Wein am Limit - Hendrik Thoma
23.03.2017 - Folge 2

Der Wein-Erklärbär - Was sind Tannine oder Gerbstoffe im Wein?

Tannine oder Gerbstoffe sorgen dafür, dass sich ein Gefühl von Trockenheit auf der Zunge einstellt. Für den ungeübten Gaumen ist das eine Herausforderung, aber Kenner schätzen die Anwesenheit von Tanninen auf der Zunge. Dabei können sie qualitativ sehr unterschiedlich sein. Je nach Rebsorte, Auslaugungsprozess -sprich Mazeration bzw. Einmaischung- und dem Reifegrad, der Festigkeit und Dicke der Haut der Trauben können sie feiner, kräftiger und robuster ausfallen. Man spricht von körnigen oder z.B. seidigen Tanninen, die je nach Qualität edler und einfacherer Natur sind. So, wie es Schmiergelpapier in unterschiedlichen Qualitäten gibt.

Insbesondere der Herstellungsprozess, die Einmaischung verlangt ein gutes Händchen vom Winzer. Gerne verwende ich hierzu das Beispiel vom Tee. Es kommt auf die Menge der Teeblätter im Verhältnis zur Flüssigkeit an, die Temperatur des Wassers (Gärtemperatur), die Länge des Kontaktes mit Blättern und das Auspressen des Teesatzes. Daraus ergeben sich eine Menge an Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Getränken.

Übrigens gibt es Tannin in Rot- wie Weißweinen. Denn die Gerbstoffe stammen aus der Traubenhaut, den Kernen, Stielen und Stengeln und durch den Ausbau im Holzfass können sogenannte Phenole in den den Wein kommen. Sie erfüllen einen wichtigen Zweck. Sie geben dem Wein je nach Ausgangsqualität Festigkeit, Langlebigkeit und sorgen für geschmackliche Struktur. Mit der Zeit bauen sie sich ab und verbinden sich mit den anderen Inhaltsstoffen des Weines. Dazu kommt der gesundheitliche Aspekt, denn Gerbstoffe spalten das Fett im Essen und sorgen für kräftige Gefäßwände der Adern. Das ist der angenehme Nebeneffekt eines zeitgemäßen Ernährungsstils mit moderatem Weinkonsum.

Auf Euer Wohl und mehr Spaß im Glas,

Hendrik

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Kommentare

6 Kommentare zu “Der Weinerklärbär – Folge 2 – Was sind Tannine oder Gerbstoffe im Wein?

  1. Du bist dir echt für nix zu schade, Hendrik! 😉
    Schön erklärt – allerdings bin ich der Meinung, dass das WAL-Format es bei Weinvorstellungen belassen sollte. Für Weinseminare und Webweinschulen gibt es ja ausreichend andere Anbieter…😊

    1. Hallo Peer, die Zahlen der Abrufe sprechen eine andere Sprache. Den Titel “Schule” überlasse ich gerne anderen. Hier spricht meine Erfahrung und Auffassung. Auch für “Wein am Limit” zählt: Content ist King! Viele Grüße und Danke für Deine Meinung, Hendrik

  2. Mir war das meiste zwar nicht wirklich neu – ich finde jedoch, dass Du das auf (D)eine lockere Art einerseits sehr verständlich, andererseits kompakt vermittelt hast. Danke und weiter so!

  3. Ich findie die Erklärbären super, egal ob mans schon wusste oder nicht. Beim Thema Tannin finde ich vor allem auch die kardioprotektive Wirkung erwähnenswert, dieser Punkt kam hier ein bisschen zu kurz finde ich. Ansonsten klasse 🙂

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