Wein am Limit - Hendrik Thoma
16.01.2013 - Folge 78

Der Bachelor von der Terrassenmosel, 1. Teil

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2011 Riesling “Röttgen“
Weingut Reinhard & Beate Knebel, Winningen, Mosel
Soulfaktor 4
10-20 Eur

Matthias Knebel stammt aus Winningen von der Terrassenmosel in der Nähe der Moselmündung bei Koblenz. Dieser Teil ist nicht so bekannt und berühmt wie es die Weinberge an der Mittelmosel wie z.B. Wehlen, Bernkastel oder Piesport sind. Dafür wartet dieser Landstrich mit genauso pittoresken und dramatischen Hängen auf, wie die berühmten Lagen. So bleibt dieser Teil der Mosel weiterhin ein Geheimtipp und den Eingeweihten vorbehalten.

Von hier kommen nämlich einige der feinsten fruchtsüßen Rieslinge der Nation. Die Familie Knebel ist zwar schon lange am Platz, doch erst in den 90er Jahren wird der Grundstein gelegt, um in der ersten Liga der Weinproduzenten mitzuspielen.

Nach dem hervorragenden Literwein, den Matthias Knebel bei mir zur ersten deutschen Liddäweinverkostung geschickt hatte, war die Neugier groß auf die Topgewächse des Hauses. Hier der Link: https://weinamlimit.de/2012/08/10/43-folge-1-deutsche-lidda-weinverkostung/. Im Übrigen ist das ein Literwein nur aus eigenen Trauben und von eigenen Weinbergen. Leider schon lange ausverkauft, aber bald kommt der 2012er…

Der erste Wein des eindrucksvollen Knebel-Trios ist der Winninger Röttgen. Ein Steillagenriesling vom Blauschiefer. Ein dichter, mit Aroma vollgepackter Riesling der eine intensiv leuchtende Farbe hat. In der Nase finden sich Quitte, Grapefruit und Zitrus mit einer herben Note. Über den Gaumen rollt er mit kraftvollem Geschmack und mit pikant kräuteriger Mineralität. Geschmacklich wirkt er trocken und würzig, obwohl er 15 Gramm Restzucker ausgebaut ist. Es geht mal wieder mehr um den gefühlten Wert als um technische Analysedaten. Willkommen im richtigen Leben!

Ein klasse Riesling, der mit 18 € sensationell verbraucherfreundlich bepreist ist. Morgen geht es weiter mit Teil 2 und der Lage Uhlen.

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Kommentare

21 Kommentare zu “Folge 78 : Der Bachelor von der Terrassenmosel, 1. Teil

  1. Hallo Hendrik,
    gegen einen guten, und besonders gegen einen sensationellen Riesling gibts ja nichts zu sagen. Egal wo der herkommt oder wieviel %, g oder wasauchimmer drin ist.
    Das Gut ist ja nicht so weit von Köln weg und vielleicht passt es ja mal in meinen zeitlichen Rahmen beim nächsten Kölnbesuch im März dort einen kleinen Trip hin zu machen.
    Heute ist mir aber besonders eins auf gefallen : 18 € sensationell verbraucherfreundlich !!!
    Ich stimme Dir da ja völlig zu, kenne aber die Situationen, wo egal wer bei der Praislage (und eher auch schon weiter drunter) nur noch mit dem Kopf schüttlen und auf die ebenso sensationellen oder zumindest nicht allzuweit entfernten 6-9 Euro Dinger verweisen. Da gibts dann immer Frust. Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn Du mal was Generelles über deine Sichtweise der Preis-Güte Relationen von wirklich guten Weinen sagen könntest und ab welchen Preisregionen solche Weine, die Du mit 5+ Kelchen bewertest in der Regel zu finden sind, oder wo man sie höchtswahrscheinlich nicht zu suchen braucht.
    viele Grüße aus dem Südwesten
    Karl

  2. freu mich schon auf den Lidda Riesling 2012, der 2011er war echt spitze!
    18 Eus ist mir leider zu teuer, auch wenn das Preis-Leistungsverhältnis sicher stimmt.

