Wein am Limit - Hendrik Thoma
15.05.2013 - Folge 108

Die andere Seite

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2008 Château Mercier „Cuvée Prestige“
Famille Chety, Côtes de Bourg
Soulfaktor 4
10-20 Eur
2009 Château de la Grave „Caractere“
Famille Chety, Côtes de Bourg
Soulfaktor 5
10-20 Eur
2009 Château Fougas „Maldoror“
Famille Chety, Côtes de Bourg
Soulfaktor 5
10-20 Eur

Liebe WaLinauten,

die 4000 Hektar große Côte de Bourg, die kleine Schweiz, wie sie auch genannt wird, ist eine der ca. 50 Appellationen von Bordeaux, die sich in den 90er Jahren einen sehr guten Namen für bezahlbare und klassisch schmeckende Bordeaux gemacht hat. Francois Mitjaville vom St. Emilion Grand Cru Classé Weingut Tertré-Roteboeuf war einer der ersten Immigranten, die den Wert der hiesigen Weinberge auf dem rechten Flussufer der „La Gironde“ erkannten. Sein Wein, der Roc d’Cambes, ist einer der besten Werte von hier. Lange Zeit war die Côtes de Bourg im Hintertreffen im Vergleich mit anderen Gemeinden. Heute gehört sie zu den Aufsteigern.

An den Hängen der Côtes de Bourg gibt es Kalk und eisenhaltigen Lehm. Das Klima ist im Zusammenfluss der Dordogne und der Garonne –dem Bec d’Ambes- mild und die Region ist im Verhältnis zu anderen Appellationen, trotz der atlantischen Witterungseinflüsse, niederschlagsarm.

Auf der anderen Seite der „La Gironde“ liegt Margaux und das Haut-Médoc mit seinen Günzkiesbänken. Stilistisch haben diese Weine wenig mit den heute vorgestellten wenig gemeinsam. Auch im Rebsortenspiegel dominieren ganz andere Rebsorten auf dem linken Ufer, in erster Linie der Cabernet Sauvignon. An der Côtes de Bourg ist es der Merlot und in den letzten Jahren bekommt der Malbec mit seiner tintig würzigen Farbe mehr Bedeutung.

Hier formte sich eine der Keimzellen für Bio- und biodynamische Erzeuger bereits in den 90ern und mit Château Fougas habe ich einen der Vorreiter dieser Bewegung ausgesucht. Der „Maldoror“ mit 75% Merlot und 25% Cabernet Sauvignon wird nach biodynamischen Prinzipien bewirtschaft und ist ein ausgewogener, nach Zederholz und Cassis duftender Bordeaux, der noch mindestens eine Dekade vor sich hat. Vielleicht rutsche ich heute mit den Soul Punkten in der heutigen Folge insgesamt ein wenig zu hoch, aber er gefällt mir ausgesprochen gut. Wein ist auch Stimmungssache.

Ein klasse Wert stammt aus dem Keller der Familie Bassereau, denen das wunderbare Chateau de la Grave gehört. Der fruchtig, würzig schmeckende 2009er „Caractere“ mit 80% Merlot und 20% Cabernet Sauvignon in der Blend ist im Auftreten etwas prononcierter, direkter und sehr präzise hergestellt. Hier stimmen die Proportionen von Holzaroma, Säure, Frucht und Reife. So stelle ich mir einen gut gemachten, bezahlbaren Bordeaux mit Potential vor. 4-5 Soulpunkte. Klasse! Man schmeckt die Region und das atlantische Klima in ihm.

Die 2008er „Cuvée Prestige“ vom Chateau Mercier, gekeltert aus Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Malbec, stammt aus einem kleinen Jahr und ist auch etwas unterschätzt. Die Familie Chety keltert Weine in der 13. Generation. Dieser Wein ist bereits auf dem „Plateau de Maturité“ angekommen. Mit anderen Worten: er ist reif und sollte getrunken werden, obwohl auch er noch weitere Reserven hat. Er bringt schon jene erdigen, pfeffrigen Noten mit, die ihn so erkennbar „bordelais“ machen. Insgesamt ist er leichter als die beiden anderen, aber auch ein charmantes Tröpfchen zwischen 3-4 Soulpunkten.

Die Côtes de Bourg ist zwar eine der ganz alten Weinbaugemeinden in Bordeaux, aber vom Kopf und Ansinnen eine der innovativsten und frechsten. Das gefällt mir.

