Wein am Limit - Hendrik Thoma
04.10.2013 - Folge 138

Die Praktikantin

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2011 Syrah d’Ogier
Stephane Ogier, Vin de Pays de Collines Rhodaniennes
Soulfaktor 3
0-10 Eur
2012 Côtes du Rhône
Clos du Caillou, Rhône
Soulfaktor 3
0-10 Eur

Liebe Walinauten,

das Château de Beaucastel ist ein alteingesessener Familienbetrieb in der Appellation Châteauneuf-du-Pâpe im südlichen Rhônetal.

Hier wachsen uralte Reben der Sorten Mourvédre, Syrah und Grenache uv.m. . Ich bin heute zu Gast im Verkostungzimmer auf Beaucastel mit „Cellar-Rat“ Kathie Wagner, die z.Z. ein Praktikum auf diesem berühmten Weingut macht. Sie selbst stammt aus einer Salzburger Weinhändlerfamilie und wir kennen uns durch ihre Arbeit in der Wiener Agentur „Wine & Partners“. Kathie hat sich mit diesem Praktikum einen kleinen Traum erfüllt.

Für die Verkostung mit Ihr habe ich zwei Weine aus einem Weingeschäft in Avignon besorgt. Beides vertraute Namen und zu einem attraktiven Preis.

Stéphane Ogier gehört zu den jungen Wilden der Nordrhône und baut auf den steilen Hängen der Côte-Rôtie bei Lyon die Sorte Syrah an. Ich finde es immer spannend, auf welchem Niveau Spitzenwinzer ihren Einstiegswein präsentieren. Dieser köstliche würzige Wein ist „State of the Art“ für einen Syrah von der Nordrhône. Im Aroma finden sich dunkle Beeren, Holunder, schwarze Oliven, Lakritz und Espresso. Der Geschmack bietet eine schöne Säure und knackige Gerbstoffe. Kein schwerer, aber sehr ansprechender authentischer Stoff den ich fast bei vier Soulpunkten sehe. Klasse zu Lamm, Taube oder Schmorgerichten.

Die Trauben für den 2012 Côtes-du-Rhône von Clos du Caillou stammen aus der viel berühmteren Gemarkung Châteauneuf-du-Pape und dieses Weingut ist einer der Topnamen. Für mich kann ein Côtes-du-Rhône zu den besten Werten von Frankreich’s Weingärten gehören. Hier gibt es alte Rebstöcke, warmes Klima und sandig oder kieselige Böden die einen wunderbar fruchtigen Stil ergeben. Der 2012er Clos du Caillou ist noch sehr jugendlich, hat aber eine charmante rotfruchtige Nase mit einem Strauss von roten Johannisbeeren, Sauerkirschen und Kräutern. Sehr angenehm ist, dass er kein störendes Holzaroma (Barrique) hat und von einer schönen Frucht getragen wird. Im Geschmack wird er noch zulegen.

Ein köstlicher Allrounder der auch ein paar weitere Jahre lagern kann. In zwei bis drei Jahren wird er wohl perfekt sein und zu dem Preis ist das ein echtes „Sonderangebot“.

Viele Grüße,
Euer Hendrik

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Kommentare

17 Kommentare zu “Folge 138 : Die Praktikantin

  1. Nette Folge mit einem wunderbar sympathischen Gast, die Weine klingen interessant. Die nördliche Rhone ist eh ein Thema für das ich mich sehr interessiere allerdings noch kaum Erfahrung habe. Ich denke für den Anfang ist der Stoff von Stephane Ogier genau das Richtige.

    Thx and keep on the good work!
    Cheers
    Der Consigliere

  2. War das „Muppet Movie“ in einer geschwedeten Version? 🙂
    Aber immerhin, blutjung, blutig, fleischig, fruchtig – besser hätte ich es auch nicht gekonnt – …

    Es ist schwer witzig zu sein, auch das hier wird nicht jedermanns Geschmack sein:
    [http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=AhSGziCSsf4]
    Trotzdem, ich musste jetzt lachen – ich bin begeistert. 😉

  3. Schöne, kurzweilige Folge. Mit einem echten Gast! Denn dieses Mal hast Du ja tatsächlich eingeladen und auch noch die Weine bezahlt! 😉
    Und mal wieder günstigere Weine für den Alltag. Die teureren Weine sammeln sich bei mir meist im “Keller” und werden doch nicht getrunken. Zumindest bis jetzt.
    Hat Spaß und Lust auf die Weine gemacht, weil die Beschreibung mehr im Fokus war. Sehr schön. Werde mich mal auf die Suche machen. Gern mehr davon.