    Gruß
    Freddy

  3. Ich finde die Frage falsch. Weil sich der Preis bei vielen Menschen ganz einfach nach deren unterschiedlichen Möglichkeiten und deren Wissensstand über den Wein an sich richtet. Dass Qualität immer teuer ist als Quantität weiss jeder, ob man sich diese auch leisten kann (und will) steht auf einem anderen Blatt Papier. Wenn ich anschaue wie zum Beispiel ein Peter Malberg seine Weingärten in der Wachau bewirtschaftet (Steillagen), dann ist ein Preis von 30-50 Euro pro Flasche nachvollziehbar. Wenn es sich um einen medial gehypten Wein handelt der nur deswegen ‘teuer’ ist weil er gerade trés chic ist, dann brauche ich diesen Wein nicht unbedingt. Ich persönlich gebe gerne gutes Geld für guten, ‘handgemachten und ehrlich hergestellten’ Wein aus und trinke dafür um zehn Flaschen Massenabfüllung weniger.

  4. Spannende Folge, bei der ich viel (über die Terrassenmosel) lernen durfte, danke dafür!
    Und ja, 18 EUR für einen guten Wein, sind durchaus berechtigt bzw. 18 EUR bei einem ausgezeichneten Wein wie anscheinend “Röttgen” schon beinahe ein Schnäppchen 🙂

  5. Ich war glücklicherweise an diesem Tag am Set mit anwesend und hatte das Vergnügen die Weine mitzuprobieren…dieses ist präzises Handwerk auf höchstem Niveau , bei einer IWC Uhr und Leica Kamera wird ja auch nicht über den Preis lamentiert… abgesehen davon sind es alles Erste Lagen und diese kosten bei manch anderem Winzer schon mal 5-10 Euro mehr die Flasche… 18,00 Euro ist sicherlich kein Sozialtarif aber es muss ja auch nicht immer jeden Tag Wein getrunken werden… lieber mal ne Pause und dafür sau starkes Material wie dieses im Glas zu haben ist mir persönlich viel wichtiger als täglich interessante aber emotionslose Weine zu trinken.Bei diesen Weinen schmecke ich deren Heimat sehr genau und wenn ich die Augen schließe, einen kräftigen Schluck nehme, dann klebe ich gefühlt in einem dieser kleinen Schwalbennester, sprich Terassenlagen am Berg und rieche förmlich den Blauschiefer Boden und sauge die wunderbaren exotischen Aromen ( reifer Pfirsich, süße Honigfrucht…) begeistert auf. Mathias Knebel ist einer von immer weniger werdenden Winzer, die ich kenne, die noch ihren sehr ausgeprägten Idealismus des handwerklichen Weines über das lausige Geldverdienen stellen, umso mehr ist er in dieser Phase zu unterstützen….

  6. Lieber Hendrik, lieber Matthias und alle, die bislang hier kommentiert haben!
    Die Frage, ob teuer oder nicht wird uns alle wohl noch eine Zeit lang begleiten. Und es wird immer schwierig sein, zu definieren, ab wann ein Wein teuer oder ein Schnäppchen ist. Aber schaut Euch einfach noch einmal das Bild der Weinberge an. Maschineneinsatz ist da unmöglich und 100% Handarbeit sind angesagt. Wenn man dazu noch 140 Meter hochkratzeln muss, um seine 16 Reben zu schneiden, die ganz oben auf einer kleinen Terrasse stehen, kann man auch von 115% Handarbeit sprechen. Die Erträge sind gering und die Menge, die dahinter steht, ist erschreckend gering und es gibt selten mehr als 1.000 Flaschen. Für einen Wein in dieser Liga ist er in der Tat vergleichsweise günstig. Wer einen tollen Riesling für einen gebührenden Anlass sucht, ist hier mit 18,-€ bestens bedient! Röttgen Rules! Salud companeros!

