Wein am Limit - Hendrik Thoma
30.11.2017 - Folge 6

Der Wein-Erklärbär - Wein-Aromen

Liebe Walinauten,

es gibt tausende von Weinaromen und in einem Wein lassen sich ohne weiteres bis zu 50 verschiedene Duftnuancen finden. Die Experten teilen diese in drei verschiedene Gruppen ein. Das hilft bei der Identifikation der Herkunft, der Herstellungsweise und der Sortentypizität.

Man unterscheidet zuerst die Primäraromen, die vor allem aus der Traube stammen. Diese stehen für fruchtige, florale und vegetale/herbale Aromen. Vor allem bei jungen, unentwickelten Weinen sind sie sehr intensiv und laut. Sie sind mit etwas Übung leicht und gut zu erkennen. Primäraromen helfen in einer Blindprobe bei der Rebsortenidentifizierung und geben Aufschluss über Klima, Herkunft, sowie partiell auch die Vinifikation (z.B. Kaltgärung im Edelstahl die besonders fruchtige Noten ergibt).

Die sekundären Aromen stehen für den Ausbau in unterschiedlichen Gebinden und chemische/mikrobiologische Prozesse. Zum Beispiel führt die Reifung in Holzfässern zu nussig-, würzig- oder intensiven Röstaromen, wie z.B. Kaffee- oder Espressonoten. Auch das Lagern auf der abgestorbenen Hefe -Autolyse- ergibt einen brotig-toastigen Duft. Dann gibt es die Äpfel-Milchsäuregärung (kurz Malo, für malolaktische Gärung) die alle Rotweine und einige Weißweine (vor allem fassgelagerte) durchmachen. Die harte Äpfelsäure wird zu weicher Milchsäure umgewandelt. Ingesamt entsteht dadurch ein weicheres Mundgefühl. Wenn der Wein gerade durch diesen Prozess gegangen ist, riecht er häufig nach Sauerkraut, Butter oder Milchsäure.

Tertiäre Aromen sind die unerforschteste Gruppe. Sie stehen für die Reifung des Weines und seine Entwicklung. Ihr Aroma erinnert an Unterholz, feuchtes Laub, getrocknete Früchte, Nüsse, Gewürzmischungen, braune Äpfel, Oxydationsnoten. Sie können sehr angenehm duften oder auch das Ende des Weines verkünden. Da sich Weine über Jahrzehnte/Jahrhunderte auf der Flasche entwickeln können, ist dieses Feld nur partiell von der Wissenschaft erforscht. Es gibt immer wieder Versuche künstliche Weine zu erzeugen, allerdings sind dessen Eigenschaften und Qualitäten weit vom Original entfernt. Gott sei Dank ist es den Wissenschaftlern noch nicht gelungen den „Da Vinci Code“ des Rebensaftes zu knacken.

Wie sagte einst ein berühmter Zeitgenosse: „Wer Wein trinkt, der kostet Geheimnisse!“.

Euch einen geheimnisvollen Spaß im Glas,

Hendrik

Die Weine aus dem Video

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Name des WeinesSoulfaktorPreis
DAS WEIN-AROMEN-PAKET
Wein am Limit
95.00 €Details

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Kommentare

Ein Kommentar zu “Der Wein-Erklärbär-Folge-6-Wein-Aromen

  1. Ich liebe die Erklärbär-Folgen! Man lernt man immer wieder etwas dazu. Nicht zu Genuß-Verkomplizierung, sondern zu Intensivierung. Eben für mehr Spass im Glas! Danke … und gerne mehr davon.

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