Mehr Spaß im Glas,

Euer Hendrik

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Kommentare

51 Kommentare zu “Folge 108 : Die andere Seite

  1. Danke!! Den Caractere hatte ich mir schon als Merker hinterlegt, konnte ich mich aber bisher nicht zur Bestellung durchringen. Melde mich dann mal, wenn er da ist!!

    1. Habe den 2009er „Caractere“ direkt bei http://www.internetoase.de bestellt. Kostet dort nur 8,90 EUR. Ist wirklich eine Klasse-Tropfen. Habe schon viele Bordeaux-Rotweine, die das 3-fache kosten probiert, aber noch nie einen so tollen Wein für so wenig Geld im Glas gehabt. Klasse Empfehlung von Hendrik Thoma!!!

  2. Wieder eine tolle Sendung mit super Tipps fürs Geld. Bin bisher ehrlich gesagt nicht richtig warm geworden mit Bordeaux, habe einiges probiert aber die Weine haben mich nie 100% vom Hocker gehauen. Vor allem auch in Sachen Preis-Leistung. Bordeaux ist für mich oft viel zu teuer für das was man dann im Glas hat. Sicherlich gibt es wie du in dieser Sendung ja eindrucksvoll bewiesen hast auch die andere Seite: Kleine, unbekannte Produzenten die für wenig Geld viel Wein in die Flasche füllen.
    Habe mir gleich den “Caractere” von Château de la Grave geordert. Für alle die auch interessiert sind, den Wein gibt es u.a. hier: http://inbarrique.de/frankreich/bordeaux/942/chateau-de-la-grave-caractere-cotes-de-bourg-rouge-2009

    Cheers
    Marc

    1. Verkostungsnotiz: “Das Finale besitzt eine ausgezeichnete Länge und vereinigt das Fruchtspiel und die Tischlereinoten mit ausgezeichneter Eleganz.” Da warte ich lieber mal bis Du was zu den Tischlereinoten schreibst. Dass sich die Tannine im Laufe der Jahre mit den roten Farbstoffen zu längeren Molekülketten verbinden und so milder werden las ich. Und das Holz? Ist mir unklar ob das auch ein wenig abgemildert wird? 😉

  3. Also Bordeaux find ich schon super. Das günstige B. schwer zu finden sind stimmt auch. Was ich mich frage ist, wie machen es Bordeauxwinzer, einen guten Rotwein aus dem Barrique zu diesem Preis anbieten zu können? Bei 9,50 EUR Endverbraucherpreis müßte der Preis, den der Weinhändler zahlt ja irgendwo bei max. 7,50 liegen. Wenn ich in Deutschland oder Österreich einen Barriquewein kauf, muß ich den Ausbau immer durch einen höheren Preis bezahlen.

    1. Der Preis des Weines hat mit den Herstellungskosten nicht immer vieles zu tun.
      Es sind viele andere Faktoren…
      (Herstellungskosten sind egal wo und wofür irgendwann begrenzt aber Endverbraucherpreise nie… 😉

      Vielleicht könntest du die Frage umgekehrt stellen : (also nicht “wie machen die Winzer…”) sondern : wie entsteht den Preis der “teuerer” Barrique Weine aus D. und Österreich ?

      1. Das stimmt. Ich glaube sowieso, dass speziell bei Pinot Noir die Preise in Deutschland langsam abheben. So verlangt z.B. Fürst für sein GG Hunsrück 85,– EUR die Flasche. Das gibt es aber auch bei vielen Blaufränkisch aus Österreich. Man will also preislich in der Liga Bourgogne und teures Bordeaux mitspielen. Wenn man dann noch die VDP-Bestrebungen sieht, Mindestpreise für Weine einführen zu wollen, ist es glaube ich bald mit den Zeiten für günstige Weine vorbei.

  4. Schöne Sendung, danke!

    Ich mag vor allem den Bezug zu drei Weinen aus einer Region, bzw einer Rebsorte aus einem Land!
    Dahingehend würde ich mir mal eine Sendung wünschen, die auf drei Spätburgunder aus Deutschland und auf drei Syrah von der Nord Rhone eingeht. Für mich persönlich extrem spannend! Den preislichen Rahmen gilt es dann natürlich abzustecken! Aber wenn dies bei Bordeaux Weinen möglich ist, sollte das auch bei den genannten Vorschlägen funktionieren.

