Wein am Limit - Hendrik Thoma

Beiträge zum Thema "Allgemein"

14.04.2019 - Folge 382

Alvarinho goes pink - Soalheiro Mineral Rosé

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Liebe Walinauten,

der Sommer kommt und wir haben ein Debüt im “Wein am Limit”-Programm. Erstmalig bieten wir von der Quinta de Soalheiro aus dem Minho einen taufrischen Rosé an. Der erste Jahrgang war 2017 und der war in seinem Ursprungsland Portugal blitzschnell ausverkauft. Auch in 2018 war die produzierte Menge nicht groß, aber wir haben etwas vom Mineral Rosé für die Genießer Deutschlands bekommen.

Was ist das Besondere an diesem Wein?

Der Mineral Rosé ist ein knochentrockener, leichtfüssiger Rosé mit 12% Alk. und saftiger, frischer Säure. Das Team um Luis Cerdeira hat sich bewusst hochgelegene Parzellen aus der Gemeinde Melgaco gesucht. Die Grundlage für diesen Wein bilden 70% Alvarinho und die übrigen 30% Pinot Noir. Ein Teil der roten Beeren wird mit dem Alvarinho zusammen vergoren, ein weiterer Teil separat als Rotwein gekeltert. Hier wird sich über die Jahre zeigen, welche Herangehensweise die Beste ist. Auf alle Fälle kann sich das Ergebnis sehen und schmecken lassen. Das zarte Rosé ist auf alle Fälle eine Augenweide.

Was is das Besondere an Mineral Rosé?

Der Duft hat viel von dem warmen, rotfruchtigen und druckvollen Pinot Noir und im Geschmack regiert der knackig-frische Alvarinho mit seiner markanten Mineralität. So ungewöhnlich, wie sich diese Blend anhört, soviel Sinn macht sie. Denn beide Rebsorten zeigen ihre natürlichen Qualitäten in bester Manier und harmonieren perfekt. Der Mineral Rosé ist ein toller Aperitif, macht eine gute Figur als Entertainer und dennoch ist er ein toller Begleiter zu Meeresfrüchten und leichten Gemüsegerichten.

Der Sommer kann kommen, denn wir haben die passende Antwort darauf.
“It’s easy to be happy” und mit pinkem Spaß im Glas sogar noch einfacher,

Euer Hendrik & das WaL-Team

07.04.2019 - Folge 381

Der Wein-Erklärbär - Alte Welt versus Neue Welt - Eine kleine Weinlüge

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Liebe Walinauten,

nichts ist so unzeitgemäß wie eine These von gestern. Auch in der Weinbranche ändern sich die Dinge, nicht immer rasant, aber eben doch. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass es Herkunfts- oder Terroirweine in der neuen Welt nicht gibt und sie alle aufgrund lascher gesetzlicher Bestimmungen „Plastikweine” sind. Für mich ist das “80er-Jahre-Denke“, die längst passé ist.

Alte Welt und Neue Welt!

Unser kleines Video soll ein wenig Aufklärung bieten, was man von diesen immer wieder ins Spiel gebrachten Begriff halten kann. Natürlich sind die Weine von der Südhalbkugel aufgrund des Klimas häufig intensiver, alkoholischer und fruchtiger, aber eben nicht immer. Auch hier haben sich in den letzten Jahrzehnten Herkünfte, Einzellagen und Handwerk etabliert. Wie fast überall auf der Welt sind sie nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes, aber es gibt sie. Der Erfolg der “Neue Welt-Rebsortenweine”, die vor allem in den 80er und 90er Jahren in den Supermarktregalen aufkamen, wie z.B. Chardonnay, Merlot, Pinot Noir oder Cabernet Sauvignon haben auch die Europäer auf den Plan gerufen. Nicht selten findet sich der Zusatz der Rebsorte, wie zum Beispiel Bourgogne Blanc-Chardonnay oder Rioja-Tempranillo usw. als zusätzliche Angabe auf dem Etikett.

Der Kunde hat sich daran gewöhnt, weil er sich die Sorten der Herkunftsweine nicht merken kann und sie scheinbar relevant sind bei der Kaufentscheidung. Mit der Rebsorte kann er meistens mehr anfangen, als mit der Herkunft. Bei rotem Bordeaux müßte er z.B. wissen, dass 6 zugelassene Sorten und ca. 50 unterschiedliche Herkünfte gibt. Das Blending ist Tradition in dieser Region und der Anbau wird bedingt durch Boden und Klima. Das ist die Grundidee für Herkunftsweine. Diese sollen im besten Fall nach ihrem Weingarten, Dorf oder der Region schmecken.

Wie kann ich Weine im Glas unterscheiden?

