Wein am Limit - Hendrik Thoma

Beiträge zum Thema "Weißwein"

19.05.2019 - Folge 387

Grausam, Spontan und Grandios - Ludovic Engelvin

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Moin moin, liebe Walinauten,

zu den ganz stillen, leisen Vertretern in unserem Portfolio gehört Ludovic Engelvin aus Nimes im nördlichen Languedoc. Dabei genießt er international einen Ruf wie Donnerhall für seine eleganten, präzisen Weine meistens aus der Sorte Grenache. Seine außergewöhnlichen Cru finden sich auf den besten Weinkarten Londons, New Yorks und manchmal, aber nur manchmal, auch bei uns in Deutschland. Es ist eben einfacher das zu verkaufen, was alle kennen.

Wer ist Ludovic Engelvin?

Besessen und mit einer großen Prise positiver Verrücktheit ausgestattet. Das wäre wohl die beste Umschreibung für den ehemaligen Didier Daguenau Schüler, Ludovic Engelvin. In seiner Laufbahn hat er einige Stationen durchlaufen. Angefangen hat er als Sommelier und später als Assistent in einem Weingeschäft gearbeitet. Aus einem ursprünglichen Weinbau-Projekt ist seit dem Jahr 2010 ein mittlerweile fast 8 Hektar großes Weingut im Norden des Languedoc-Roussillon -nahe der alten Stadt Nimes- entstanden. Sechs Hektar sind bepflanzt mit der empfindlichen, dünnschaligen Grenachetraube. Dann gibt es noch Grenache Blanc, Mourvédre und Roussane. Die ältesten Grenachereben stammen aus dem Jahr 1955. Die im Durchschnitt 35 Jahre alten Weingärten sind ein Zoo mit Hühnern, Eseln, Schafen und Ziegen was die Nachbarn nur mit Kopfschütteln quittieren. Ludo“vic” möchte ein natürliches Gleichgewicht in seinen Weingärten und das fällt sofort auf, wenn man diese sieht. Weinberge voller Vitalität und Artenvielfalt produzieren glückliche Trauben. Das schmeckt man auch in seinen Weinen.

Was ist das Besondere an Ludos Wein?

Diese drei neuen Gewächse zeigen wieder einmal wie viel Gefühl Ludovic für Ausbau und die Herkunft seiner Cru besitzt. Seine naturbelassenen Weine haben einen tollen Trinkfluss, eine kühle Frucht und für südfranzösische Verhältnisse moderaten Alkoholgehalt. Schwefel wird bei ihm meistens gar nicht oder nur minimal verwendet und ist für ihn auch kein Dogma, sondern basiert auf gesundem Menschenverstand und nicht auf übertriebenem Sicherheitsdenken. Seine Grenache gehören zu den elegantesten Vertretern die wir aus Frankreich kennen. Nicht verkopft, sondern pures Trinkvergnügen.

Auf mehr dieses finessenreichen Spaß im Glas,

Euer Hendrik & das WaL-Team

20.01.2019 - Folge 369

Bussaco - Der beste Hauswein der Welt

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Liebe Walinauten,

der neue Jahrgang des Bussaco Branco aus Portugal ist gerade im WaL-Pool angekommen. Mit dem Jahrgang 2015 kommt einer der besten Jahrgänge aus der jüngeren Geschichte des “besten Hausweins” der Welt auf den Markt.

Die Weine des Bussaco Palace Hotels gehören ganz sicher zu den bestgehüteten Geheimnissen der Weinwelt, nicht weil sie absichtlich der Öffentlichkeit vorenthalten wurden, sondern weil sie lange Zeit ausschließlich den Gästen des Hauses vorbehalten waren. Das im neogotisch-manuelinischen Stil gehaltene Hotel wurde in den Jahren 1888–1907 durch die Familie de Almeida umgebaut. Für die illustren, internationalen Besucher sollte es natürlich den besten Wein der Region geben. Durch die Isoliertheit Portugals, vor allem während der Zeit des Diktators António de Oliveira Salazar in den Jahren von 1925-1974, passierte wenig. Damit gerieten auch diese legendären Hotelweine in Vergessenheit, wurden allerdings trotzdem weiter produziert. Außer dem weltbekannten britischen Buchautor Hugh Johnson fanden sie in der Literatur keine Erwähnung. Er schrieb bereits in den 80er Jahren, dass allein diese Gewächse eine Reise nach Portugal wert sind.

WAS IST DAS BESONDERE AN BUSSACO?

Das Besondere an den Weinen ist unter anderem ihre traditionelle Herstellungsweise. Die spezielle Traubenmischung stammt aus den Regionen Dão und Bairrada. Die reifen Trauben werden bis heute in traditionellen Steintrögen, den Lagares, mit Füßen gestampft und mit 50 % der Stiele und Stengel (bei den Rotweinen) vergoren. Die Weine werden in Fudern oder auch in 300-Liter-Fässern ausgebaut. Sowohl die roten als auch die weißen Bussaco-Weine reifen phantastisch und legen über Jahrzehnte hinweg zu. Am besten werden die Weine vor dem Trinken karaffiert und entsprechend temperiert. Aufgrund unserer aktiven Marktforschung vor Ort wissen wir um das irre Reifepotential dieser seltenen Gewächse. Der 1955 Branco schmeckt zur Zeit sehr gut! Bei den Tintos lieben wir den 1983er, der bei einer Probe vor einiger Zeit sogar berühmte Premier Grand Cru Classé souverän auf die Plätze verwies.

WIE SCHMECKT DAS EIGENTLICH?