    Weiter so und beste Grüße

    Christopher

  5. Hallo Henrik

    Schöner Beitrag, macht gerade Lust auf einen Cote de Bourg. Weiss evt. ein WAL Fan aus der Schweiz wo man die Weine in der Schweiz beziehen kann. Herr Google hat mir leider nicht geholfen 😉

    LG Pascal

  6. Hi Hendrik,
    früher dachte ich immer guter Bordeaux MUSS teuer sein, sonst bekommt man nur Schrott. Den Schrott bekommt man aber in der Regel beim Diskpunter. Im Fachhandel gibt guten Bordeaux zu guten Preisen. Eben mit 5 Soulpunkten. Gute Sendung. Danke.

    LG Reblaus1975

  7. Toller Beitrag, guter Bordeaux muss nicht immer teuer sein! Klar muss man ein wenig suchen aber das lohnt in der Regel. Wir im Saarland haben den Vorteil das Frankreich gleich um die Ecke ist, denn hier kann man auch mal ein Schnäppchen machen bzw. sind die Weine in der Regel immer etwas billiger als in Deutschland. Vom “Discounter-Bordeaux” halte ich nix, bis jetzt war das immer ein Reinfall. Den “Caractere” werde ich mal probieren,klang vielversprechend. Danke und bis bald.
    Grüße von der Saar….

  8. Ich gestehe dass ich Bordeaux beim Kauf meistens aus dem Weg gehe. Zum einen weil sie mir oft als sehr mächtig erscheinen und zum anderen weil ich glaube dass der mittlere Preis im Vergleich zur Qualität tendenziell überhöht ist. Verzichten muss man jedoch nicht, da Bordeaux ein beliebtes Gastgeschenk ist… Das ist wohl auch ein Grund warum es in der Breite so viele fette Brummer gibt.
    Für das selbe Geld kann man meiner Meinung nach viel spannendere Alternativen finden. Einen Timotheus zum Bleistift.
    Den Caractere werde ich aber vormerken.
    Die Folge war kompakt, knackig und informativ

  9. Habe deine Tipps zu Alltags-Bordeaux gerne angenommen. Sonntags den Cru und in de Woche den Bourg – lass ich mir gefallem;-)

  10. @praterralle : Ich glaube aber nicht, dass die super teuren Weine in Deutschland auf breiter Front funktionieren werden. Dazu ist hier einfach zu viel ‘billy billig’ Trumpf.

    Aber die Tendenz ist da, das ist (aus Verbrauchersicht leider..) so, hört man ja auch immer wieder von den Winzern, ja auch hier im Blog, als Hendrik letztes Jahr bei Kühling-Guillot war.
    Die Winzerin schwärmte ja davon, dass zu den Zeiten vor über 100 Jahren die deutschen Rieslinge die teuersten Weine der Welt waren, deutlich vor Margeaux, Lafitte & Co und da will man wieder hin (O-Ton..).
    Gefährlich wird es aus meiner Sicht aber erst, wenn das Ausland massiv deutsche Weine entdeckt und hier alles aufkauft. Das ist aber noch nicht der Fall.

    Damit kein falscher Eindruck ensteht : Ich gönne den Winzern, dass sie gutes Geld verdienen. Auch Flaschenpreise von um die 100€ für aussergewöhnliche Weine sind OK. Ich muss diesen Wein ja nicht kaufen. Aber eine Entwicklung wie im Burgund, wo die einfachen bzw.- Gutsweine schon jew. um die 15 € und Villages-Qualitäten um 30€ kosten, muss ich in Deutschland nicht haben.

    1. @Gobenn71 “Gefährlich wird es aus meiner Sicht aber erst, wenn das Ausland massiv deutsche Weine entdeckt und hier alles aufkauft. Das ist aber noch nicht der Fall.”

      Keine Bange – deutscher Wein schmeckt dort nicht! 😉
      [http://www.captaincork.com/Weine/die-grosse-wein-umfrage-2013-ergebnisse?Seite=2]
      “Dass speziell Franzosen, Italiener und Spanier kaum deutschen Wein nachfragen, kann ich verstehen. Habt Ihr mal die deutschen Weine auf französischen Weinkarten gesehen? Kein Wunder!”

