Wein am Limit - Hendrik Thoma
22.09.2016 - Folge 276

Folge 276 - Der 27. Livestream "Ress am Limit" mit Dirk Würtz

Liebe Walinauten,

herzlich willkommen zum 27. Livestream auf Wein am Limit, Deutschlands bester und interaktivster Online-Wein-Verkostung.

Im Rheingauer Weingut Balthasar Ress regiert ein spannendes Duo. Der Besitzer und Geschäftsführer Christian Ress hat mit Dirk Würtz einen charaktervollen Weingutsleiter ins Boot geholt. Dirk ist nicht nur Winzer, sondern auch gefragter Blogger und Social Media Aficionado der Dinge kritisch und lustvoll durchleuchtet. Mit dieser kleinen Serie lang auf der Hefe gereifter Rieslinge, die wir ganz exklusiv in Deutschland vertreiben, setzen die beiden ein geschmacklichen Meilenstein.

Lassen wir Dirk Würtz selbst zu Wort kommen:

„Auf unserem Weg der letzten Jahre hin zu authentischen Heimatweinen haben wir immer wieder unsere Wirtschaftsweise hinterfragt und unsere Weine beobachtet. Letzteres war alleine schon aufgrund der langen Zeit, die manche unserer Weine benötigen, um trocken zu werden, notwendig. Dabei haben wir einige ganz grundlegende Dinge festgestellt und kennengelernt. Die wesentlichste Erkenntnis dabei war die Tatsache, dass das extrem lange Hefelager unsere Weine sehr stabil macht. Das wiederum bedeutet, dass wir mit wenig, manchmal sogar ganz ohne Schwefel auskommen. Schwefel hilft, den Wein stabil zu machen. Bei restsüßen Weinen ist das unumgänglich, bei trockenen Weinen nicht unbedingt. Wir gehören nicht zu denen, die Schwefel grundsätzlich ablehnen, aber wir erlauben uns, das Ganze zu hinterfragen. Weine ohne zugesetzten Schwefel erscheinen uns offener und weniger maskiert. Natürlich geht das nur bei komplett durchgegorenen und handwerklich einwandfrei hergestellten Weinen. Diese Weine sind auch ganz ohne Schwefel haltbar und stabil. Also warum etwas zusetzen, wenn man auch darauf verzichten kann?

Um zu verstehen, was diese Weine ausmacht und wie sie produziert sein sollen, haben wir unsere Philosophie in sechs Punkten zusammengefasst:

  1. Es werden nur gesunde, physiologisch reife Trauben verwendet.
  2. Der Most wird natürlich vorgeklärt – es werden keinerlei Klärhilfen verwendet.
  3. Die Vergärung erfolgt ohne Zusatz von Reinzuchthefen.
  4. Der Wein liegt mindestens 12 Monate auf der Vollhefe.
  5. Der Wein wird nicht geschönt und filtriert.
  6. Der Wein wird nicht oder nur minimal geschwefelt (maximal 40 mg/Liter Gesamt SO2).

Die Entscheidung, solche Weine herzustellen, haben wir ganz bewußt getroffen. Wir produzieren diese Weine nunmehr seit mehreren Jahren. Diese auch in unser reguläres Portfolio aufzunehmen, ist der nächste logische Schritt. Wohlwissend wie intensiv und durchaus kontrovers die öffentliche Diskussion zum Thema Orange- und Naturalwine geführt wird. Wir sehen das alles eher gelassen und frei von Dogmen. Für uns zählt letztendlich nur der Geschmack und von dem sind wir überzeugt. Insbesondere dann, wenn es um die Kombination von Wein und Speisen geht. Da sind diese Weine annähernd unschlagbar.“

Kurz die Spielregeln für den Stream: Es ist keine Anmeldung und auch keine App nötig, um teilzunehmen. Bitte klickt am Donnerstag, den 22. September ab 20.00 Uhr “Wein am Limit” das aktuelle Video an. Ihr könnt direkt auf den Ablauf des Hangouts Einfluss nehmen. Teilt uns über die Kommentarfunktion Eure Eindrücke mit. Wir versuchen alles live zu beantworten. Wer möchte, kann darüber hinaus auf meinem öffentlichen Facebookprofil https://www.facebook.com/HendrikThoma unter meinem letzten Post Fragen stellen. Selbstverständlich geht das auch auf Twitter @hendrikthoma #WeinamLimit.