Im Glas lässt sich so etwas nur bedingt unterscheiden, aber im besten Fall duftet ein Rebsortenwein dem Charakter der angegebenen Sorte. Ein schönes Beispiel dafür ist Sauvignon Blanc. Häufig riecht er extrem fruchtig, herbal und auch floral. Während der Sancerre oder Pouilly-Fumé von der Loire einen weniger lauten, oft eher steinigen Charakter -rauchigen Feuersteinduft- bietet. Auch hier gilt: Es muß nicht immer so sein. Ein Sauvignon aus Marlborough/Neuseeland oder Stellenbosch/Südafrika kann zu seiner überbordenden Frucht ohne weiteres einen steinigen Charakter haben, sogar nach seiner Region duften, während mich so mancher Sancerre aufgrund fehlender Mineralität ratlos zurücklässt. Nichts ist in Stein gemeisselt, aber zumindest passt es tendenziell häufig.

Ist das wichtig?

Es hilft etwas bei der Orientierung und der Geschmacksfindung. Etiketten sind Rat-, bzw. Hinweisgeber und bieten einige obligatorische Angaben die wichtig sind. Derjenige, der weiß was hinter ihnen steht, der geht entspannter an sie ran. Manchmal befeuern sie nur Vorurteile und man tut gut daran einen Wein erst dann zu beurteilen, wenn man mindestens ein Glas von ihm getrunken hat, oder besser noch ein zweites.

Auf mehr Spaß im Glas, egal wo er herkommt,

Euer Hendrik & das WaL-Team

31.03.2019 - Folge 380

Forjas del Salnés - Galizien am Limit

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Liebe Walinauten,

Rodri Méndez und die Weine von Forjas del Salnés, was so viel bedeutet wie “Die Schmiede von Salnés“, gehen in die zweite Runde bei “Wein am Limit“. In dieser Glut der Passion wurden großartige Neuerscheinungen gekeltert. Kritiker, wie der geschätzte Luis Guiterrez von robertparker.com zählen sie zu den besten Weinen Iberiens. Insbesondere 2017 war im Rias Baixas ein ausgewogener Jahrgang mit delikater Frische und Balance für die Albariñotraube. Rodrigo Méndez aka „Rodri“ ist eine passionierte Lichtgestalt der tief mit seiner Heimat, der galizischen D.O. Rias Baixas, verwurzelt ist. Seinen Weinen wohnt der vielbeschworene „Atlantic Touch“ inne. Eine raue, salzige Herbheit verbunden mit einer kühlen, klaren Frucht.

Wer ist Forjas del Salnés?

Das raue, atlantische Klima und die harte Granitböden lassen in Galizien elegante, saftige Weine wachsen. Rodris Großvater war Schmied in dem Dörfchen Meaño und hatte ebenfalls ein Faible für den Weinbau. Weiterhin wird das traditionelle Weingut “Do Ferreiro” von seiner erweiterten Familie geleitet. Doch seine Inspiration sich intensiver mit dem Wein zu beschäftigen stammt vom genialen „König der Menciatraube“, Raul Perez, aus dem Bierzo.

Mit ihm als Kellermeister startete er im Jahr 2005 die junge Bodega “Forjas del Salnes”, und kelterte den Erfolgs-Albariño „Sketch“ für das gleichnamige, berühmte Londoner Szene-Restaurant. Während Raul sich eigentlich mehr für holzfassvergorene Albariño interessierte, ging „Rodri“ noch einen Schritt weiter. Sein Fokus liegt auf den kaum bekannten Rotweinen der Region, die schon sein Großvater anpflanzte und ausbaute.

Was zeichnet die Weine aus?

Das Konzept von Forjas del Salnés ist klar umrissen, irgendwie einfach, aber nur mit bester Kenntnis der Region umzusetzen. Sehr alte, teilweise verwilderte Weingärten, keine Zusätze oder Eingriffe, Spontanvergärung mit geringer Temperaturkontrolle und Reifung in Fuderfässern. Mit Ausnahme der Rotweine, die in gebrauchten 300 und 500 Liter-Tonneaux lagern. Pro Jahrgang werden überschaubare ca. 45.000 Flaschen abgefüllt.

Wie schmeckt Forjas del Salnés?

Diese charaktervollen Gewächse haben wenig mit den spritzig-frischen, kaltvergorenen, eindimensionalen Albariños mit hohen Erträgen, die hier sonst gekeltert werden, zu tun. Während viele Bauern ihre Rotweinreben herausgerissen haben und die Weingärten mit Albariño bepflanzten, bleibt Forjas del Salnés auch den lokalen roten Sorten, wie Caino, Espadeiro und Loureiro treu. Pfeffrig, würzig und mit viel Trinkfluss ausgestattet, das ist das typische Merkmal dieser Weine. Hier findet sich mit jedem Schluck authentischer „Rias Baixas am Limit“ im Glas.

Auf mehr galizischen Spaß im Glas,

Euer Hendrik & das WaL-Team

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