  7. Der Preis den man für eine Flasche Wein bereit ist zu zahlen sollte immer mit dem Respekt für das Produkt und der Wertschätzung für den Winzer in Einklang gebracht werden. Rechnet man sich die Preise so mancher Winzer mit gutem Wein durch, dann kann dies oft nur funktionieren weil die eigene Arbeitsleistung einfach nicht gerechnet wird. Rechnet ein Winzer jedoch seine eigene Leistung mit, ist man mal schnell bei 18 Euro und mehr für eine Flasche und komischer Weise kommen dann immer sofort die Rufe wieso denn der Wein so teuer sein muss. Ich glaube, dass liegt an der komischen Situation, das Wein nicht als reines Genussmittel gilt, sondern für viele ein sehr alltägliches Produkt ist. Wein erhält man überall, auch zu extrem günstigen Preisen, ist auch im Alltag allgegenwärtig. Bei etwas alltäglichen dann die Feinheiten zu erkennen, kostet Zeit und Energie, aber nur wenn man beides investiert, kann man verstehen wieso manche Weine 3, manche 5, und manche 30 Euro kosten. Investiert man diese Mühen natürlich nicht, findet man natürlich keinen Grund wieso das eine Produkt mehr kostet als das andere. In Österreich habe ich jetzt bei paar Einsteiger-Winzer erlebt, dass viele von denen von Anfang an die Preise der Topwinzer angenommen haben, und somit die Preisdiskussion teilweise sehr aggressiv umschifft haben, da sich viele gedacht haben: “Der wagt so viel zu verlangen, das muss schon wirklich was besonderes sein”. Ist natürlich auch nicht immer gelungen diese Taktik, doch bei vielen schon!

  8. Mir geht dieses ganze Gerede über gerechtfertigt und ungerechtfertigte Preise zunehmend auf (Entschuldigung) den Sack! 18 Euro für einen TOP-Riesling find ich überhaupt nicht überzogen. Immerhin muss der Winzer auch von etwas leben. Anerkennen tun das aber leider viele Leute nicht, nein es geht nur um besonders günstig.
    Vielleicht ein schlechter Vergleich, aber im Burgund bekommt man hier oft nicht mal einen Einstiegswein zu diesem Preis. Auch in Österreich liegen die Preise für eine Grand Cru Lage oft viel höher als bei uns.

    Cheers
    Marc

  9. Na das geht ja gut ab! Ich kann mich allerdings eines Eindrucks nicht erwehren : es wird doch ein wenig um den heißen Brei herum gepostet. Mal Butter bei die Fische.
    Solange wir beim Handwerkschaftlichen als Preisbegündung bleiben kommen wir nicht an meine Kernfrage “was kosten so 5+ Bomben in der Regel und sind solche Dinger auch für kleines Geld zu finden ?
    So leise klingt das ja bei Klaus Gassner an. Als wenn es Winzer gäbe die, weil sie ihre Arbeit nicht mit einrechnen, dann doch solche 5+ für 6 Euro hinkriegen. Ich denke manchmal auch, daß es sowas gibt, aber solche Ausnahmefälle können doch nicht den weit verbreiteten Glauben begründen, daß sich solche Dinger im Supermarkt oder gut sortiertem Handel finden lassen.
    Sobald wir in Richtung “ist doch jedermanns eigener Geschmack” gehen würden, brauchen wir überhaupt nicht mehr über Güte diskutieren. Dann reden wir vom persönlichen Geschmack – also über die eigenen Kategoriesierungen – also über den Genießenden und nicht mehr vom Produkt.
    Nebenbei – es gibt leider auch handwerkliche Winzer die sich redlich abmühen, deren Wein aber manchmal das nicht widerspiegelt und – zumindest für mich – dann auch nicht den Preis wert ist. Ich würde einem Handwerker, der mir ein Zimmer streicht und trotz viel Mühe und Schweiß ein fleckiges Etwas hinterläßt, danach auch nochmal in Frage stellen.
    beste Grüße an alle Mitstreiter

