Wein am Limit - Hendrik Thoma

Beiträge zum Thema "Allgemein"

19.08.2018 - Folge 350

Matías i Torres - Victorias Tanz auf dem Vulkan

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Liebe Walinauten,
Moden und Trends kommen und gehen. Bestand hat nur das Zeitlose, das gilt auch im schnelllebigen Weingeschäft. Die 4,5 Hektar kleine Bodega Matias i Torres auf — einer der westlichsten Kanareninseln — „La Palma“ ist seit 1885 oder fünf Generationen im Familienbesitz. Es wird heute von Victoria Torres geleitet, einer charaktervollen Powerfrau, die das Erbe der Familie weiterpflegt. Allen Widrigkeiten zum Trotz, denn Frauen haben es in der hiesigen Machowelt nicht einfach, ist sie diejenige, die den besten Wein der Insel keltert. Sie gehört auch zu den besten Produzenten Spaniens und der von uns sehr geschätzte Luis Guiterrez vom Wine Advocate hat sie ganz oben auf seine Watchlist gesetzt.

Viktorias Weine sucht man auf la Palma vergebens. Diese finden sich auf Weinkarten in London, New York, Stockholm oder Kopenhagen und in Deutschlands besten Restaurants. Denn das Meiste, was aus la Palma kommt, ist allenfalls netter Urlaubswein. Matias i Torres Gewächse sind anders, eigenwillig und dafür auch authentischer. Nicht austauschbar und im Duft und Aroma liefern sie ein Stück ihrer Herkunft wie nur wenige Weine auf der Welt. Sie keltert ihre Beeren, z.B. mit einer 150 Jahre alten Baumkelter oder vergärt in alten Holzbütten aus Pineteakholz. Der größte Schatz sind die alten Weinberge, im Schnitt 60 Jahre alt und manche bis zu 140 Jahre alt. Die Sorten stammen zwar vom spanischen Festland, sind aber alle wurzelecht und liefern aufgrund der harten Bedingungen nur Minierträge. Die Maische wird mit Füssen getreten und der Ausbau findet in gebrauchten Fässern statt.

WAS IST DAS BESONDERE?
Viktorias Weine sucht man auf la Palma vergebens. Diese finden sich auf Weinkarten in London, New York, Stockholm, Kopenhagen und in Deutschlands besten Restaurants. Denn das Meiste, was aus la Palma kommt, ist allenfalls netter Urlaubswein. Matias i Torres Gewächse sind anders, eigenwillig und auch authentischer. Nicht austauschbar und im Duft und Aroma liefern sie ein Stück ihrer Herkunft wie es nur wenige Weine auf der Welt können. Sie keltert ihre Beeren, z.B. mit einer 150 Jahre alten Baumkelter oder vergärt in alten Holzbütten aus Pineteakholz. Der größte Schatz sind die alten Weinberge, im Schnitt 60 Jahre alt und manche sogar bis zu 140 Jahre alt. Die Sorten stammen vom spanischen Festland, sind alle wurzelecht und liefern aufgrund der harten Bedingungen nur Minierträge. Die Maische wird mit Füssen getreten und der Ausbau findet in gebrauchten Gebinden aus Kastanie und Eiche statt.

WIE SCHMECKT DER STOFF?
Herb, mineralisch, pur und salzig im Geschmack. Der Duft wird nicht durch andere störende Elemente des übermäßigen Ausbaus, wie z.B. durch Industriehefen oder neues Holz maskiert. Kantig sind diese Cru, konsequent und mutig vinifiziert, ohne gewollt zu wirken. Im Kern schwingt immer eine kühle Frische mit. Der bist zu 5 Meter dicke Boden aus vulkanischem Geröll names Lapili, die krassen Passatwinde und die sengende Hitze sind der Rahmen für ein bizarres Aroma aus getrockneten Kräutern, nassen Steinen und gelben Früchten. Luft und etwas Temperatur tut ihnen gut. Derjenige, der sie trinkt, dem wünschen wir einen offenen Menschen an seiner Seite. Dann wird sich einem der Zauber dieser Unikate auch erschließen. Weine für Herz und Kopf zugleich.

Irgendwo in einer bedeutenden Weinpublikation habe ich gelesen das Vulkanweine der nächste Trend sind. Gemacht wird ein Trend nach unserer Beobachtung von Menschen, die keinem folgen, außer sich selbst und ihrer Passion.