      1. Ah Rainer… Die wichtige Märkte für deutsche Weine sind nicht Frankreich, Spanien oder Italien sondern die USA/Canada, UK, Skandinavien, Niederlande, Osteuropa oder Asien u.a., wo die Nachfrage steigt, und die deutsche Weingüter viel Marktanteile gewonnen haben. Und natürlich Deutschland (weil den Weinkonsum steigt und die Kaufkraft stark ist).
        Also, den Artikel find ich polemisch (es sollte über eine Umfrage über den Weinkonsum im Restaurant sein, nicht nochmal etwas, um den national Stolz zu stimulieren) und undokumentiert (wieviele Gäste aus den 3 Länder ? Was haben sie gegessen ? Warum haben sie sich für den oder den anderen Wein entschieden ? -> die wichtigste Fragen u.a.).
        In Wirklichkeit wird den deutschen Wein im Ausland und im Inland immer mehr getrunken. Und diese Besessenheit deutscher Verbrauchern mit ihrem eigenen nationalen Wein wird irgendwann nicht mehr gesund. Locker locker : “ihr” habt gute Weine und “ihr” verkauft immer mehr (ja deswegen werden die Preise steigen, aber man kann nicht alles haben, oder ?) 😉

      2. @Ad.sterix Ja, bei CC geht es anders zu als wenn die barmherzigen Schwestern von der Caritas Suppe austeilen. 😉 Immerhin wurden 135 Restaurant-Chefs deutschlandweit zum Bestellverhalten von Männer, Frauen, In- und Ausländern befragt. Warum sollten die lügen? Die Balkendiagramme zeigen eine überraschende Auskunftsfreudigkeit bei den Restaurant-Inhabern:
        [http://www.captaincork.com/sites/default/files/Captain-Cork-Umfrage.pdf]
        Männer unter sich bestellen ohnehin eher Bier als Wein, heißt es da, das dachte ich mir schon, Durst wird durch Bier erst schön. 😀

      3. @Rainer : es geht nicht um “lügen” sondern um ein Zahl -70%- zu benutzen, um einem provokative Titel zu schreiben, für ein Artikel, der über was anderes spricht ! (also = die Populismus Seile ziehen).
        Und natürlich die Kommentare (dein Zitat kommt aus einem Kommentar sondern nicht aus dem Artikel selbst…) des Artikels sind nur über des Thema des Titels, nicht des Artikels… (Populismus funktioniert!).
        Dazu aus diesem Zahl -70%- sollte man nix vieles behaupten, wenn man nicht weiss wieviel Leute ?, was sie gegessen haben ?, oder wenn man sie nicht gefragt habt warum sie haben sich für diesen Wein entschieden (vielleicht kennen sie es. Vielleicht ist er preiswerter oder schwierig zu finden?). Dazu die Umfrage (1ste Diashow) zeigt Antworten auf eine Frage, ich hatte aber vorher verstanden es waren statistiche Ergebnisse Weinbestellungen im Restaurant (oder ist es die Restaurantinhaber, die geantwortet haben?). Relativ unklar …
        Aber alles sehr unwichtig 😉 Jetzt werde ich mein Albariño öffnen ! Cheers !

      4. @Ad.sterix Es sind immer die Wirte/Sommeliers gemeint, darauf beziehen sich die von Dir zitierten 70%. 70% von 135 befragten Restaurants, das sind dann aufgerundet 95 Wirte/Sommeliers die sowohl meinen beobachtet zu haben, dass ausländische Gäste keinen deutschen Wein bestellen und ebenfalls 95 Wirte/Sommeliers meinen, dass Frauen offene Weine, Hauswein oder billige Flaschen bestellen.

        Lies es bitte selbst nach, das was geschrieben wurde bezieht sich nur auf eine Menge von 135 Restaurants. Nirgendwo wird behauptet, dass diese 135 Restaurants repräsentativ für die Gesamtheit aller gastronomischen Betriebe seien. Auch zur Auswahl welche Restaurants befragt wurden ist etwas zu lesen, 5 werden sogar namentlich genannt.

        Die Leserkommentare halte ich für beachtenswert, da dort unmittelbar Mitarbeiter der Redaktion an der Diskussion teilnehmen.

    2. @gobenn71
      In breiten Masse nicht, aber an der Spitze ist immer Platz! Wenn man bedenkt, dass die Spitzenweine der Elite meist vor den Gutsweinen ausverkauft sind, zeigt mir, dass da in Deutschland sehr wohl ein Bewusstsein und eine (An)Erkennung großer Qualität vorhanden ist, wenn man die Prestige-Käufer abzieht…

  11. Na geht doch! Ein bezahlbarer “Alltags-Bordeaux” mit 5 Soul-Punkten! Jetzt noch ein Live-Paket mit solchen Weinen und ich bin auch da wieder dabei.

