Kriegsgebiet erklärt. Da mag man garn nicht mehr weiterlesen. Leider.
    Schön, dass es “Wein am Limit” gibt. Da schau ich mir bei einem Glas Wein ganz entspannt deine Verkostungen an. Und ab und zu schreibe ich dann auch etwas:-)
    Lobpudellei ist gut. Angebrachte Kritik ist gut. Und jemand, der über die Kritiken nachdenkt auch. Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen sind out.

  4. Das Gabriel-Glas ist der Hammer,ich benutze es auch schon länger als Universalglas und bin voll zufrieden.Bei der Weintemperatur halte ich es genau wie du Hendrik,lieber zu kühl als zu warm bei Rot und nicht zu kalt bei Weiß.

  5. Hallo Hendrik, Dein Video habe ich mir gerne angeschaut, das ist wieder richtig gut.
    Eine Kurze Anmerkung zur Trinktemperatur. Gerne genieße ich einen guten Rotwein bei etwa 18° manchmal auch bis an die 20°. Dabei geht es mir einfach um den Genuß. Wenn ich den Wein aber analysieren möchte, wenn ich bei einer Degustation gnadenlos auf Fehlersuche bin, dann probiere ich den Wein lieber kühler so 12-14 Grad. Das bringt zwar weniger Genuß, ermöglich aber eine objektivere Beurteilung – sofern das bei Wein überhaupt möglich ist.

  6. Hallo,
    die meisten Rotweine zu Hause trinke ich aus einem eher runden Standardweinglas aus einem Haushaltswarengeschäft. Es ist nicht zu groß, führt die Aromen gut zur Nase und ist gut zu spülen. Ich spüle grundsätzlich per Hand! Für höherwertige Weine habe ich eine Art “Rioja” Gläser (etwas schmaler, für manche etwas zu hoch) .Bezüglich der Trinktemperatur bei Rotweinen bin ich durch meinen Vater geschädigt, der stets seine Weine in der Nähe des offenen Kamins belüftete, was sie sehr warm und alkoholisch machte. Ich bevorzuge fast immer17-18°, ggf. 15-16° bei leichteren Nummern. Ich war unlängst in Spanien und bekam eine Flasche Ribera del Duero leicht gekühlt serviert ( Außentemperatur ca. 21°C). Das war richtig gut, weil der Wein beim Atmen nicht zu warm wurde. Am Nachbartisch saß ein Gast, der ebenfalls einen “kälteren” Rotwein erhielt und den Kellner frisch machte und über Weintemperaturen belehrte. So gehen die Vorlieben auseinander. So etwas erlebt man im Sommelier Alltag sicherlich häufiger….
    Lieber Hendrik, bitte bleibe Deiner Linie treu und sage deine Meinung weiterhin offen und frei heraus!

  7. Hallo Hendrik, hallo Weinfreunde,

    zur Temperatur, ich nutze seit langem eine einfache Tonröhre, die ich zuvor 10-15 Min wässere. Hält die Kellertemperatur dann viele Stunden und der Wein wird dann nicht wie sonst üblich weit über 20 Grad warm, was den Aromen nicht gerade gut tut. Funktioniert natürlich auch bei zuvor gekühlten Weißweinen.

    Zum Glas, die unzähligen Formen von Riedel und Co mögen vielleicht zum Teil ihre Berechtigung haben, aber mit dem Alltag hat das aus meiner Sicht wenig zu tun (sind auch richtig teuer).
    Mein Tipp ist die Glasserie “Taste” von Schott-Zwiesel. Für ca. 6 € bekommt man ein zeitloses, gut ausbalanciertes und echt spülmaschinenfestes Glas (schon dutzende Durchläufe). Die wenigen Formen sind sehr funktionell und aus meiner Sicht reichen auch zwei Rotweinformen (Burgunder und Bordeaux) völlig aus. Für den Preis tut es auch nicht weh wenn mal eins zerbricht. Seit dem bleiben meine wenigen “besseren” Gläser meist im Schrank.

    Noch zur Schlussbemerkung: Das Du so offen mit den kritischen den Kommentaren Deiner Zuschauer umgehst, spricht für Dich.
    Wein am Limit ist ein tolles Format, weiter so!!

