Wein am Limit - Hendrik Thoma

Beiträge zum Thema "Trittenheimer Apotheke"

29.09.2012 - Folge 55

Heute in der Apotheke

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Vor ein paar Tagen war ich in Bernkastel an der Mosel und hatte ein kleines Zeitfenster. Ein kurzes Posting bei Facebook, in dem ich meine Bereitschaft signalisierte, mir ein paar Weinberge zu zeigen, führte innerhalb von 15 Minuten zu einer festen Verabredung. Eine Stunde später war ich bereits auf dem Weg nach Trittenheim, genauer gesagt in eine der steilsten Lagen der Mosel, die Trittenheimer Apotheke. Um ganz exakt zu sein, war ich in einer Parzelle mit alten Reben namens „Jungheld“.

Dort warteten bereits die beiden Winzer Niko Schmitt und Franz-Josef Eifel auf mich. Es war eine wunderbar spontane Begegnung mit zwei Toperzeugern dieses unter Kennern recht bekannten Weinbauortes an der oberen Mosel.

Das kurze Interview zeigt, mit welcher Leidenschaft diese Winzer arbeiten. Es ist Knochenarbeit, die extremen Schiefersteilhänge mit den wurzelechten Riesling-Rebstöcken zu bewirtschaften. Sie benötigen wesentlich mehr Arbeitsstunden als bei Flachlagen, von denen es auch an der Mosel noch mehr als genug gibt. Obwohl der Weinbau unter diesen schweren Bedingungen stattfindet, bleiben die Preise fair.

Das Paradoxe ist, dass die Weine nicht trocken sind und trotzdem gefühlt sehr harmonisch, ja fast trocken rüberkommen. Das liegt an ihrer ausprägten Mineralität und an der knackigen Rieslingsäure. Die Kunst der Vinifikation besteht vor allem darin, ein Gleichgewicht zwischen Süße und Säure zu schaffen. Wenn das gelingt, ist die Leichtigkeit und Finesse dieser Tropfen einzigartig.

Beide Weine haben mir sehr gut gefallen und sind in einer großartigen Fruchtphase dieses reifen Jahrgangs angekommen.

Sho em more Respekt!

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