Wein am Limit - Hendrik Thoma
11.07.2014 - Folge 183

Toiflisch gut!

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2012 Gemischter Satz „Wolferl“
Thiery Weber, Kremstal
Soulfaktor 4
10-20 Eur
2012 Riesling „Gebling“ Reserve DAC Kremstal
Thiery Weber, Kremstal
Soulfaktor 4
10-20 Eur
2006 Riesling „Gebling“
Thiery Weber, Kremstal
Soulfaktor 5
10-20 Eur

Liebe WALinauten,

mit Artur Toifl vom Familienweingut Thiery Weber habe ich einen weitgereisten, jungen Winzer aus dem Kremstal zu Gast. Seinem Riesling aus der Lage „Gebling“ gilt seine ganze Passion. Auch die anderen Weine seiner Kollektion haben ein hohes Niveau.

Als ersten Wein verkosten wir den 2012er „Wolferl“. Bei diesem Wein handelt es sich um einen (echten!) gemischten Satz aus spätgelesenen Trauben (Riesling, Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc, Gelber Muskatteller & Chardonnay) verschiedener Weingärten. Diese werden ganz am Ende der Lese, wie ein „Wolferl“, durchsucht. Das ist eine alte Tradition und herausgekommen ist dabei ein herrlich geschmeidig schmeckender Wein mit einem dekadentem Honig-Marillen Bukett. Für Artur ist es die Essenz des Jahrgangs.

Die Lage „Gebling“ liegt in Rohrendorf und unter der dünnen Lössauflage befindet sich festes Konglomeratgestein. Dieser Riesling zeigt, dass es in Österreich durchaus möglich ist sehr elegante Rieslinge zu keltern. Er hat eine feine Frucht die Pfirsich, Nektarine und eine bestechende Mineralik. Die drückt sich in einer schmeckbaren, salzigen Würze auf der Zunge aus. Vor allem der 2012er hat einiges davon. Der 2006 war der erste Jahrgang aus diesem Weinberg und zeigt was für ein Potential in diesem Weinberg steckt. Er erinnert an einen mächtigen Elsässer Riesling und hat die typisch reifen Noten die der Riesling mit zunehmender Reise entwickelt. Ich versuche das Wort Petrol bewusst zu vermeiden. Wer trinkt schon gerne Benzin? Doch es geht in diese Richtung. Der 2006 „Gebling“ hat eine tolle Spannung und ist aufgrund des kräftigen Alkoholgehalts sehr geschmeidig. Mit einem Preis von 17 Euronen ein echter Schnapper und für alle, die sich mit einem toll gereiften Riesling anfreunden wollen, eine gute Gelegenheit.

Artur bleibt auf meiner persönlichen Watchlist. Meine Empfehlung an Euch… .

„In taste we trust“

Euer
Hendrik

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Kommentare

26 Kommentare zu “Folge 183 : Toiflisch gut!

  1. Hallo ihr Zwei,

    meiner Meinung nach wird der Österreichische Wein seinen Siegeszug auch hierzulande fortsetzen. Die Österreicher sind uns vor allem ins Sachen Rotwein doch noch voraus. Der Blaufränkisch gehört für mich zu einer der interessantesten Rebsorten zur Zeit. Was da häufig auf die Flasche kommt ist nicht nur qualitativ absolut erstklassik. Wir erleben immer mehr einen Trend weg von den dicken, alkoholstarken Weinen speziell auch im Rotweinbereich. Ich denke Österreich hat hier eine gute Basis um sehr weit oben mitspielen zu können.

    Viele Grüße
    Marc

  2. Hallo Hendrik,
    schöne Folge, spannende Weine und sympathischer Gast.
    Eine Frage: Ist der “Wolferl” wirklich eine echter gemischter Satz? Zur gleichem Zeit gelesene und zusammen vergorene Traube, klar…. aber sollten die Trauben nicht auch aus dem gleichen Weinberg bzw. der gleichen Anlage stammen, also auch zusammen angebaut sein?
    Wie auch immer, ich finde den gemischten Satz durchaus spannend und traditionsreich ist er ja auch. Winzer wie Marcel bzw. Jean-Michel Deiss machen in dieser Art sehr spannende und einmalige Weine (wenn auch nicht für jeden Tag).