    Tobias aus der Pfalz

  8. Da es mich immer wunder nahm welche Gläser du nutzt, habe ich dich ja mal im Sommer angeschrieben Hendrik. Seither nutze ich nur noch die Gabriel Gläser, ich war auch schon kurz davor mir Riedel Black Sommelier für knapp 100 Eur das Stück zu besorgen. Zum Glück habe ich es nicht getan, denn die Gabriel befriedigen meine Ansprüche. Es gibt inzwischen auch ein Youtube Video von Rene Gabriel selber indem er bisschen beschreibt was er sich bei seinem Glas gedacht hat, sehr interessant: http://www.youtube.com/watch?v=Ts8hHQ-xarc

  9. Zum Thema Kritik und gelöschte Kommentare. Der Betreiber einer Webseite wie dieser hier lädt sich auch die Verantwortung für die Inhalte auf die Schultern die die Leser hineintragen. Bei CC gefällt mir der raue aber herzliche Ton zum Teil sehr gut, bei Würtz ist es mir manchmal etwas zu – sagen wir mal „intensiv“. 😉 Bei CC nahm dann ein betroffener Winzer allerdings auch mal selbst Stellung und hat ein paar vernünftige Worte gefunden um zu zeigen, dass er nicht mit jeder Wertung oder Verschlagwortung zufrieden ist. Hat mir gut gefallen.

    Es kommt drauf an was man daraus macht und wie es der Einzelne wertet was er alles so zu lesen bekommt. Eigentlich will ich Infos zu Wein finden, komisch, immer stehen um und hinter dem Wein Menschen herum – immer kann ich mir die auch nicht wegdenken, dazu sind die viel zu interessant mit ihren Geschichten – oder wie es neudeutsch heißt der Story zum Wein.

    Dieser Video Blog featured coole Anti-Mainstream-Massage. Ja, ist denn schon X-mas? 😉
    Stay tuned. More news from selling-front are just to come. ;o)

  10. Dieses schon vor x-Jahren in einem Sonderpostenmarkt gefundene Kristallglas (ISABELLE by BOHEMIA CRYSTAL)
    http://images.replacements.com/images/images5/crystal/B/bohemia_crystal_isabelle_wine_red_P0000006275S0005T2.jpg
    gefällt mir außerordentlich gut. Es ist ein Burgunderglas mit 230 ml Inhalt. Der Trinkrand ist gerade abgeschnitten und es ist dank des eckigen Stils sicher und angenehm zu greifen. Außerdem hat es einen schönen Klang, es „singt“ sogar wenn ich mit dem Finger am Trinkrand entlangfahre. 🙂

    Das Gabrielglas hab ich mir auch gekauft. Ist mir vergleichsweise zu riesig, der Stiel beim Greifen für mein Gefühl zu dünn. Beim Trinken hab ich fast den Eindruck ich schütte mir den Wein aus einem Einmachglas in den Mund – gefällt mir so nicht. Nutze es nur noch als Dekantiergefäß um von dort in das gewohnte Burgunderglas umzuschütten.

    Bin damit insgesamt zufrieden, hab nicht vor die Gläser zu ändern oder auszutauschen. Von den „Isabelle“ tschechischen Kristallgläsern hab ich leider nur noch 1 Glas in Reserve, die anderen sind im Laufe der Jahre durch unvorsichtiges Hantieren zerbrochen.

  11. Hallo Hendrik,

    wie immer klasse Bericht. Den Wein lasse ich mal aussen vor und steige gleich auf das Glas-Thema ein.
    Wir haben uns seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Wein auseinandergesetzt und sind dann irgendwann auch zum Thema Glas gekommen. AUfgefallen ist uns irgendwann, das die Weine bei unserem liebsten Weinhändler Feinkost Scholz in Soest immer in dünnwandigen Zalto Gläsern zur Verkostung präsentiert wurden und die Weine dann zu Hause immer anders rüber kamen als bei Scholz. Daher haben wir irgendwann den Schritt getan und uns einige Zalto Gläser zugelegt (Weißwein, Universal, Bordeaux und Champagner sowie Degistiv). Seit dem ist für die besseren Weine immer das Zalto Glas unsere erste Wahl, und dort zumeist das Universal Glas. Das hat den Vorteil, da es nahezu alle Weine optimal rüber bringt und sowohl Gerüche als auch den Geschmack differenzierter rüber kommen lässt als andere Gläser. Dabei ist Zalto auch relativ günstig in der Preisgestaltung. Ähnliche dünnwandige Gläser der großen, bekannten Marken kosten nahezu das Doppelte. Würde jedem Weinliebhaber wenigstens ein Universal-Glas ans Herz legen… 😉