    1. Es sollte nicht sein das diese Ausnahmen, wo man für 5 Euro Wein im Wert von 15 Euro (beginnen wir mit einem doch häufigen Fall) bekommt, dafür herangezogen werden, die Relation zwischen Preis und Qualität zu erkennen, wird aber gemacht. Der “normale” Konsument erinnert sich an einen Wein der ihm geschmeckt hat und ihm 5 Euro gekostet hat, später einen Wein für 10 Euro vom handwerklichen Winzer, beide schmecken, doch die Unterschiede sind jetzt nicht so wahnsinnig groß, dass er jetzt sagen würde Wein B ist der bessere bzw. ist vielleicht sogar Wein A besser. Also entsteht der Trugschluss, dass Winzer B quasi zu teuer ist. Denn welcher Konsument kennt den die Spielregeln am Weinmarkt und kann nachvollziehen wieviel ein Wein aus welcher Region kosten muss, damit der Winzer damit etwas verdient. Die wenigsten, und das ist das Problem an der Sache. Verkauft Winzer A ein Produkt bestimmter Qualitätsstufe zu einem zu günstigen Preis, werden auch die Kunden von Winzer B fragen wieso sie ähnliches Produkt bei Winzer A günstiger bekommen. Dieser wird unter Umständen Rabatte gewähren um seinen Wein zu verkaufen, denn nicht einmal alle Winzer im Top-Bereich schaffen es, jedes Jahr ihre Keller komplett zu leeren. Also muss ich als Winzer B ein um Abstand besseres Produkt bieten, um diese Vergleichen auszuweichen, nur dann reichen 10 Euro auch nicht mehr aus, denn je besser ein Produkt ist, desto höhere Kosten fallen in der Regel auch an!

      Um zu den Weinen von Matthias zu kommen: Die Weine sind für 18 Euro eigentlich viel zu günstig, möchte ich ein österreichisches, vergleichbares Produkt bezahlen, zahle ich bei eher unbekannteren Winzern mindestens 5-10 Euro mehr, gehe ich zu bekannten Winzern sind wir dann eher bei den 15 Euro mehr. Doch der Kundenkreis, der 30+ für eine Flasche bezahlt, ist ein sehr kleiner Kreis. Zieht man nun noch die reinen “Namen”-Weintrinker ab, die Wein trinken da es in ist, bleibt eine winzige Gruppe von Kunden über, gegenüber einer Vielzahl wirklich sehr guter Winzer.

      1. Finde einen Vergleich österreichischer und deutscher Rieslinge schon sehr schwierig. Die Anbaufläche in Österreich ist viel kleiner und auch die Machart komplett anders. Wachaurieslinge sind beispielsweise viel wuchtiger, alkoholreicher als Moselrieslinge. Diesen speziellen Schiefergeschmack wird man in Österreich auch nicht finden. Man muß auch sagen, dass Österreicher eher bereit sind ein paar Euro mehr für die Flasche Wein zu zahlen und in erster Linie eigene Weine trinken. Also ist die Nachfrage nach dem “kleinen ” eigenen Rieslingertrag wesentlich höher. Fairerweise muß man aber auch sagen, dass es hier keinen Lohnstop über Jahrzehnte gegeben hat. Die Einkommen haben sich ganz anders entwickelt, als in Deutschland. Vielleicht wäre es in der Sendung auch sinnvoll gewesen den Gutsriesling oder Kabinettweine zu präsentieren.

