Wein am Limit - Hendrik Thoma
07.02.2021 - Folge 489

Remember - Kaiserlich und Königlicher Furmint von Kolfok

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Liebe Walinauten,

wir fliegen zum Mond, demnächst auf den Mars und erobern uns das Universum, zumindest einen kleinen Teil davon. Ich habe nichts gegen Fortschritt, Technologie und Entwicklung, aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass die Menschheit vor sich selbst davonläuft. Spätestens seit dem erzwungenen Innehalten durch Corona scheint ein Umdenken in einigen Teilen der Gesellschaft, in Bezug auf  den Wert von Lebensmitteln, stattzufinden.

Da war z.B. der Skandal über Massentierhaltung und die miserablen Arbeitsbedingungen bei Tönnies & Co. Er ist zwar schon fast wieder vergessen, aber für einen kleinen „großen“ Moment hat dieser fiese, kleine Virus schonungslos eine gesellschaftliche Lücke freigelegt. Immer höher, schneller und weiter kann nicht die richtige Antwort auf die kommenden Herausforderungen sein.

Auch im Weinbau waren die letzten Jahrzehnte von diesem teilweise seelenlosen Drive geprägt. Angepflanzt werden weiterhin die ertragreichen Sorten, die möglichst populär sind und gelernte Geschmacksmuster bedienen. Da kann man nichts falsch machen, oder? Ich meine, dass das der falsche Weg ist. Er führt in eine Sackgasse. Denn in diesem Spiel geht es nicht mehr um Qualität oder das Individuum, sondern nur noch darum, wer billiger und mehr produzieren kann. Wohin das führt, sieht man an der geschundenen Natur und dem riesigen Weltweinsee. Den bekommen nicht mal alle Destillationskolonnen der Welt vergeistigt, selbst wenn sie 48 Stunden und 365 Tage im Jahr laufen würden.

Was hat der Kolfok damit zu tun?

Der Kolfok ist das Synonym für einen unbeirrbaren, burgenländischen Menschen, der seinen Weg geht. Nun, die 500 Liter Furmint, die Stefan Wellanschitz in einer umveredelten Parzelle in Neckenmarkt geerntet hat, sind ein Tropfen im Weinozean. Trotzdem geht von diesem Erstlingswerk eine vielversprechende flüssige Botschaft mit viel Sprengkraft aus. Er ist eine Geschmacksbombe und ein grandioser Stoff der Kategorie: Weine, von denen die Welt mehr braucht. Denn einst waren die hoch gelegenen Parzellen von Neckenmarkt für ihre Weißweine und ihren Furmint bekannt. Boden und Mikroklima sind in dieser Gemeinde ideal für elegante weiße Gewächse. Tradition ist auch, wenn man sie bewahrt oder sich, wie Stefan, an sie erinnert.

Was kann der Furmint dafür?

Remember; sich zu erinnern, wie es einmal war und nicht nur schauen, was sich auf den Weltmärkten leicht vermarkten lässt. Darum geht es bei diesem Wein, der an eine glanzvolle Zeit anknüpft und ganz anders – zeitgemäß – schmeckt.

Ein paar Rebstöcke sind vom Furmint im Burgenland übrig geblieben oder wurden von Visionären gepflanzt. Auf der Welt gibt es ca. 5300 Hektar, davon 10-20 in Österreich. Früher, vor dem Zerfall der K.-u.-k.-Monarchie war die kleinbeerige, störrische Sorte berühmt für ihre Spitzenqualität und wurde in Österreich und der Welt gefeiert. Damals wie heute, meistens nur süß oder edelsüß. Doch mit Sorgfalt und Präzision lassen sich ziemlich charaktervolle trockene Weine aus dem Furmint keltern. In seiner Urheimat Ungarn ist es vor allem der bekannte Tokay Winzer Istvan Szepsy, aber auch aus Slowenien und Kroatien finden sich immer mehr großartige mineralische Beispiele. Kompakte Stoffe, die von einer deutlichen Säure getragen werden und großartige Essenbegleiter sind. Topp Stoff, der mehr Aufmerksamkeit verdient.

Früher war nicht alles besser, aber manches eben doch, remember that.

Wir wünschen Euch fulminanten Spaß im Glas,

Hendrik, Bianca & das WaL Team

Die Weine aus dem Video

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Name des WeinesSoulfaktorPreis
2019 FURMINT "REMEMBER"
Kolfok, Mittelburgenland
44.00 €Details
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