    Glas ist mindestens so wichtig wie Temperatur und Lagerung…

    Gruß,
    Michael

  12. Hallo Hendrik, hallo WaLer,

    da die Sache jetzt auch von Hendrik so direkt und offen kommuniziert wurde, dachte ich, ich melde mich als Betroffener dessen Kommentar entfernt wurde auch noch einmal selbst zu Wort. Hendrik, ich habe Dir meine Meinung zum Thema ja bereits ausführlich per E-Mail geschildert und werde sicherlich die Tage auch noch einmal auf Deine Antwort eingehen (es ging ja auch noch um ein paar andere Themen), sofern der garstige Vorweihnachtsstress es zulässt. ;o) Da Du aber de facto auch zur öffentlichen Diskussion von Kritikpunkten aufgerufen hast, würde ich gerne auch hier etwas näher auf den Fall eingehen.

    Da Hendrik die konkrete Diskussion hier auf der Seite allerdings nicht möchte, werde ich im Folgenden nicht auf den speziellen Fall eingehen, sondern im Grunde nur die Frage der „Zensur“ eines weder anstößigen noch ausfallenden Beitrags in den Raum stellen. Der eine oder andere von Euch weiß sicherlich ohnehin worum es geht, zumal Rainer das Thema im späteren Verlauf der Diskussion des Videos auch noch einmal erfolgreich „hinten-rum-durchs-Auge“ ins Spiel bringen konnte. Ich respektiere hier Hendriks Entscheidung, obwohl ich sie persönlich nicht nachvollziehen kann und als widersprüchlich gegenüber dem propagierten Credo der Offenheit und der freien Diskussion auf WaL empfinde.

    Nehmen wir also ein anonymisiertes Beispiel: nehmen wir an, ein Gast kommt zu WaL und preist dort sein Produkt an. Hendrik reckt beide Daumen nach oben, soweit alles wunderbar. Ich erinnere mich allerdings daran, dass meine Erfahrungen nicht immer so positiv waren sowie daran, dass gegen die Person derzeit ein Ermittlungsverfahren läuft. Und zwar nicht wegen persönlicher Verfehlungen im Privatleben (die hier vermutlich in der Tat nicht hingehören würden) sondern ganz konkret im Bezug auf das von ihm angebotene Produkt. Von daher habe ich einen entsprechenden Link zu einem Artikel in einer großen Tageszeitung gepostet und bewusst darauf hingewiesen, dass ich nicht werten möchte, mich aber trotzdem interessieren würde, was es damit auf sich hat und wie der Stand der Dinge ist.

    Dieses Kommentar wurde dann kurz darauf von Hendrik mit einer netten Hinweismail an mich entfernt. Dazu möchte ich kurz zwei Argumente anbringen:

    1) Zu einer transparenten und offenen Diskussion eines Themas gehören alle Informationen – auch wenn sie von dem einen oder anderen als unschön empfunden werden. Eine Präselektion führt meines Erachtens zu einer Verzerrung des Gesamtbildes und zu einer einseitigen Betrachtung des Themas. Eine Meinung können wir uns als erwachsene Menschen auf Basis der präsentierten Faktenlage alle selber bilden und zudem bietet die Einführung von kontroversen Punkten in eine Diskussion auch den Betroffenen die Möglichkeit ein korrigierendes Statement abzugeben und die Argumente der Gegenseite zu entkräften. Diese Chance wurde durch das Entfernen leider vertan und damit – zumindest bei mir – auch der Anschein erweckt, es gäbe daran wenig zu entkräften. Sollte es doch anders sein, so hat es dem Gast erst recht nicht zum Vorteil gereicht, da jeder der Google bedienen kann, mit Leichtigkeit auf diverse Artikel zum Thema stößt und diese dann ohne eine relativierende Gegenstimme hinnehmen muss.