  10. Spannende Diskussion zu einer sehr interessanten Sendung. Die leidige Preisfrage beschäftigt diesen Blog ja häufiger. Natürlich sind 18Euro viel Geld für ein Getränk, gemessen an einem deutschen Durchschnittseinkommen. Wie bei Herrn Gassner erwähnt, ist der Kreis der Menschen in Deutschland klein , die sich Weine der Preisklasse (auch schon)ab 18 Euro leisten können. Umso mehr sollte, wenn man schon diese Summe für eine Flasche bezahlt, die Qualität stimmen. Erzeugt durch gutes Handwerk und spannenden Weinstil. Ich habe Knebel noch nicht probiert, werde es aber bald tun, da es vielversprechend klingt.
    Wein ist für viele WaL Zuschauer ein abwechslungsreiches Hobby und mit Leidenschaft verbunden.Hier geht es nicht unbedingt immer um Wein zum Abendrot für jeden Tag( trinke generell nicht täglich Alkohol) Ich gebe gerne für gute Qualität entsprechendes Geld aus. Setzte dann auch Schwerpunkte z.B. lieber weniger Flaschen ,dafür gute Qualität. Wenn ich für größeres Geld einen leckeren Wein bekomme, umso besser. Mit gewisser Übung, kann man rasch die Qualitätsunterschiede herausschmecken. Unlängst habe ich mit ein paar Freunden ( Weineinsteiger,Preisnörgler) mal eine Verkostung durchgeführt, in der wir Weine für 5-10-15-30 Euro ähnlicher Rebsorten/Herkunft blind getrunken haben. Schnell wurde auch den Einsteigern klar, wo die Unterschiede lagen. Einige beschäftigen sich jetzt auch mit Wein und kaufen sensibler ein. P.S.Der Unterschied von 30Euro zu 100Euro finde ich jedoch deutlich schwieriger herauszuschmecken.

    1. Da wurde ich etwas falsch verstanden, leisten könnten es sich viel mehr Kunden, nur leisten wollen sich es die wenigsten, weil das Verständnis dafür fehlt!

  11. Hier mal eine interessante Geschichte zum Weinmarkt und dem Erfolg der sich einstellt wenn er zur rechten Zeit verstanden wird:
    http://www.captaincork.com/Teure-Weine-Weinhandel-Weinhaendler-Sassicaia-Opus-One-Tignanello-Ornellaia-Wein-Broker-Millionenspiel

    Es bringt nichts über den Markt zu schimpfen, man muss versuchen ihn zu verstehen und erkennen wie er funktioniert.
    Das gilt auch als Konsument der eigentlich nur das für seinen individuellen Geschmack geltende PLV beim Einkauf optimieren müsste. Geduld, ich denke Geduld und Aufmerksamkeit sind schon mal die halbe Miete.

  12. Also bisher klingen die Weine vom Weingut Knebel interessant. Ich find es aber unsinnig hier Vergleiche mit der Bourgogne anzustellen. Andere Rebsorten, anderes Terroir und die Weinberge dort liegen auch nicht an einem Fluß. Ich hab zumindest weder an der Cote d´Or noch an der Cote Noir oder Beaune einen solchen entdeckt. Ein guter Riesling kann 18 Euro kosten, muß sich dann aber auch mit Spitzenprodukten in dieser Preisklasse messen lassen. Für mich ist das an der Ruwer der Karthäuserhof, an der Saar Van Volxem und als weiteres Weingut Schlosskellerei C.V.Schubert. Kann jeder halten wie er will, aber für diesen Preis vergleiche ich diesen Wein mit der Tyrell Spätlese und da muß sie bestehen. Die Diskusion mit den Preisen finde ich auch unsinnig, da man natürlich sehr gute Rieslinge für 5 Euro bekommt, speziell von der Mosel. Dies sind dann aber in der Regel Q.b.a.s oder Hochgewächse. Um hier eine Diskussion führen zu können finde ich das gute alte deutsche Weinsystem nicht schlecht. Kabinett, Spätlese,Auslese etc. Nicht immer dieses Designerweingeschwafel, wo der Riesling wieder nach der Tochter oder nach dem Erbonkel zweiten Grades aus Hintertupfingen benannt wurde. Das neue VDP-Konzept, nur Spitzenweine nach Lagen zu benennen empfinde ich ebenfalls als Verbrauchertäuschung. Wenn es nur noch den Riesling vom Weingut Hinterflü gibt, dann ist dieser eigentlich nur noch ein Blend. Johnny Walker statt Malt. Dieses Gerede um den heißen Brei mit Grand Crus ( sind mir in Deutschland nicht bekannt) oder großen Gewächsen bei Weingütern die nicht im VDP sind finde ich schon abwegig. Steillage kann aussergewöhnliche Qualitäten liefern, muß dies aber nicht. Zählen tut nur das, was im Glas ist. Man sollte die Steillagenweinkultivierung sicherlich von staatlicher Seite unterstützen, tut man ja mit Streuobstwiesen auch. Nur wundert es mich an der Mosel schon, daß die Winzer und anderen Bewohner nicht den Schneid aufbringen , solche Projekte, wie diesen irrwitzigen Hochmoselübergang zu stoppen. Stuart Pigott hat hier einiges dazu veröffentlicht. In Frankreich hätte man wahrscheinlich verantwortliche Politiker in Gülle ertränkt, oder dies zumindest versucht, wenn diese berühmte Lagen durch Bauprojekte in Gefahr bringen.

