Wein am Limit - Hendrik Thoma

Beiträge zum Thema "Allgemein"

05.11.2017 - Folge 320

Das "Alles-Käse!"-Paket

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Liebe Walinauten,
mit Hans-Georg Pestka aus Düsseldorf von Genusshandwerker.de verbindet uns eine längere Freundschaft. Wir schätzen ihn für sein konsequent ausgesuchtes Sortiment, seine Leidenschaft für gute Produkte und den zuverlässigen Service. Darüber hinaus ist er ein kompetenter Gesprächspartner, der sich bestens mit Lebensmitteln auskennt. Mit dem „Alles Käse-Paket” wollen wir das Thema Rohmilchkäse und Weinpairing einmal anders angehen. Das gängige Klischee von Rotwein und Käse passt in den seltensten Fällen, obwohl die Verbraucher das so wollen. Sollen sie auch, es ist wie immer Geschmackssache, doch häufig treffen hier zwei Komponenten aufeinander die selten zueinanderfinden. Der nicht unerhebliche Anteil von Fett im Käse und die Tannine/Gerbstoffe des Rotweines verstärken sich. Im Ergebnis heißt es, dass die Weine adstringierender/bitter wahrgenommen werden und gleichzeitig die Käsearomen zerstören. Wenn schon Rotwein, dann passen elegante und gereifte Rotweine bei denen das Tannin abgeschmolzen ist, wie zum Beispiel Spätburgunder/Pinot Noir, wesentlich besser. Am besten eignen sich charakterstarke Weißweine oder Süßwein zu besonders salzigen Käsen. Salz und Süße sind ein tolles Erlebnis, genauso wie Säure den fettigen Geschmack des Käses leichter erlebbar macht. Gegen die intensiven Nuancen eines Käses setzten sich vor allem ausdrucksvolle Weißweine durch. In diesem einmalig zusammengestellten Paket findet ihr drei tolle Kombinationen.

Laguiole AOP
Coopérative Jeune Montagne
ca. 250 g
42% Fett i.Tr.
Der Laguiole steht immer ein bisschen im Schatten des bekannten Cantal. Beide stammen aus der Auvergne und sind echte Charaktere. Eine leichte Mürbe und ein ausbalancierter Geschmack nehmen den Gaumen schnell für ihn ein.
2011 Blanc Tradition
Château d’Arlay
Jura. Frankreich
Die eigenwilligen, aber faszinierenden Weine aus dem französischen Jura wie der Blanc Tradition sind perfekte Begleiter zu leicht salzigen Hartkäse. Mit ihrem mandelartigen, nussigen auch an getrocknete Früchte erinnernden Duft und einem mineralisch puren Geschmack ergibt sich eine klassische Kombi.

Pecorino di Fossa
Caseificio Cugus
ca. 250 g
42% Fett i.Tr.
Im Grenzgebiet von Toskana und Umbrien wird diese Tradition gepflegt. Ausgewählte Pecorino-Laibe werden für drei Monate in Tuffsteinhöhlen einlagert. Einzeln in Leinentücher eingewickelt. Das Ergebnis: ein fulminantes, kräftiges Aromenspiel mit erdigen intensiven Noten.
2015 Post Quercus Branco
Filipa Pato
Bairrada, Portugal
Zu diesem sehr fordernden Käse finden wir den Amphorenwein von Filipa Pato und William Wouters aus dem portugiesischen Bairrada den perfekten Begleiter. Die intensiven Noten von mürben Apfel, exotischen Früchten und ätherischen Noten kommen jederzeit mit diesem herrlich pikanten Würze mit und beflügeln ihn sogar.

Blu di Bufala
Caseificio Quattro Portoni
ca. 250g
52% Fett i.Tr.
Pikanter, aber nicht scharfer Blauschimmelkäse aus 100% Büffelmilch. Sehr feiner Käse aus Bergamo in der Lombardei. Gereifte Büffelmilchkäse sind eine absolute Rarität.
2016 Straw Wine
Mullineux Family Wines
Swartland, Südafrika
In der Nase finden sich Aprikose, Honig und Kräuter wieder. Diese Spezialität wird aus reifen, aber nicht überreifen Trauben gekeltert. damit verfügt der straw über eine lebendige Säure die ihn nicht zu konzentriert erscheinen lässt. Bereits mehrfach wurde er von unterschiedlichen Wineguides zum besten Süßweins Südafrikas gekürt.

Wir wünschen Euch mehr Spaß im Glas,
Hendrik

15.10.2017 - Folge 318

Jean Faux - Der falsche Hans ist ziemlich ehrlich

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Liebe Walinauten,

heute ist Valeer Verlinden vom Weingut Château Jean Faux zu Gast im WaL-Swimmingpool. Anfang des Jahres ist das nach biodynamischen Prinzipien bewirtschaftete Weingut in der “Wein am Limit“ Familie angekommen.

Als der Fasshändler und Küfer Pascal Collotte das 45 Hektar große Weingut, in Sainte-Radegonde auf der rechten Bank der Garonne, im Jahre 2002 erwarb, war es in ziemlich heruntergekommenen Zustand. Nur 1,5 Hektar der Reben waren brauchbar, um anständigen Wein zu erzeugen. Umgeben von einer traumhaften Parkanlage erstrahlt das historische Weingut heute wieder im alten Glanz.