Für alle die heute nicht dabei sein können, oder wollen: Don’t worry! Ihr könnt Euch die Sendung im ,Reload’ in Ruhe anschauen und die Weine dazu genießen. Auch für Zuschauer die kein Paket haben, dürften eine Menge interessanter Informationen in dieser Session enthalten sein. Deswegen empfehlt uns bitte, an alle die mehr zum Thema Wein wissen möchten, weiter.

Wir freuen uns auf Euch und Eure Kommentare und wünschen mehr “Spaß im Glas”.

Hendrik, Bianca, Dagmar und Sebastian

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Kommentare

155 Kommentare zu “Folge 276 – Der 27. Livestream “Ress am Limit” mit Dirk Würtz

  1. Herzliche Grüße aus dem Markgräfler Land nach Hamburg!

    Allerdings ohne die Ress-Rieslinge heute am Start, da mir die Weine bestens bekannt sind. Erst letztes Jahr persönlich am Weingut gewesen und nahezu die komplette Ress-Range probiert. Und auch schon den ein oder anderen Abend bzw. Nacht in der Ress’schen “Wine-Bank” verbracht – ein absolut sehenswertes Highlight im Rheingau!

    Der puristische und von Minimal-Behandlung geprägte ehrliche Weinstil der Ress-Rieslinge gefällt mir grundsätzlich sehr. Jedoch bin ich der Meinung, dass der BSA im Riesling nichts verloren hat. Er schmälert seine Finesse und Filigranität im Mund. Darüber könnten die Herren vom Weingut mal nachdenken. Ansonsten, herrlich geradlinige und deshalb mutige Riesling-Weine!

  2. Hallo zusammen,
    hier ist Holger aus Oberhausen (Reblaus1975). Endlich bin ich auch mal LIVE dabei. Besonders freue ich mich, dass Dirk zu Gast ist. Neben WaL gehört auch sein Blog zu meinen TOP3-Weinseiten. Schade, dass Dirk keine Clips mehr dreht. Die Verkostungen mit “Gmalli” und “den Ultes” haben bei uns im Wein-Freundeskreis immer noch Kult-Status. Ich sage nur “Colaschoppen”. 

    Leider hab ich vergessen das Paket zu bestellen. Daher habe ich gestern bei Balthasar Ress angerufen, ob jemand die Weine in der Nähe von Oberhausen auf Lager hat. Aber die sind ja exklusiv für WaL. Ich habe ernsthaft überlegt ins Rheingau zu fahren und mir die Flaschen bei BR abzuholen. Aber von Oberhausen bis ins Rheingau ist schon weit.

  3. Habe der 18er gestern schon aufgemacht, er gewinnt aber ganz deutlich mit der Zeit bzw. mit viel Luft. Das trifft bestimmt auf alle drei Weine zu.

  4. Schön würzig, eine leicht bittere Note, aber angenehm. Aber den Riesling hätten wir nicht unbedingt rausgeschmeckt. Klasse, gefällt uns sehr gut! 🙂

  5. Je mehr Luft er bekommt und je mehr wir dazu essen, desto besser wird der Wein. Wie sollen wir da noch etwas für die nächsten Tage übrig lassen? 😉

  6. Erinnert mich sofort an die Arbeit im Weinkeller (2010) und erinnert mich auch an Muscadet Sur Lie. Charbonische Gärung mit einem regelmässigen Aufrühren des Hefesatzes sorgt für die Würze !?!? Vergleichbar !?!?
    ich bin bei 13 Grad

  7. Also der 18er ist schon mal mega! Ganz großes Ding! Im Nachhall erinnert er mich an Zwetschgenkuchen. Sauer und die Hefenote und so eine winzige Süße. Verliebt! Selbst Minuten danach noch zu schmecken.
    Grüße aus Frankfurt.