Die Aromatik ist klassisch, nicht konzentriert, sondern von großer Vielfalt und nicht so einfach kategorisierbar. Manche Jahrgänge schmecken wie große alte Bordeaux, andere wiederum wie klassische Barolo. In einigen Jahrgänge nehmen es die Bussaco-Weine mit den ganz großen Weinen der Welt auf. Auch die Weißweine sind von epischer Qualität, manchmal duften sie wie perfekte Burgunder, manche Jahrgänge wie weiße Rioja oder nach gereiftem Semillon. Das macht die Einzigartigkeit von Bussaco aus, sie sind wie ein Chamäleon. Um diese Solitäre auch weiterhin glänzen zu lassen, hat die Familie d’Almeida die Weinlegende Dirk van der Niepoort gewinnen können. Ihm verdanken wir es, dass wir als einer der wenigen Händler auf der Welt diese Gewächse auch außerhalb Portugals vertreiben dürfen. Zeitlos schmeckende Weine, die nie an Aktualität verlieren, sondern immer auf der Höhe der Zeit sind.

Mit Bussaco schmeckt Ihr die Herkunft und habt definitiv “mehr Spaß im Glas”,
Euer Hendrik

28.12.2018 - Folge 366

Ankündigung des 42. Livestreams - Das Collective Z Höhenrausch-Paket

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Liebe Walinauten,

mit Christoph Ziegler, dem Winzer und Inhaber von Collective Z, kommt zum ersten Mal ein (Medien) Agent, der nun in Wein macht, ins WaL-HQ, um seine besten Weine vorzustellen. Das Leben ist voll von Premieren bei Wein am Limit, obschon so vieles schon gesagt zu sein scheint. Christoph hat mit Collective Z -einem Garagenweingut- einen phänomenalen Blitzstart an die Spitze der jungen, deutschen Avantgarde hingelegt. Am Anfang eines jeden charaktervollen Gewächses steht immer ein anspruchsvolles Terroir. Das hat er in der völlig unbekannten Enklave Leistadt, auf 250 Meter Meereshöhe über Bad Dürkheim, gefunden. Normalerweise holen hier die Winzergenossenschaften ihre Ernte, aber immer mehr bekannte Produzenten schauen sich in den nicht flurbereinigten Weinbergen um. Denn hier ist es um einiges kühler als in der Ebene und die krassen Kalkfelsen bilden ein forderndes Terroir. Ein besonderes Merkmal sind u.a. die im Schnitt 25-50 Jahre alten und zum Teil wurzelechten Reben. Davon gibt es nur wenige in Deutschland, ja sogar weltweit kaum. Die natürlichen Bedingungen sind perfekt, nur wurden sie lange einfach übersehen. Austauschbare Weine können viele keltern, doch Christoph war von Anfang an überzeugt keine Verkostungsweine, sondern elegante Speisebegleiter auf die Flasche zu füllen. Die Weinberge werden ausschließlich biologisch bewirtschaftet.

WIE ARBEITET COLLECTIVE Z?

Die handgelesenen Beeren werden nach ein paar Stunden der Einmaischung warm und spontan vergoren und reifen lange im großen Fuderfass auf der Feinhefe, ohne irgendwelche Eingriffe, wie Schönung oder Filtration. Kurz vor der Füllung kommt eine sehr kleine Menge Schwefel dazu. Traumhaft handwerklich umgesetzte Weine, wie wir sie lieben, sind das Ergebnis. Es brauchte schon immer Menschen mit Vision und Passion, die bereit sind, über den Tellerrand hinausschauen. Bauer Christoph und sein kleines Team sind solche selten gewordenen Charakterköpfe und auch noch Quereinsteiger.

Zum Collective Z gehören: Vater Heimut – Pensionär und ehemaliger Wein- Tabak – und Feinkosthändler – Feldarbeiten Hand // Freundin Marie – Winzerin – Feldarbeiten Hand // Elisabeth – Pferdemist und Kuhpräparate // Alex Pflüger – Kellernetzwerk // Ross the Englishmen und Onkel Phil – Draht, Stickel und co

Ob uns das Collective Z Höhenrausch Paket in andere Sphären entführt, das lösen wir am 07. Februar 2019 ab 20 Uhr in unserem Livestream auf. Wir freuen uns auf Euch, Eure Kommentare und Eure Wein-Expertisen.

SPIELREGELN DES WEIN AM LIMIT-LIVESTREAMS

Kurz die Spielregeln für den 42. Livestream. Es ist keine Anmeldung oder eine App nötig. Klickt auf den Reiter „Video“ in der Menüliste am Donnerstag, den 07. Februar 2019 ab 20.00 Uhr auf „Wein am Limit“. Ihr könnt auf den Ablauf des Hangouts direkt Einfluss nehmen, indem Ihr z.B. über die Kommentarfunktion unter dem Video Eure Eindrücke mitteilt oder auch Fragen stellt. Wer möchte, kann darüber hinaus auf meinem öffentlichen Facebookprofil von “Wein am Limit” unter der letzten Mitteilung Fragen stellen. Für alle die nicht dabei sein können, sollen oder wollen: Don’t worry! Ihr könnt Euch die Sendung im „Reload“ in Ruhe anschauen (was viele machen) und dazu die Weine genießen. Wer sich das Paket nicht leisten möchte, ist dennoch herzlich eingeladen zuzuschauen und mitzumachen. Es wird auf alle Fälle eine Menge Vinotainment und Information geboten.

 

Auf zum Höhenflug mit uns und Collective Z und natürlich mehr Spass im Glas,


Euer Hendrik

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