Im ersten Schritt engagierte Pascal den bekannten Önologen Stephane Derenoncourt und sein Team, um die Weinbereitung nach vorne zu bringen. Schrittweise wurden die durchschnittlich 25 Jahre alten Reben zu 12 Hektar Anbaufläche ausgebaut. Im Jahr 2011 wurde die nächste wichtige Etappe zum biodynamischen An- und Ausbau genommen. Das ist in Bordeaux sehr selten, bekommt aber immer mehr Bedeutung, denn viele Böden sind ausgelaugt und die Reben sind vielerorts in schlechtem Zustand. Man kann nicht nur nehmen, sondern muss auch geben. Diese Erkenntnis gewinnt immer mehr Anhänger, vor allem auch bei Weintrinkern.

Das Weingut hat 80% Merlot und 20% Cabernet Franc in dichter Bepflanzung von 7.400 Stöcken pro Hektar. So eng zu pflanzen ist eher selten in dieser Region. Bei den 2 Hektar Weißweinen dominiert der Sauvignon Blanc mit 80 % und der Semillon mit 20 %. Die natürliche Lage zwischen St. Émilion und Castillon ist perfekt gelegen mit süd- und südwestlicher Ausrichtung auf Mergelboden und einem Kalksteinplateau.

Die Weine werden im Stahltank vergoren und zwischen 12 – 14 Monate in 40 % neuen französischen Eichenholz ausgebaut. Um die Qualität zu steigern wurde ein Zweitwein, La Dame de Jean Faux, aus den jungen Reben eingeführt. Die gesamte Produktion ist mit ca. 4.000 Kisten (ca. 50.000 Flaschen) pro Jahr sehr überschaubar.

Die Mär, dass Bordeaux teuer, elitär oder altbackend-langweilig sind, wird mit diesen feinsinnigen Gewächsen trefflich widerlegt. Im Gegenteil, zeitgemäßer als auf Jean Faux gearbeitet wird, geht es nicht. Insbesondere der naturnahe Ausbau verhilft den Weinen zu einer anderen, neuen Art der Komplexität. Das spürt man vor allen bei den Weißweinen, die wir zu den besten in Bordeaux zählen. Aber auch die Rotweine lassen einen schwelgen und verströmen jene positive, innovative Aufwärtsstimmung, die an vielen eingefleischten Weintrinkern vorbei gegangen zu sein scheint. Zeit sich wieder mit Bordeaux jenseits der Grand Cru Classé zu beschäftigen.

Ich wünsche Euch mehr Spaß im Glas mit diesen authentischen Weinen,

Hendrik

12.10.2017 - Folge 317

Alheit Vineyards Livestream - Zurück in die Zukunft

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Liebe Walinauten,
der 33. Livestream findet am Donnerstag, den 12. Oktober 2017 ab 20.00 Uhr im Stream auf „Wein am Limit“ statt.
Mit dem handfesten „No nonsense Winemaker“ Chris Alheit von Alheit Vineyards aus dem Hemel-en-Aarde Valley kommt der Senkrechtstarter der letzten Jahre am Kap persönlich ins Wein am Limit HQ. Er und seine Frau Suzann sind wahre „Weingarten Fetischisten“, die in der ganzen Kapregion extreme oder alten Weingärten gesucht haben, um ihre ausdrucksvollen klaren Weine zu keltern. Dabei berufen sie sich auf die alten Sorten, die bestens an Klima und Böden angepasst sind. Allen voran der Chenin Blanc und der Semillon, sowie die rote Cinsault, die in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erlebt hat. Alle Alheit Gewächse tragen eine einprägsame Handschrift, sind nicht holzüberladen oder übermächtig, aber trotzdem von intensiver Prägung und konzentriert im Aroma. Kurzum: Es wird ein Fest die Flaschen zu öffnen.

Die Spielregeln für den 33. Livestream lauten wie folgt. Es ist keine Anmeldung oder eine App nötig. Klickt uns auf dem Reiter Aktuelles Video am Donnerstag, den 12. Oktober 2017 ab 20.00 Uhr auf „Wein am Limit“ an. Ihr könnt auf den Ablauf des Hangouts direkt Einfluss nehmen, indem Ihr uns z.B. über die Kommentarfunktion Eure Eindrücke mitteilt oder auch Fragen stellt. Wer möchte, kann darüber hinaus auf meinem öffentlichen Facebookprofil https://www.facebook.com/HendrikThoma unter der letzten Mitteilung Fragen stellen. Selbstverständlich geht das auch auf Twitter unter @hendrikthoma #WeinAmLimit. Für alle, die nicht dabei sein können, sollen oder wollen: Don’t worry! Ihr könnt Euch die Sendung im „Reload“ in Ruhe anschauen (was viele machen) und dazu die Weine genießen. Wer sich das Paket nicht leisten möchte oder kann, ist trotzdem herzlich willkommen zuzuschauen und mitzumachen. Es wird eine Menge Vinotainment und Information geboten.

Wir freuen uns auf Euch und mehr Spaß im Glas,
Hendrik

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