Wein am Limit - Hendrik Thoma
29.02.2012 - Folge 5

Vom roten Riesling und Gisbert zu Knyphausen unplugged!

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2010 Roter Riesling
Knyphausen, Rheingau
Soulfaktor 4
10-20 Eur

Gisbert zu Knyphausen ist ein großartiger Musiker, von dem wir bestimmt noch sehr, sehr viel hören werden. Seine Stücke sind wie Poesie: melancholisch, nachdenklich aber immer mit Tiefgang und Komplexität, genau wie ich es bei gutem Wein schätze. Diese Musik, die mich sehr berührt, habe ich durch einen Facebook-Freund kennen und schätzen gelernt. Doch was die wenigsten wissen ist, dass Gisbert zu einer der ganz alten Winzerdynastien in Deutschland gehört. Nämlich zu den Baronen von Inn- und Knyphausen. Das Weingut liegt im ganz klassischen deutschen Rieslingland, dem Rheingau. Für mich war es eine tolle Gelegenheit, ihn bei Wein am Limit zu seinem Verhältnis zum guten Rebensaft zu befragen. Ich empfehle, das Video bis zum Schluss zu schauen, denn am Ende stellt Gisbert sein musikalisches Können unter Beweis.

Da beim ersten Anlauf die Kamera nicht scharf gestellt wurde, mussten wir einen zweiten Termin vereinbaren. Künstlerpech und -glück. Denn da uns beim ersten Dreh insbesondere ein Wein aufgefallen war, haben wir uns danach entschlossen, euch nur diesen zu präsentieren. Es handelt sich um eine alte Rebsorte, die vor über 140 Jahren in Deutschland wesentlich mehr Bedeutung hatte: den roten Riesling. Es ist eine qualitativ sehr hochwertige Sorte die, wie es der Name schon sagt, rötlich gefärbt ist. Demnach ist der Saft beim Pressen etwas dunkler als beim heute überall bekannten weißen Riesling. Auch geschmacklich unterscheidet sie sich von ihrem Vetter. Ich empfinde es so: kerniger, markanter und am Gaumen etwas cremiger und fülliger (wärmer). Früher war der rote Riesling ein wichtiger Bestandteil des „gemischten Satzes“, bis sie und diese Methode in Vergessenheit gerieten. Das heißt, sie wurde mit vielen andern Rebsorten im Weinberg gepflanzt und wurde zur gleichen Zeit gelesen und gekeltert. Der Vorteil war, dass man auf diese Art und Weise besser Jahrgangsunterschiede ausgleichen konnte. Mal war die eine Rebsorte besser, ein anderes Mal eben eine andere. Heute spielen wieder viele Winzer vermehrt mit dem Gedanken des „gemischten Satzes“. Ich finde es großartig, dass die Knyphausens diese vielversprechende alte Traditionsrebsorte wieder ins Sortiment aufgenommen hat.

Am besten fahrt Ihr am 15. Juli 2012 auf das jährliche Hoffest im Rheingau und genießt die großartige Musik und den köstlichen Wein direkt vor Ort.

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Kommentare

33 Kommentare zu “Folge 5 : Vom roten Riesling und Gisbert zu Knyphausen unplugged!

  1. Lebes Wein am Limit,

    ” …
    Mir fehlen die Worte, ich
    Hab’ die Worte nicht,
    Dir zu sagen was ich fühl’.
    Ich bin ohne Worte, ich
    Finde die Worte nicht.
    Ich hab keine Worte für dich.
    …”

  2. Roten Riesling kannte ich noch nicht … Will ich aber bald kennenlernen. Danke für diese Anregung!
    Immerhin aber kenne ich KÄTHE bereits. Wer sie noch nicht kennt, möge hier reinschauen:

  3. Tolle Sendung Hendrik,
    roten Riesling kannte ich bisher auch nicht und dachte eigentlich, daß der Elbling die älteste Rebsorte sei.

    1. Das stimmt Albalonga oder Elbling ist die älteste Rebsorte. Die bis zu den Römern zurückreicht. Riesling lässt sich bin in’s 8. Jahrhundert zurück verfolgen.