  12. Folgende Bordeaux-Rotweine hab ich mir vor ein paar Jahren mal in einem Webshop gekauft, war ein Schnäppchen weil der Händler jeweils nur im 6er Karton anbot. Kennt vielleicht jemand zufällig diese Weine und kann dazu was sagen? Soeben ergoogelt hab ich, dass der Flaschenpreis zwischen 5 und 10 EUR liegt, also durchaus günstig. Die Weine hatten mir unterschiedlich gut geschmeckt, weggekippt hab ich jedenfalls keinen, waren für mich alle mit Genuss trinkbar.

    Les Trois Colonnes
    Chateau Haut Peyruguet, Bordeaux A.C.
    Chateau Le Tuquet, Bergerac A.C.
    Bordeaux Fort Loubet

    1. Die kenn ich nicht. Aber Rainer eine Frage hätte ich. Ich bin grad dabei bei Meierer/Mosel zu bestellen und hab mitbekommen, dass Du dort schon bestellt hast. Welche hast denn Du von der Weinliste probiert und welche davon würdest Du empfehlen?

      1. @Praterralle Muss ne Verwechslung sein – Meierer [https://weinamlimit.de/2012/08/28/47-folge-das-schieferfruehstueck/]
        war hier bei WaL mit 2 sehr gut bewerteten Weinen dabei. Ich hab den noch nicht probiert, Clemens Buschs Weinkarton steht immer noch ungeöffnet bei mir rum, Knebels Lidda hab ich erst nicht gemocht und dann doch nachbestellt, mein Stammwinzer an der Mosel ist der hier [http://www.vinorellum.de/] seinen Liter-Riesling, halbtrocken trinke ich sehr gerne, bestelle schon seit einigen Jahren bei ihm und wurde noch nicht enttäuscht, mir schmecken fast alle seiner Weine, bin nur empfindlich wenn wider Erwarten sich da vereinzelt auch mal die mir unangenehme Petrolnote zeigt.
        Letzte Woche kam 1 Flasche 2007er Kabinett Joh. Jos. Prüm bei mir an – Wehlener Sonnenuhr – ist für mich fast untrinkbar – für meinen Geschmack zu süß und die Reifungsnote, Firn- oder Petrolnote ist nicht mein Freund – die Flasche ist erst halbleer – das wird sicher eine einmalige Bestellung bleiben. 😉

      2. @Praterralle: ich hatte mir bei Matthias Meierer nach der damaligen WaL-Folge ein Probepaket der trockenen Rieslinge bestellt, die waren alle das probieren wert, vom 5 € – Einsteiger bis zum Alte Reben. Was dir am besten gefällt ist dann Geschmackssache.

      3. @Werner: Da ich mit Dir verwechselt wurde bin ich nun auch neugierig. Wie oft hast Du nach dem Genuss des Probepaketes nachbestellt? Welche Weine waren das dann? 🙂

      4. @Rainer: da mein Keller noch gut gefüllt ist hab ich bisher noch nicht nachgeordert. Die Rieslinge waren aber alle überzeugend, vor allem der Einsteiger ist in der 5 € – Kategorie ein Volltreffer, da kommen viele höherpreisige nicht mit. Wenn ich das nächste mal in Mosel-Nähe bin werde ich nochmal vor-Ort verkosten und einen Vorrat mitnehmen.

      5. @Werner. Verstehe, manchen Wein beschnuppere ich nur kurz, anderen bleibe ich treu. 😉
        Hab neulich einen ganz unscheinbar und unauffällig daherkommenden Moselwein 2x gekauft, wie gesagt nichts Besonderes – aber mir war eben danach noch mal 6 Flaschen davon zu haben. Das Zeug nennt sich “Riesling 2004 Greiveldenger Hütte Premier Cru Luxembourg Beck”.
        Erstaunlich, dass ich da keine Petrolfahne wie an einer von der Sonne im Hochsommer bestrahlten Tankstelle finde. Derzeit trinke ich den sehr gerne, demnächst wird es was anderes sein. Es gibt unglaublich viele Probierpakete. Der Würtz schwärmt heute von Robert Weil – sein früherer Arbeitgeber, beeindruckende Webseite mit vielen Infos. Wirkt auf mich alles sehr solide und aufgeräumt, aber auch langweilig. Egal, vielleicht sollte ich den auch mal probieren?

