Wein am Limit - Hendrik Thoma

Beiträge zum Thema "Allgemein"

17.02.2019 - Folge 374

Die steilen Bengel von Couto

12 Kommentare

Liebe Walinauten,

manchmal hat man Glück im Leben eines Weinhändlers, so auch im Falle der Kooperation mit den Fedellos do Couto. Wir bekommen leider nur kleine Mengen, denn “Weine am Limit” sind die eleganten Stoffe von den steilen Bengeln auf jeden Fall. Sie gehören zu den besten Iberiens. Das es im spanischen Weinbau Cool Climate-Anbau auf höchstem Niveau gibt, ist schon vielen nicht bewusst und das diese Leisetreter auf den Karten der Weinbars der Welt gelistet sind ebenso wenig. Lasst Euch auf die Bengel ein, sie sind großartig!

Wer sind die Fedellos do Couto?

Im Jahr 2011 haben sich die 4 Fedellos (Bengel) aus Couto zusammen getan, um ein einzigartiges Projekt ins Leben zu rufen. Auf bescheidenen 5,5 Hektaren keltern Jesús Olivares, Carlos Bareno, Pablo Soldavini und Luis Taboada geniale Weine. Einer der Partner hat uralte Weinberge, einer kümmert sich darum, zwei bauen die vier Crus aus. Sie bewirtschaften unzählige kleine Parzellen organisch in verschiedenen Höhenmetern auf den Terrassenanlagen an den Ufern der Flüsse Miño, Sil und Bibei.

Alle Weine werden mit Stielen und Stengeln spontan vergoren und in gebrauchten französischen Barriques gereift. Ausschließlich in reiner Handarbeit, denn anders ist es an den steilen Hängen auch nicht möglich. Leider bekommen wir nur eine kleine Allokation, da diese Weine unter Kennern und Sommeliers weltweit wie Bückware gehandelt werden. Aus gutem Grund.

Was ist das Besondere an der Region?

Die Region Ribeira Sacra (geheiligtes Ufer) hat ihren Namen von den vielen kleinen Klöstern und Kapellen, die in dieser Gegend zu finden sind. Während die benachbarte Region Rias Baixas für weißen Albariño bekannt ist, stehen an den teils steilen Hängen der Ribeira Sacra vor allem uralte, rote Mencía-Rebstöcke sowie weißer Godello. Beide Rebsorten hat man jahrzehntelang kaum beachtet und erkennt erst seit wenigen Jahren ihren einzigartigen Charakter.

Mit seinen ultrasteilen, schwarzen, steinigen Hängen gehört Ribeira Sacra zu den interessantesten und herausforderndsten Weinregionen Spaniens und sogar der Welt. Es liegt im galizischen Norden und hat sowohl maritime, wie kontinentale Klimaeinflüsse. Tagsüber ist es brütend heiß, aber nachts wird es kühl. Dazu kommen in den höheren Lagen der atlantische Wind und der steinharte Boden aus Schiefer und Granit. Eine krasse Region in allen Belangen, die aufgrund ihrer Dramatik auch Romantiker beflügelt.

Der Arbeitsaufwand, der hier nötig ist, kann nur von weinverrückten Seelen betrieben werden. Viele alteingesessene Bewohner der Region haben längst aufgegeben oder sind fortgezogen. Reichlich Arbeit für zu wenig Geld, irgendwie ein verdammter Platz. Ein Großteil der Trauben wird über eine Zentralkellerei vertrieben, welche die Weine auf dem hiesigen Markt verramscht. Deswegen haben Ribeira Sacras einen miserablen Ruf in Spanien. Hört sich ein bisschen nach dem Schicksal der Mosel an, in der die Zentralkellereien immer noch das sagen haben. Nur hat sich dort schon einiges getan. Im Ribera Sacra sind es gerade mal zwei Handvoll Winzer, die sich um Qualität bemühen. Doch der Erfolg auf dem internationalen Weinparkett lockt immer mehr Entrepeneure in diese verlassene gottverlassene Gegend.

Was zeichnet die Weine von Fedellos do Couto aus?