    Die Zukunft der österreichischen Weine in Deutschland sehe auch ich positiv. Grüner Veltliner ist ja u.a. auch in USA (New York) sehr angesagt. Hoffe mal, dass unsere Nachbarn hier die Qualität im Durchschnitt hochhalten und es nicht so traurig wird wie in den 90ern mit dem ganzen Supermarktschaplieeschrott.
    Auch der Rotwein aus Österreich/Burgenland trifft den neuen Geschmackstyp gut, wie Marc schon gesagt hat. Winzer wie Roland Velich oder Uwe Schiefer haben hier auch wirklich eine tolle (Vor-)Arbeit geleistet. In Summe alles gut in Ösiweinland …. oder zumindest fast 😉

  3. Der Artur und seine Kollegen machen sensationelle Weine – und das schon seit Jahren. Die neue junge Generation legt da national und international ein ganz schönes Tempo hin und wird nahezu jedes Jahr qualitativ noch besser und spannender.
    Zu meiner persönlichen großen Freude geraten die fetten, alkohollastigen Weiß- und Rotweine immer mehr ins Hintertreffen und terroirgetragene Weine werden immer prominenter. Erst so schmeckt man wirklich wo die Weine herkommen, welche Sorten im Glas sind und vor allem was der Winzer drauf hat.
    Ganz klar sind der Grüne Veltliner und der Blaufränkisch momentan die interessantesten Sorten, aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Riesling wird wieder ganz groß geschrieben (in hier gezeigter Qualität), aber auch spannende authochtone Sorten wie z.B. Neuburger, Furmint, Roter Veltliner und natürlich Zweigelt und noch viele andere mehr.
    Man kann wieder stolz sein aus Österreich zu kommen und auch diese Weine zu trinken. Danke Artur und Kollegen!
    (Übrigens gibts die Weine von Artur zB hier zu kaufen: http://www.best-wines.eu – auf Anfrage auch mehr aus dem Sortiment.)

  4. Aus dem Kremstal hatte ich letztens erst einen GV. Der war auch gut. Aus der Wachau finde ich momentan auch die Federspiele besser als die Smaragde. Das kann aber modebedingt sein. Vergleichen kann man die am besten mit den deutschen Kabinettweinen. Die Smaragde bleiben halt liegen, werden ja nicht gleich schlecht:-)
    Für die Zukunft (in DE) sehe ich eher Stagnation. Zumindest im Gutsweinbereich weiß werden die deutschen Erzeuger unangefochten bleiben. Im Bereich bis 10 Euro sind sie vielleicht auch stärker. Was sich weiterhin gut verkaufen wird, sind die hochpreisigeren Sachen, für die die sie sich leisten können und wollen. Bei den Rotweinen kenn ich nur ein paar der oberen Liga (Neckenmarkt, Perwolff und Co.), welche eigentlich durch die Bank den direkten Vergleich nicht scheuen müssen. Aber das ist eben nicht die Masse. Meine Meinung zu den Kommentaren habe ich ja bereits mehrfach kund getan. Interessante Sendungen animieren zu vielen Kommentaren. Themen die wenige interessieren kommentieren entsprechend wenige.

    1. Bin mir da nicht so sicher, ob der Rückgang der Kommentare eins zu eins mit der Themen der Folgen zusammenhängt. Viele der “Vielschreiber”, die hier auch spannende Diskussionen ausgelöst haben, sind nicht oder kaum mehr hier zu lesen….. warum auch immer, ist auf jeden Fall schade.