      6. @Rainer: witzig dass den “Exoten” noch jemand kennt – vom Riesling Greiveldenger Hütte Premier Cru Luxembourg Beck hatte ich vor ca. 3 oder 4 Jahren mal eine Kiste 2003er. Die ersten 2 Flaschen hatte ich gleich und gerne getrunken, den Rest dann gut ein Jahr lang übersehen und dann war es irgendwie gar nicht mehr meine Sache.

      7. @Werner. Unstrukturiertes, zufälliges Wissen zu sammeln macht mir eben Spaß. ;o) Jedenfalls solange bis ich Dank Hendriks Hilfe mehr Durchblich gewinne. Hab soeben viel Spaß an diesem themenverwandten Test gehabt, [http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/genuss/quiz-was-bitte-ist-ein-loeffelgericht-12183621.html]
        mit dem o.g. Ergebnis – zufälliges, unstrukturiertes Wissen – klingt erstmal niederschmetternd – spornt andereseits aber an die nicht gewussten richtigen Antworten zur Kenntnis zu nehmen. 🙂

      8. Vielleicht war ich gemeint? Ich bestelle da öfter. Ich habe den 2011er “Kestener Paulinsberg” (ist wohl ausverkauft) und die 2011er “Alten Reben” bestellt. Aktuell habe ich grade 2012er “Kestener” und “Kestener Paulinsberg” eingelagert.
        Der “Paulinsberg” ist ein sehr klarer, knackiger, mineralischer Tropfen mit angenehmer Säure, der Kestener ist die minimal “einfachere” Variante. Die “Alten Reben” haben etwas mehr Schmelz, wirken gereifter und etwas gehaltvoller. Der “Paulinsberg” ist mein Favorit zu Jakobsmuscheln..das geht im Mund echt ab!

  13. Auf diese Aussage, bzw. Bestätigung meines Eindrucks hab ich gewartet – soeben bei CC aufgeschnappt:

    “Pinot tu man sich nicht an
    …was sich bei manchem Bordeaux schnell einstellt, kann beim Burgunder auf sich warten lassen. Das Entzücken.”

    Den mir wahrscheinlich am besten schmeckenden Pinot Noir hatte ich auf Anhieb im Burgund vermutet, musste Dank Hendriks Tipps aber für mich herausfinden, der NZ-PN im vorletzten Verkostungspaket hat mir am meisten Spaß gemacht. Nicht der Schwarzwälder Liter-Salwey, nicht der mit viel Herzblut gemachte rare Gräfenhauser Spätburgunder und auch nicht der von 2 charmanten Damen (Agnes Paquet und Nathalie Tollot) in der Bourgogne.

  14. Perfekt, endlich mal wieder Bordeaux. Nach wie vor eines der interessantesten, wenn nicht sogar das interessanteste Weinbaugebiet der Welt. Super Folge ! Macht richtig Spaß

  15. Hallo Hendrik,

    einfach mal wieder eine “klassische” und für mich sehr kurzweilige und informative Folge. Das gefällt mir an WAL. Hab mir gleich etwas vom Chateau de la Grave Caractere bestellt. Bin mal gespannt.

    LG
    Tobias

  16. Naja, ich sehe es teilweise auch wie Du. Eine Trockenbeerenauslese ist ein extrem besonderer Wein, mit hohem Risiko bei der Herstellung und geringen Mengen. Dies muß seinen Preis haben. Bei den Preisen, die von der Winzerin angesprochen wurden, wurde aber nicht gesagt, welche Art von deutschem Wein hier gemeint war. Außerdem haben Lafite etc. ihre Preisexplosion erst nach dem Zweiten Weltkrieg gehabt. Ziel einer Winzerin sollte eigentlich sein, den besten und nicht den teuersten Wein zu produzieren.

  17. Dann schlage ich hiermit mal vor den Caractere in das nächste LiveStream-Paket zu packen. Hört sich nach einem Wein an der es wert ist getestet zu werden – und diejenigen die beim letzten Mal nicht dabei waren weil 50 € für zwei Flaschen die persönliche Schmerzgrenze überschritten hatte könnten dann problemlos auch dabei sein.