  8. Schöne Nase mit Quitte, etwas Klebstoff und Kräuter. Auf der Zunge fein, leicht und wie hier schon geschrieben wurde, leichte Bitterkeit. Geht gut runter 🙂

  9. Die Champagnernase wird stärker. Am Gaumen schön würzig. Danke für den Sushi-Tipp, passt super. Der Trinkfluß nimmt zu… 🙂

  10. Riesling mal anders, leicht animalische Nase, dezente Frucht. Schöner Trinkfluss mit angenehmer Säure und unendlich lang! Eine echte Entdeckung.

  11. Der 18er rockt schon richtig gut. Nase hat neben der Hefe(teig)note etwas sehr grünes, Richtung Aloe Vera und Badesalz. Kaum Frucht. Die feine Säure gibt ihm einen geilen Trinkfluss. Oins zoa gsuffa!

    1. Der 32er ist sicherlich weniger zugänglich – Nase eher Geschmacksache…
      Uns erinnert er, trotz aller Unterschiede, ein wenig an den Timotheus vom Gut Oggau!
      Bisher gefällt uns der 18er besser – ich sage mal bisher eher 3,5-4 SP

  12. Die Nase des 32er ist für uns schwieriger, aber im Geschmack kräftiger, markanter. Weniger Säure als der 18er. Der will nicht kuscheln, mit dem muß man sich auseinandersetzen.

  13. Böckser!!! Danke an Frank, jetzt komm ich drauf, Der 32 erinnert mich genau wie der HAE vom Tschida, an den Geruch von Opa´s altem Weinkeller mit den 500 L Fässern!
    Das steigt einem direkt in die Nase, verschwindet beim trinken aber sofort.

  14. Der 32er ist killer-geil! Nase verändert sich minütlich: Gullydeckel, Eierschale, gegrilltes Bannblatt. Wie ein Geysir im Yellow Stone National Park. PS: Könnt Ihr was zu den Fässern sagen?

  15. Sehr speziell der 32er. Wie Dirk sagt – verändert sich minütlich. Geschmack und Geruch nahe an Algen. Auch ein Hauch Safran. Aber sehr spannend, die Entwicklung zu erleben.

  16. Gibt es schon ne Prognose, wie sich die Weine in den nächsten Jahren entwickeln?
    Werde mir jetzt auch erstmal ein Burgunder-Glas schnappen…
    Tolle Weine!

  17. Finde der 32er ist etwas kräftiger und kühler. Tolle Nase, geht Richtung Burgunder. Nicht ganz so viel trinkfluss aber sehr geiler Wein.

    1. Ich kopiere mal meinen Facebook Beitrag: Da schon so viele offene Flaschen den Kühlschrank blockieren, öffne ich zum Wein-am-Limit-Livestream nur einen Wein. Dafür mache ich beim Glastest mit. Aus dem Gabriel Glas kommt die Zitrusfrucht etwas besser raus, aus dem Burgunder strömt mir Meursault entgegen. Auch im Mund erinnert mich der Wein an den am Dienstag getrunkenen Karel de Graaf aus 2013. Riesling auch für Chardonnay-Fans. Toll.

  18. Der 32er ist sicherlich weniger zugänglich – Nase eher Geschmacksache…
    Uns erinnert er, trotz aller Unterschiede, ein wenig an den Timotheus vom Gut Oggau!
    Bisher gefällt uns der 18er besser – ich sage mal bisher eher 3,5-4 SP

  19. Beim ersten Riechen am 42er beschlagen einem aber die Augen…. Da muß man sich langsam herantasten. Zuerst gibt der einem eine Ohrfeige. Geil! 😉

  20. Der 42er entwickelt sich. Wir hätten ihn wohl besser gestern geöffnet. Aber er kommt… Zuerst erschlägt die Petrolnote, dann kommt etwas Flint, dann die Frucht…