Ich wünsche Euch mehr authentischen Spaß im Glas,
Eurer Hendrik

12.08.2018 - Folge 349

Kolfoks Querschnitt weit über dem Durchschnitt

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Liebe Walinauten,
es gibt neues aus dem Mittelburgenland von Stefan Wellanschitz aka dem „Kolfok”. Mit “Querschnitt weiß” und “Querschnitt rot” ist er seinen und unseren Ansprüchen wieder gerecht geworden und liefert Stoffe ab, die qualitativ weit über dem Durchschnitt liegen.

WAS IST EINE CUVÉE?
Eine Cuvée kann jeder Wein sein der verschnitten oder zusammengefügt wurde, denn das Wort stammt aus dem französischen und bedeutet “Verschnitt” oder “Komposition”. Dahinter haben sich lange obskure Zusammenstellungen versteckt. Da sieht die Lage heute schon etwas anders aus, abgesehen davon gab es schon immer Regionen die traditionell „geblendet“ haben. Ob es verschiedene Trauben sind oder verschiedene Lagen mit den gleichen Trauben. Stefan cuveetiert Rebsorten, Bodentypen sowie Nord- und Südlagen.

WAS IST DER QUERSCHNITT WEIß?
Der Name „Querschnitt“ ist Programm, denn dieser Stoff repräsentiert die burgenländische Rebsorten- und Bodenvielfalt wie kein Zweiter. Sonst hat Stefan Wellanschitz den Fokus eher auf dem Lagencharakter, doch hier geht es ihm um Vielfalt. Eine Spaßcuvée, die sich perfekt als Tischwein eignet. Mit moderater Säure und eher floralen, duftigen als würzigen Aromen ausgestattet. Ohne Kompromisse gekeltert und ausgebaut. Zwei Stunden Maische-Standzeit mit Stielen und Stengeln, spontan vergoren in 600l und 1200l Fässern. Die Blend besteht aus jungen, teilweise rekultivierten Anlagen. 75% Grüner Veltliner von Muschelkalk und vulkanischem Lehmboden, 15% Chardonnay ebenfalls von vulkanischem Lehmboden und 10 % Muskat (3 verschiedene alte Sorten ungarischer Herkunft) der auf Glimmerschiefer wächst. Ungeschönt, unfiltriert, minimal geschwefelt. So geht Burgenland, traditionell und trotzdem zeitgemäß.

WAS IST DER QUERSCHNITT ROT?
Nennen wir diesen Wein mal „Stefans Spaßwein“ oder den idealen Haustrunk. Die Beeren stammen aus einer alten Zweigelt Anlage und werden zum Teil mit Kohlensäuremaischung im Tank (Maceration Semi-Carbonique) und dann im großen Fuderfaß zu Ende gegoren. Diese Methode bringt ein lebhafte Fruchtigkeit in diesen verspielten Wein. Authentisch, unprätentiös und voller Energie. Sauerkirsche, Gewürze wie Pfeffer und florale Düfte verströmt das animierende Bukett. Am Gaumen süffig, schlank und saftig. Mutige Vinifikation und läuft, und läuft und läuft. Der perfekte „Wohlfühl-Wein“. Am besten leicht gekühlt zu Salumi und deftigen Vorspeisen genießen.

Mit diesen Weinen kommt kein Durchschnitt,  sondern Spaß ins Glas,
Eurer Hendrik

05.08.2018 - Folge 348

Alvarinho und Albariño - It's raining Alb-va-rhiño

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Liebe Walinauten,
es muß nicht immer Lugana, der x-te Riesling oder Grauburgunder sein. Wenn ich euch etwas ans Herz legen möchte, dann ist es diese iberisch-lusitanische Sorte. Sie ist einnehmend, fruchtig-fröhlich, herb, kühl, saftig, frisch, trocken und -na klar- auch mineralisch. Auf alle Fälle eine schöne Abwechslung zu den gängigen Mainstream-Langweilern. Hier ist Spaß im Glas zu Hause: unkompliziert und dennoch niveauvoll und vor allem in unglaublich vielen Facetten. Es sind Weine mit und für das Herz, weniger für den Kopf und dabei absolut zeitgemäß.

Zwei meiner Favoriten verkoste ich in dieser Folge, aber nur weil ich nicht mehr zur Hand hatte. Ich freue mich auf Feedback und natürlich Fragen, Antworten oder einfach nur eure Meinung. Haut rein in die Tastatur.

In unserem Wein am Limit-Magazin bieten wir einen lesenswerten Beitrag zu den Rebsorten Alvarinho und Albariño für Weinwissen-Durstige. Wir befassen uns mit der Herkunft und den regionalen Unterschieden, die diese Rebsorte ins Glas bringt.

Mit diesen Weinen kommt er garantiert, der Spaß ins Glas,
Eurer Hendrik

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