    Viele Grüße,
    Frank

  4. mir war die region auch nicht so geläufig und so habe ich anfang des jahres drei verschiedene weine von der nördl. rhone geordert. allesamt zw. 10-20€. im nachhinein waren alle, die sie probierten überrascht, auf welch tollem niveau die weine lagen, wie gut das preis-leistungsverhältnis war und da uns alle weine schmeckten, fragten wir uns wirklich, ob das ein dreifacher glückstreffer war oder die region wirklich derart viel potential hat.

    eine sehr schöne folge und auch wenn mir die letzten mit den teureren kammeraden auch gefielen, so finde ich es einfach spannender gute weine unter 20€ zu finden, da es im vergleich dazu einfach easy ist einen guten (preis-leistung mal außen vor) ab 50€ zu finden. wobei das dazulernen dank leuten wie steve smith natürlich auch sehr reizvoll ist.

    die mischung macht’s – ergo, weiter so!!!

  5. Ich wäre ohnehin mal für eine größere Nordrhone-Verkostung. Nicht unbedingt die super teuren Hermitage, aber Crozes Hermitage, St. Joseph & co wären doch mal ein interessantes Thema.

  6. Fröhliche Folge. Kathi, neuer Fernsehstar.
    Nur das mit den Pflaumen im Blaufränkisch… Nix da. Guter BF – ohne Cab oder Merlot riecht nach Brombeeren.

    1. Meiner Meinung nach sollte man sich nicht zwangshaft drauf fixieren, dass bestimmte Weine nach einer ganz bestimmten Frucht riechen müssen wenn sie wirklich “gut” sein sollen. Ich finde, dass auch dies zu diesem “Schachteldenken” zählt, welches teilweise für die oftmals uniforme Stilistik verantwortlich ist. Man sollte nicht vorgeben wie ein bestimmter Wein sein muss, damit er “gut” ist, denn die selbe Rebsorte kann es auf verschiedene Arten sein. Man könnte allenfalls von “typisch” sprechen, aber dies ist ja wieder von der Herkunft abhängig; in BF-Weinen aus der Neckenmarkter-Gegend beispielsweise, kann man meiner Meinung nach durchaus eine süß-säuerliche, an Pflaumen erinnernde Aromatik finden, während bsp. Golser BF oft mehr in die genannte Brombeer-Frucht geht. Allerdings hat das noch wenig mit wirkicher Typizität zu tun, denn diese basiert auf weit mehr als nur auf der Frucht!

  7. Sehr unterhaltsame Folge mit nettem Gast. Wenn du aber schon bei der Familie Perrin bist, wäre eine Beaucastel -Folge eigentlich Pflicht. Wobei dann direkt die Preisdiskussion wieder entfacht wird. Ich oute mich daher einfach mal als Beaucastel- und Clos de Papes-Trinker. Vielleicht mal den weißen der breiten WaL-Fanbase vorstellen?

    So, Kommentarpflicht erfüllt 😉

  8. Also Hendrik ich muß sagen, Honi soit qui mal y pense. Nach nicht so sehr ansprechenden Folgen ist Dir mal wieder der große Wurf gelungen. Frauen wie diese bringen uns Piefke dazu in das wilde Schluchtistan zu gehen. Esprit, Weinkenntnis, Charme und eine Attraktivität, welche die Deiner bisherigen Gäste bei weitem übersteigt, auch ohne ihre Telefonnummer zu nennen. Weine, die für den Alltag ein Optimum bieten, aus einem Gebiet, daß noch nicht im Focus der Preistreiber steht, mit einer Tradition, die bis zu den Römern zurückgeht. Iregendwie ist die Rhone einfach immer noch fränkisch. Santé, der Beitrag war ein Genuß.

  9. Flotte Sendung mit charmantem Gast. Da vergisst man fast den Wein…Apropos: Ogier macht fantastische Syrahs, wobei ich Jahrgang 2010 deutlich besser finde als den 2011er. Der La Rosine von Ogier ist übrigens mein PLV Favorit (knapp unter 20 und schon recht nah am deutl. teureren Cotes Rotie). A bientot, j´espere!

  10. Hallo Zusammen!

    Ich brauch einen Tipp für ein gutes Standardwerk zu Österreich! Ein allgemeines Sachbuch über Anbaugebiete, Winzer, Rebsorten, …
    Hat da jemand einen guten Vorschlag?

    Coole Praktikantin übrigens,

    Jean Marcel

  11. Sehr schöne Folge … und endlich erwähnt mal wer das “Blut”, dass ich grade bei vielen CdR immer in der Nase habe 😉

  12. Hallo Hendrik, schöne Folge. Und im Sinne der deutsch-österreichischen Völkerverständigung habt Ihr dann nach Wein 1 das Glas getauscht. Alter Hütchenspielertrick.
    Viele Grüße, Carsten

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