    2) Wenn ich in eine Sendung wie WaL komme, dann stelle ich sowohl mich als auch mein Produkt in die Öffentlichkeit und damit zur Diskussion und genau dort, lieber Hendrik, greift meines Erachtens auch Dein Argument des Schützens der Person nicht mehr. Wenn sich jemand auf den Markt stellt und ausruft, dass sein Produkt 1A Qualität sei, der muss damit rechnen, dass er ggf. Gegenwind bekommt. Wenn bei WaL nicht auch die negative Presse usw. im Bezug auf Deine Gäste diskutiert werden darf, machst Du Dich meiner Meinung nach im schlimmsten Fall zu einem willigen Marketinginstrument für Deine Gäste und ich glaube das ist und war niemals das Ziel von WaL.

    Zu guter Letzt möchte ich noch einmal betonen, dass ich diese Diskussion weder aus Geltungsdrang noch aus reiner Lust an der Streiterei führe, sondern vielmehr, weil mir WaL als Format und Plattform am Herzen liegt. Ansonsten könnte ich meine Zeit auch gut anderweitig unter die Leute bringen (siehe Vorweihnachtsstress). ;o)

    Von alldem abgesehen war es wieder eine kleine aber feine Sendung mit einem schönen Wein. Portugal ist in der Tat sehr spannend und vor allem im Preis-Leistungsverhältnis wirklich erstklassig. Das Gabriel-Glas im Übrigen auch. Habe Mitte des Jahres auch zugeschlagen und bin sehr zufrieden mit diesem Allrounder, der mich noch nie im Stich gelassen hat.

    So, wer bis hier durchgehalten hat, dem seien noch ein paar erholsame Weihnachtstage und vor allem viele gute Tropfen während der Festivitäten gewünscht. Ich bin jetzt erst einmal gespannt auf Eure Meinungen.

    Cheers,
    Daniel

    1. Hallo Daniel,
      ich habe ja oben meinen Senf zum Thema Diskussionen im Netz geschrieben.
      Hier meine Meinung: Die Art und Weise wie Du schreibst und argumentierst finde ich absolut ok. Es ist sachlich und geht nicht unter die Gürtellinie. Würden alle Diskussionen auf diesem Niveau geführt würde es auch mehr spaß machen, dort mitzumischen. Oft ist es ja so, dass manche Themen nicht nur schwarz/weiß gesehen werden können. Oft liegt die Wahrheit dazwischen. Auf der einen Seite finde ich freie Meinung wichtig, auf der anderen Seite hat aber auch Hendrik das Recht auf seiner Website Kommentare frei zu geben oder eben nicht. Ist aber eigentlich inkonsequent.

      1. Das Problem mit dem Niveau ist natürlich vorhanden, allerdings denke ich, dass wir gerade hier bei WaL damit gar keine Probleme haben. Ich fand die Diskussionen und die Kommentare hier eigentlich immer sehr gesittet.

        Das die Entscheidung was auf WaL landet und was nicht am Ende des Tages bei Hendrik liegt, das sehe ich auch so und respektiere das. Im Bezug darauf haben Hendrik und ich eben etwas unterschiedliche Vorstellungen, aber das ist auch vollkommen in Ordnung so. Mir ging es nur um eine anständige Diskussion des für und wider, da Hendrik so offen um Diskussion von Kritik gebeten hatte.

  13. Also, wenn so nett um Kommentare und Kritik gebeten wird, dann melde ich mich auch mal wieder, obwohl ich in letzter Zeit etwas die Lust daran verloren habe. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass oft keine wirkliche Kommunikation stattfindet und auf die Kommentare oft keine Reaktion erfolgt, weder von anderen Nutzern noch von Dir, Hendrik. Ich weiß, Du bist ein vielbeschäftigter Mann und hast noch andere Dinge zu tun, aber die Frage ist, ob das so nicht ein bisschen halbherzig ist. Ich glaube, das Format wäre noch erfolgreicher, wenn man die Kommunikation intensivieren würde. Und zehnmal in den Kommentaren zu lesen, dass das wieder alles ganz toll war, finde ich auch irgendwie langweilig – das ist so ähnlich, wie wenn jemand auf facebook ein neues Foto einstellt und dann möglichst viele Leute das liken müssen.
    Ein weiterer Grund, den Du auch selber nennst, ist, dass Du Dich in letzter Zeit doch sehr um hochpreisige Gewächse gekümmert hast. Das geht so ein bisschen an meiner Erfahrungswelt vorbei. Ist zwar auch mal interessant, aber besser finde ich halt Weine und Themen, bei denen ich auch mitreden kann. (Aber vielleicht willst Du ja auch ein eher elitäres, besser verdienendes Publikum?) Aus diesem Grund beteilige ich mich mit Bedauern auch diesmal nicht an der Live-Verkostung, obwohl ich ein großer Fan davon bin, aber 50 Euronen für zwei Flaschen fand ich doch ganz schon happig, um die mal eben so zum Probieren aufzumachen – und das so kurz vor Weihnachten, wo ich eh schon recht viele auch teurere Weine eingekauft habe. Und außerdem: Warum ein Wein, von dem es nur 120 Flaschen gibt und den ich dann noch nicht einmal nachkaufen kann?
    Was die Gläser angeht, bin ich, nachdem ich bereits mehrere sündhaft teure Exemplare von Riedel und Co beim Abwaschen geschrottet habe, für den Alltagsgebrauch zu Ikea-Gläsern übergegangen.
    Auf jeden Fall finde ich es schön, dass es diesen Blog gibt und schaue immer wieder gerne rein.
    Viele Grüße und eine schöne Weihnachtszeit!