  21. Ich kopiere mal meinen Facebook Beitrag: Da schon so viele offene Flaschen den Kühlschrank blockieren, öffne ich zum Wein-am-Limit-Livestream nur einen Wein. Dafür mache ich beim Glastest mit. Aus dem Gabriel Glas kommt die Zitrusfrucht etwas besser raus, aus dem Burgunder strömt mir Meursault entgegen. Auch im Mund erinnert mich der Wein an den am Dienstag getrunkenen Karel de Graaf aus 2013. Riesling auch für Chardonnay-Fans. Toll.

  22. Frage an den Gast: Sind die Weine ebenso stark ertragsreduziert wie streng selektioniert? Oder verliert dieser Aspekt der Ertragsreduzierung bei dieser Ausbaumethode etwas an Bedeutung?

  23. Absolut großes Kino! Wir trinken gerade 18 gegen 42 und wünschen uns wir hätten morgen frei…
    Spaß bei Seite. Ich glaube den 42er hab ich trotz Zähneputzen morgen früh noch im Gaumen;-)
    Ein großes Dankeschön an Dirk für so geilen Stoff

  24. Hier gibt es einen harten Fight zwischen den Fans des 32er und des 42er. Gibt jetzt nochmal eine Ad hoc-Vertikale ohne Boxhandschuhe. Oins Zwoa Ress!

  25. Großes Lob an Dirk! Sympathischer, authentischer Typ! Mit der Idee “trinkfertige Weine” rennst Du bei uns offene Türen ein! Keine einfachen aber sehr interessante Weine!
    Der 42er ist bei uns wahrscheinlich noch zu kalt – gefällt aber trotzdem, er kommt allmählich! Mind. 4 SP
    @Dirk mach bitte so weiter – wir finden diese klare Linie, die Du fährst super und unterstützendswert!
    Danke Hendrik, dass Du jedesmal aufs Neue unseren Horizont erweiterst!

  26. ein narürliches hallo ,

    nachdem ich den beitrag gesehen habe musste ich doch noch ein paket bestellen…
    gestern abend haben wir dann verkostet – im gabriel glas und im balance (burguder) glas von zieher
    alle weine karaffiert und wohl temperiert um die 10 grad…
    der 18 besticht durch die schöne kohlensäure nicht zu viel aber sehr anregend und frisch schöner trinkfluss
    der 32 (auch heute noch unser vavorit) sehr trinkig und vor allem immer wieder neu
    in der nase zu allererst frische, heisse maroni vom viktualienmarkt 🙂 natürlich der chinaböller,
    im burgunderglas wirkt er weit weniger “süss” – extrem, was das glas ausmacht.
    gleich nach der verkostung haben wir den dekanter geschnappt und den nachbarn (gastronom) besucht
    (ein anerkannter wein und whiskey kenner ) der war erstmal im burgund , dann in italien und hat nich schlecht gestaunt
    dass es ein rheingauer riesling ist – sehr fein – ganz unser geschmack.
    der 42 dann sehr salzig, ein bischen alkoholisch , fordernd – nicht gerade easy drinking ( im besten sinne )
    schon ein wein für mehrere abende.
    alles in allem wieder eine sehr gelungene verkostung auch dank dirk , der nach meinem geschmack über´s thema spricht
    sind so oft schon durchgefahren durchs dorf – jetzt muss ich doch mal reinschauen ins weingut…

    unfiltrierte grüsse
    harald

    1. … noch ein nachtrag:

      gestern abend nochmal nachprobiert (also 2 tage offen)
      der 42 ist jetzt perfekt balanciert schöne hefetöne, runde säure richtig gut – ihm hat die luft sehr gut getan.
      der 32 ist leider gekippt – oxidiert , bitter , ausseinandergefallen – aber wer trinkt den schon über 3 tage ?

      eine wunderbare folge 276 – ich freue mich auf die nächsten drei flaschen die noch im keller liegen!
      harald

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