  18. @Hendrik:
    Guter Ansatz, bezahlbare B. mit Spassfaktor zu suchen…
    Leider ist der klassische B. nur noch selten zu finden: glänzte dieser einst durch seine komplexe kompromisslos trockene kräuterige aber niemals zu fruchtige gerbstoffbetonte aber immer transparente und dabei ziegelrote/granatrote Robe, zeigen sich 95% der heutigen Gewächse schwer, breit, dunkel, unpräzise, fruchtig, violett und alkohollastig. Der klassische B. wie es ihn bis vor ca. 15 Jahren noch gab, tänzelte fast so elegant auf der Zunge wie ein Burgunder. Auch ein G C C hatte immer zw. 12 und 12,5% Vol. Alk., heute fast undenkbar….mit Parker und den flying Winemakers ging es für meinen Geschmack stetig bergab, dennoch, eine Umkehr (nicht nur im B.) hat seinen Beginn genommen..der burgundische Stil ist zurück! Er wird in nunmehr fast allen Nationen ernst genommen und teilweise kopiert, zumindest was das Säuremanagement (pH-Wert, Extrakt und Farbgebung) angeht. Weine, die mir schmecken, kann man durchgucken, egal welche Farbe die Traube hatte, und weiter sollte ein anregender RotWein, der Speisen aufs Beste begleitet, aus meiner Sicht keine blauen Farbabteile haben. Ales eine Frage der Weinbereitung und damit der Zielstilistik, die ein Winzer vor sich hat. Vieles, was die alte Welt zu bieten hatte und groß und berühmt gemacht hat, ist heute leider vergessen, hat keinen Wert mehr, oder ist unbekannt bzw. wird nicht geschätzt. Bei Wein, war früher vieles besser. Was für Automobile gilt, gilt für Wein leider nicht, und für Wein aus dem Bodeaux erst recht nicht.
    Salute.

  19. @praterralle : Ich greife Deinen Post zum Weingut Meierer noch mal auf : habe mir auch ein Probepaket damals nach der Sendung bestellt.
    Am besten gefallen haben mir der 2011’er Paulinsberg Trocken und der Kestener Paulinshofberg halbtrocken!
    Beides für 6,90 PLV-Granaten. Ich konnte beim trockenen Paulinsberg trocken keinen wirklichen Qualitätsunterschied zum 3 € teureren ‘Alte Reben’ erkennen, der aber auch ein guter Wein war. Aber für 6,90 habe ich selten einen besseren Riesling getrunken, insb. tolle Mineralik für diese Preisklasse und für meinen Geschmack deutlich besser als der ‘Kestener trocken’.
    Auch die halbtrockene Variante Paulinshofberg sagte mir sehr zu, der steckt für 2012 aber noch in der Gährung…
    Der ‘Orange Wine’-Riesling WTF war in jedem Fall noch eine interessante Erfahrung.

    1. Habe den Charactère auch von Silkes Weinkeller bezogen. Kann ich nur empfehlen, Preis gut, Lieferung problemlos. Der Wein macht richtig viel Spaß. Atlantik in der Flasche, zu dem Preis – der Hammer!!! Hendrik, Dein Tipp war Gold wert!

  20. Hab den Wein auch getrunken und war auch positiv überrascht, allerdings wäre ich eher bei 4 als bei 5 Soulpunkten nach meiner Wertung aber Hendrik du sagtest ja schon im Video das er bei dir ebenfalls so mitten drin steht.
    Der Wein macht auf jeden Fall Laune, ist in meinen Augen etwas moderner gemacht und hat seinen Fokus (zumindest zur Zeit) eher auf der Frucht. Wie Hendrik im Video ebenfalls schon erwähnt hat relativ starkes Tannin. Für das Geld sicherlich eine Top-Empfehlung!

    Es grüßt des Direttores neuer Consigliere 🙂

  21. So, nun habe ich nach 2,5 Jahren die erste Flasche aufgemacht, irgendwie ist die Charge in meinem (nicht all zu großen) Weinkeller untergegangen. Toller Wein, ich hab erst einmal nachsuchen müssen, was ich damals bezahlt habe, 7,95! Der Wein geht locker für viel mehr durch. Nun habe ich kein Vergleich, aber der Wein hat eine wirklich seidige Textur, ist rund am Gaumen und sehr fruchtig. Hat das Holz komplett abgelegt und ich würde sagen, auf der Höhe seiner Entwicklung. Na dann trink ich die Flaschen mal die nächsten Wochen. Danke Hendrik.
    Katalog ist auch angekommen 😉
    Liebe Grüße, Sirko

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