Sommeliers, Weinhändler und Liebhaber lieben Adjektive und blumige Beschreibungen. In ein paar Worten: Finesse, Eleganz, (Niagara) Trinkfluss, minimalinvasiver Holzfassausbau, alkoholreduziert, mineralisch, ätherisch, saftig, knochentrocken, authentisch, natural, pur ohne Schnörkel, perfekte Essenbegleiter und der Beweis, daß es sich lohnt alte Kulturlandschaften zu erhalten. Wer sie nicht getrunken hat, dem fehlt ein wichtiger Baustein in der sich rasant verändernden spanischen Weinwelt. Wer Rock n’Roll spielen will, der muss die Gitarre und sein Metier so gut beherrschen wie Weinmacher Carlos Bareño Quintana aka „Curro“.

Wir sind für mehr von diesem eleganten Spaß im Glas,

Euer Hendrik & das WaL-Team

10.02.2019 - Folge 373

Ankündigung des 43. Livestreams mit Greg Harrington von Gramercy Cellars

3 Kommentare

Liebe Walinauten,

mit US Weinen verbindet man in erster Linie die sonnenverwöhnten Kalifornier, allenfalls elegante Pinot Noir aus Oregon. Doch wer hat die dynamische Weinszene in den USA wirklich im Blick? Zugegeben, wir wussten zwar von der Existenz der Weine aus Washington State, aber nicht mit welcher Dynamik sich der nördlichste Staat der Westküste entwickelt und welches Potential die Weine bereit halten. Mit seinen fast 12.000 Hektar und dem warmen, trockenen Klima bietet es stellenweise perfekte Voraussetzungen für außergewöhnliche Weine. Insbesondere Syrah, Cabernet und Merlot sind in Washington State ganz weit vorn. Aber auch Sorten wie Grenache und Mourvédre fühlen sich auf den sandigen Lössböden wohl.

Greg Harrington ist jüngster Master Sommelier aller Zeiten

Durch einen Zufall habe ich Greg Harrington vor zwei Jahren auf einem Event in Hamburg wiedergetroffen. Wir haben ungefähr zur selben Zeit die Prüfung zum Master Sommelier abgelegt, nur mit dem Unterschied, dass Greg mit seinen damals 26 Jahren der jüngste MS aller Zeiten war. Während seiner Zeit in New York hat er die Weine aus Washington schätzen und lieben gelernt. Das ist umso verwunderlicher, weil die New Yorker-Weinbranche sich vor allem für europäische Weine interessiert. Außerdem haben mich bis auf wenige Ausnahmen sogenannte „Sommelier-Weine“ selten überzeugt.
Greg gehört zu der jungen Generation, die den Weinbau an neue Horizonte führt und hat in zehn Jahren etwas Außergewöhnliches geschaffen. Das sehen nicht nur wir so, denn Gramercy Cellars ist heute einer der besten Produzenten nicht nur in Washington, sondern der gesamten USA.
Trotz der Wärme geraten die Weine elegant, frisch und bieten eine kühle Frucht, wie wir das eher aus Europa kennen. Wir lieben diese positive Besessenheit und freuen uns auf Gregs Kompetenz, Vision, Passion, vor allem diese mit uns zu teilen. Solche Weine sind ein Manifest dafür, dass der Wissensdurst nie aufhören sollte.

Spielregeln des Wein am Limit Livestreams

Kurz die Spielregeln für den 43. Livestream. Es ist keine Anmeldung oder eine App nötig. Klickt auf den Reiter „Video“ in der Menüliste am Dienstag, den 12. März 2019 ab 20.00 Uhr auf „Wein am Limit“. Ihr könnt auf den Ablauf des Hangouts direkt Einfluss nehmen, indem Ihr z.B. über die Kommentarfunktion unter dem Video Eure Eindrücke mitteilt oder auch Fragen stellt. Wer möchte, kann darüber hinaus auf meinem öffentlichen Facebookprofil von “Wein am Limit” unter der letzten Mitteilung Fragen stellen. Für alle die nicht dabei sein können, sollen oder wollen: Don’t worry! Ihr könnt Euch die Sendung im „Reload“ in Ruhe anschauen (was viele machen) und dazu die Weine genießen. Wer sich das Paket nicht leisten möchte, ist dennoch herzlich eingeladen zuzuschauen und mitzumachen. Es wird auf alle Fälle eine Menge Vinotainment und Information geboten.