    1. Hallo Mathias,
      ich sehe es genau wie Du. Hendrik fordert andauernt auf Kommentare zu schreiben kümmert sich dann aber nicht mehr darum.
      @Hendrik: Ein bisschen mehr Teilnahme deinerseits wäre super. Dann würden noch mehr schreiben.

  14. Ein paar spontanvergorene Gedanken zur 72. Folge:
    1. Das Glas interessiert mich. Mal schauen, wo ich ihm begegnen kann.
    2. Das Intro gefällt mir auch gut, nett gemacht. Frage dazu: warum fährt ein DHL-Auto durch’s Bild, wo doch Calistoga per UPS verschickt? 😉 Ich bestellt eigentlich nur noch dort, wo ich die Packstation als Versandadresse angeben kann, alles andere ist zu kompliziert. Pofadder & Reysse musste ich schließlich auch bei UPS im Lager abholen…
    3. Die Diskussion um den entfernten Beitrag, den nicht genannten Gast etc. ist für Leser wie mich nicht sinnvoll: wer ist “CC”? Wer war der Gast? War “CC” dieser Gast? Was war passiert? Nicht nur, dass ich neugierig werde, ich kann wegen der fehlenden Hintergrundinfos schlicht nicht nachvollziehen, worum es geht, und somit auch nicht für mich bewerten, wie ich Hendriks Handeln einschätzen soll. Pragmatisch wäre entweder Infos und Beiträge stehen lassen und Diskussion zulassen, oder Infos/ Beiträge entfernen, dann aber auch die Diskussion unterbinden. Klingt hart, hinterlässt dann aber bei den nicht-Insidern wie mir keine Fragezeichen über dem Zuschauerkopf.
    Beste Grüße und sehr zum Wohle!

  15. Heute ist das C&D-Angebotspaket angekommen, die erste Flasche ist seit 2 Stunden offen.
    Erster Eindruck: jung, viel Frucht, angenehme Säure, unkompliziert, ehrlich, lecker. Angenehmer Bursche. Ich bin sehr zufrieden und freue mich auf das, was sich da so in ein, zwei Jahren noch tut.
    Das Glas scheint echt ok zu sein – ich habe mir aber bei Aldi ein irgendwie sehr ähnliche Glas für 1,50€/Stück gekauft. Mir reicht das, allerdings muss ich zugeben, sehr neugierig zu sein.
    Der anderen Diskussion kann ich nicht folgen.

  16. Das Gabriel-Glas ist der Hammer. Es sieht sehr edel aus und hat die von Hendrik beschriebenen günstigen Eigenschaften. Ich finde des Preis dafür sehr o.k, auch in der mundgeblasenen Variante, die ich empfehlen würde, wenn es mit der Grobmotorik nicht allzu schlimm ist.
    Habe mir bei der C & D Weinhandelsgesellschaft 12 Flaschen vom Terras D`Elmano Reserva besorgt (dort derzeit für 88,- € inkl. Versand): Dachte mir, dass man bei dem Preis nicht viel verkehrt machen kann und wurde nach dem gerade erfolgten Öffnen der ersten Flasche in meiner Ansicht bestätigt. Der Wein ist besonders, hat eine schöne Frische und eine gewisse Tiefgründigkeit, wahrscheinlich auch im Zusammenspiel mit der Holzaromatik. Bin mal gespannt, wie sich der Tropfen entwickelt.

Menu