    1. P.S. Halte das Weingut Knebel schon für eines der Spitzenweingüter von der Mosel. Habe aber noch nix probiert. Kann man sich auch etwas nach Österreich liefern lassen?

  13. So interessant die Diskussion über Weinpreise ja auch ist, sie erscheint mir leider als never-ending Story. Ich finde, es muss jetzt mal wirklich gesagt werden, dass dies ein sensationeller “Wein am Limit Clip” ist – für mich einer der Besten bislang, da informativ, unterhaltsam und authentisch. Ich bin gespannt auf Teil 2 und insbesondere auf Hendriks Meinung zu den beiden Rieslinge aus dem Winninger Uhlen. salud comapneros

  14. Moin zusammen,
    wie sagt Hendrik immer so schön: Ihr (also wir…) bestimmt was ins Glas kommt… Daher obliegt es uns, was uns der Spaß im Glas wert ist. Es wird ja niemand gezwungen 😉
    Ich selbst bin bis vor einiger Zeit auch eher zahm mit Einkauf von teuren Weinen unterwegs gewesen. Allerdings ist es seit einiger Zeit so, das ich bei Weinen, die mir sehr gut gefallen und eine gute Lagerfähigkeit aufweisen, auch mal bereit bin mehr Geld auszugeben. Dabei ist es aber auch damit verbunden, das ich den Wein probieren kann. Ich kaufe selten ohne vorherige Probe und interessiere mich auch nicht für bekannt teure Produkte, die teils nur durch den Namen des Hauses teuer sind, aber teilweise nicht das bringen, was der Preis verspricht. Gut ist nach wie vor das, was mir schmeckt. Unabhängig vom Preis.
    Besuch beim Weingut Knebel folgt im Sommer. Danke für das interessante Video.

    Gruß,
    Michael

  15. Hallo zusammen,
    Ich bin auf die Weine von Matthias Knebel über die Lidda-Verkostung aufmerksam geworden. War dann im Sommer auch dort. Wirklich tolle Weine, auch wenn ich damals nur den Liter und den Riesling von den Terrassen probiert habe. Später dann doch noch die Gelegenheit auf einer Veranstaltung genutzt und den Röttgen und Uhlen probiert – wirklich super Weine!
    Château, Matthias! 😉
    Zum Thema Preis lässt sich nur sagen, dass es immer eine Frage des Anspruchs und der Situation ist. Der Liter Riesling ist ein toller Wein für eine größere Runde. Röttgen und Uhlen wohl eher was für ein besonderes Essen oder einen anderen tollen Anlass. Und das sollte sich auch im Preis zeigen. Je besonderer und exklusiver ich meinen Wein will, um so mehr bin ich auch bereit zu bezahlen. Oder?
    Hendrik und Matthias, vielen Dank für das sehr interessante und kurzweilige Video! Macht richtig Spaß!
    Viele Grüße, Frank.

  16. Hallo schöne Folge, hat mit gut gefallen.
    Den Unterschied zwischen 70 ° und 70 % sollte man allerdings schon kennen.
    Ich meine so als Master Sommelier,oder ?
    Viele Winzer wissen es allerdings auch nicht und verwechseln immer wieder diese Zahlen,
    und sind ganz erstaunt, daß Ihr Weinberg über 100 % steil ist.
    Viele Grüße Thomas

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