Wir freuen uns auf Euch und “mehr Spaß, mit Walla Walla im Glas”

Euer Hendrik

07.02.2019 - Folge 372

Der 42. Livestream - Collective Z - Das Höhenrausch-Paket

84 Kommentare

Liebe Walinauten,

mit Christoph Ziegler, dem Winzer und Inhaber von Collective Z, kommt zum ersten Mal ein (Medien) Agent, der nun in Wein macht, ins WaL-HQ, um seine besten Weine vorzustellen. Das Leben ist voll von Premieren bei Wein am Limit, obschon so vieles schon gesagt zu sein scheint. Christoph hat mit Collective Z -einem Garagenweingut- einen phänomenalen Blitzstart an die Spitze der jungen, deutschen Avantgarde hingelegt. Am Anfang eines jeden charaktervollen Gewächses steht immer ein anspruchsvolles Terroir. Das hat er in der völlig unbekannten Enklave Leistadt, auf 250 Meter Meereshöhe über Bad Dürkheim, gefunden. Normalerweise holen hier die Winzergenossenschaften ihre Ernte, aber immer mehr bekannte Produzenten schauen sich in den nicht flurbereinigten Weinbergen um. Denn hier ist es um einiges kühler als in der Ebene und die krassen Kalkfelsen bilden ein forderndes Terroir. Ein besonderes Merkmal sind u.a. die im Schnitt 25-50 Jahre alten und zum Teil wurzelechten Reben. Davon gibt es nur wenige in Deutschland, ja sogar weltweit kaum. Die natürlichen Bedingungen sind perfekt, nur wurden sie lange einfach übersehen. Austauschbare Weine können viele keltern, doch Christoph war von Anfang an überzeugt keine Verkostungsweine, sondern elegante Speisebegleiter auf die Flasche zu füllen. Die Weinberge werden ausschließlich biologisch bewirtschaftet.

WIE ARBEITET COLLECTIVE Z?

Die handgelesenen Beeren werden nach ein paar Stunden der Einmaischung warm und spontan vergoren und reifen lange im großen Fuderfass auf der Feinhefe, ohne irgendwelche Eingriffe, wie Schönung oder Filtration. Kurz vor der Füllung kommt eine sehr kleine Menge Schwefel dazu. Traumhaft handwerklich umgesetzte Weine, wie wir sie lieben, sind das Ergebnis. Es brauchte schon immer Menschen mit Vision und Passion, die bereit sind, über den Tellerrand hinausschauen. Bauer Christoph und sein kleines Team sind solche selten gewordenen Charakterköpfe und auch noch Quereinsteiger.

Zum Collective Z gehören: Vater Heimut – Pensionär und ehemaliger Wein- Tabak – und Feinkosthändler – Feldarbeiten Hand // Freundin Marie – Winzerin – Feldarbeiten Hand // Elisabeth – Pferdemist und Kuhpräparate // Alex Pflüger – Kellernetzwerk // Ross the Englishmen und Onkel Phil – Draht, Stickel und co

Ob uns das Collective Z Höhenrausch Paket in andere Sphären entführt, das lösen wir am 07. Februar 2019 ab 20 Uhr in unserem Livestream auf. Wir freuen uns auf Euch, Eure Kommentare und Eure Wein-Expertisen.

SPIELREGELN DES WEIN AM LIMIT-LIVESTREAMS

Kurz die Spielregeln für den 42. Livestream. Es ist keine Anmeldung oder eine App nötig. Klickt auf den Reiter „Video“ in der Menüliste am Donnerstag, den 07. Februar 2019 ab 20.00 Uhr auf „Wein am Limit“. Ihr könnt auf den Ablauf des Hangouts direkt Einfluss nehmen, indem Ihr z.B. über die Kommentarfunktion unter dem Video Eure Eindrücke mitteilt oder auch Fragen stellt. Wer möchte, kann darüber hinaus auf meinem öffentlichen Facebookprofil von “Wein am Limit” unter der letzten Mitteilung Fragen stellen. Für alle die nicht dabei sein können, sollen oder wollen: Don’t worry! Ihr könnt Euch die Sendung im „Reload“ in Ruhe anschauen (was viele machen) und dazu die Weine genießen. Wer sich das Paket nicht leisten möchte, ist dennoch herzlich eingeladen zuzuschauen und mitzumachen. Es wird auf alle Fälle eine Menge Vinotainment und Information geboten.

Auf zum Höhenflug mit uns und Collective Z und natürlich mehr Spass im Glas,

Euer Hendrik

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