  4. Hallo,
    zum Geschichtsprofessor hats bisher nicht gereicht, aber vielleicht reicht auch ein Geschichtslehrer…
    Der Rheingau gehörte zum Kurfürstentum Mainz, das vom Mainzer Erzbischof bis 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) regiert wurde. Es gab wenige freie Reichsstädte in der Region, außer Frankfurt und Gelnhausen, die aber nun nicht so richtig im Rheingau liegen. Reichsstädte waren nur dem Kaiser Untertan. (Deswegen waren sie relativ unabhängig.) Darum kann man nicht so sagen, dass die Region als besonders frei zu bezeichnen ist. Immerhin war der Landesherr ein geistlicher Herrscher, der natürlich seine Rechte in der Region wahren wollte.
    Soviel zur kleinen Geschichtsstunde 😉

    1. Mir ist grad eingefallen,dass später zur Zeit der Revolutionskriege die kurzlebige Mainzer Republik ausgerufen wurde,die die Ideale der frz.Revolution brachte.Dies war aber 1793 und nicht im Mittelalter. Aber ich freue mich jetzt auch wieder auf den Donnerstagabend mit einem Glas Wein und Hendrik.

  5. Ein nicht ganz unbekannter Master-Sommelier würde hier wohl sagen: “Ganz großes Kino”. Toller Wein, interessanter Gast (den ich bisher nicht kannte) und überraschend gute Musik. Hoffe Dir gehen so schnell nicht die Ideen für Deinen Blog aus.

  6. Hm. Ich möchte dem Gast nicht zu nahe treten, aber mir scheint er keine Ahnung von Wein zu haben. Sein Bruder oder Vater wären m.E. interessanter gewesen!

    Vinophile Grüße

    Diollysos

    1. Nun, das hat er nicht behauptet. Im Gegenteil: ich schätze Gisbert als grossartigen Musiker, der auch guten Wein schätzt. Mir geht es auch um die Atmo und Leidenschaft in diesem Video! Danke. Euer Hendrik

      1. Das ist mir klar. Ich wollte bloß zum Ausdruck bringen, dass ich diese Videos, sprich mit Fachleuten, präferiere.

        Natürlich ist er ein sehr sympathischer Kerl, so jedenfalls gewinnt man den Eindruck, sicherlich schätzt er auch den guten Wein, aber ich lerne eben gerne dazu. Hierzu sollten durchaus Gespräche über Böden, Klimaverhältnisse, Kellermethoden etc. gehören. Und hierbei kann durchaus auch einiges an Leidenschaft einfließen, bzw. gelebt werden!

        Es soll ja Videos geben, die darauf setzen, wie Wein im Schnee schmeckt, wie man einen Wein ausschenkt etc. Das brauche ich aber nicht.

        Vinophile Grüße

        Diollysos

  7. @ diollysos:
    Ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Vielmehr vermute ich, dass es es einfach nicht seine Art ist, im üblichen Fachjargon allzuviele Worte über ein Glas Wein zu verlieren. Mir sind die Beiträge in denen Hendrik sich mit Winzern etc. vorrangig über Wein unterhält auch sehr wichtig. Allerdings finde ich das Video mit Gisbert wirklich auch sehr gelungen weil hier einfach Atmosphäre rüberkommt und das finde ich total sympathisch. Außerdem kannte ich persönlich den roten Riesling auch noch nicht. Sprich – auch noch etwas zum Thema Wein erfahren. 🙂

    1. Eben. Mir auch, nichts anderes wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Es soll ja andere Videoblogs geben, die sich völlig von Informationen entfernt haben, entsprechend könnte man hier klar Kontraste setzen und sich damit absetzen. Um nur nett zu plaudern, bedarf es nicht der Kenntnisse eines Fachmanns, das kann jeder.

      Zudem: Über den roten Riesling hätte man deutlich mehr informieren können, das kam ein wenig kurz.

      Vinophile Grüße

      Diollysos

  8. Hallo Hendrik,
    auch ich habe endlich deinen neuen Wein-Blog entdeckt und mir erst mal alle Folgen angesehen – tolle Sendungen – freue mich schon auf die nächsten.

    Viele Grüße aus Elmshorn
    Harry K.

  9. Bravo! einfach nur Bravo zu diesem Blog! Hendrik, ich bin so begeistert! Das hatte alles, authentische Menschen, Emotion, unglaublich ausdrucksstarke Musik! Leidenschaft! So lebt man Wein!!!

  10. Und wieder ein interessantes Gespräch, roten Riesling hatte ich noch nicht und werde ich aber jetzt mal probieren. Die Musik von Knyphausen ist zwar nicht meins, aber glücklicherweise kann beim Wein wie bei der Musik jeder das finden was ihm gefällt 🙂 . Cäthe ist für mich schon hörenswerter….

  11. sehr interessant die stelle ab 2:20 min.: er spielt gern mit dem publikum!? ich schätze gisbert als musiker auch sehr, er ist echt wunderbar aber man könnte auch sagen: liebe fans bitte behelligt gisbert auf der bühne mit garnichts denn er braucht dort seine ruhe! 😉

    nichts desto trotz großartiger musiker… es gibt keinen vergleichbaren zu dieser zeit! <3

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