      1. Hi p-no. Schade ist es auf jeden Fall. Einige sind andererorts unterwegs (das weißt du ja selbst), andere hat vielleicht die Lust verlassen. Letztlich hat sich aber auch die Art der Videobeiträge “entwickelt”. Früher (ich weiß, dass das blöd klingt) gab es mehr Tipps zu Weinen, die noch nicht so im Fokus standen. Heute ist dafür mehr Calistoga. Nicht falsch verstehen: ich finde das ganz normal und kritisiere das auch nicht. Ich glaube auch daran, dass Hendrik hier nix vorstellt, was er selbst nicht gut findet. Wir haben das Thema ja auch schon viel zu oft diskutiert. Aber auch das könnte ein Grund sein.
        @Hendrik: da du das ja sicher liest, wann gibt es denn nun den lang angekündigten Calistoga-Katalog?

        1. Hallo Messias,

          auch ich bedaure sehr, daß die Kommentare abgenommen hat. Die Zugriffszahlen auf WaL sind nämlich die gleichen, wie noch vor einem Jahr. Ich überlege mit dem Relaunch der Seite sie eventuell abzuschaffen und die Diskussion auf Facebook und Twitter weiterzuführen. Dort passiert ja eine Menge und vielleicht wollen die Leute dort enger mit mir verbunden sein. Es ist nämlich auch für mich frustrierend, wenn so wenig an dieser Stelle zurückkommt. Auf der anderen Seite hat kein deutscher Blog auch nur annähernd so eine Diskussion in Gang gesetzt.

          Bezüglich Calistoga und der Verknüpfung mit Wein am Limit folgendes. Es ist kein journalistisches Format, sondern meine Video-Show. Die Weine, die ich selbst vertreibe, sind sowieso mehr mein Steckenpferd und künftig werde ich diese auch noch stärker in den Vordergrund stellen. Zu diesen stehe ich und vertrete sie voll und ganz. Sadie, Mullineux, Pato, Ocean Eight, Sunier oder Pearl Morissette usw. sind international gesetzt und top. Was ist daran falsch?

          Trotzdem werden auf WaL immer wieder interessante Winzer und Weine vorgestellt werden. Welcher Weinhändler bietet schon so eine Plattform an? Die Zeiten des “Beta” sind bei Wein am Limit vorüber. Ich habe meine Lehren daraus gezogen.

          “Quid pro Quo!”

          Herzlichen Dank an Dich und die treuen Walinauten,

          Hendrik

      2. Hallo Hendrik, ich gehe mal davon aus, dass du mit dem ominösen “Matthias” mich meinst. Es ging mir in meinem Kommentar weniger im die Frage, wie ich persönlich zu den Inhalten stehe, sondern darum, dass das aktuelle Konzept etwas mit der Kommentaranzahl zu tun haben könnte. Wissen können das freilich nur diejenigen, die inzwischen nicht mehr kommentieren. Hätte ich ein Problem damit, würde ich hier nicht regelmäßig etwas schreiben. Thema sollte damit abschließend geklärt sein.
        Deiner Idee ausschließlich Twitter und FB zu nutzen stehe ich persönlich aber tatsächlich negativ gegenüber. Erstens benutze ich beide Dienste nicht (und daran wird WaL nichts ändern), zweitens glaube ich, dass die Diskussion auf diesen Vertriebswegen inhaltlich abflachen wird. Es geht um mehr als nur den gefällt-mir Button zu drücken. Ich habe fertig!

      3. Hallo zusammen,
        ich persönlich würde es sehr bedauern, wenn hier in Zukunft kein Forum für Kommentare und Diskussionen zu finden sein würde (auch glaube ich, dass damit die Zugriffszahlen eher abnehmen würden).
        Das der verstärkte kommerzielle Zweck dieser Seite bzw. Video-Show das Ausbleiben von Kommentaren bedingen muss, glaube ich eigentlich nicht. Wäre das so, dann sollte man auch mit keinem Winzer, Weinhändler, Journalisten, usw. diskutieren… alle haben ja (zu recht) auch ein kommerzielles Interesse, wenn Leidenschaft und Authentizität gegeben ist, spielt das (für mich) keine Rolle. Im Gegenteil – ein (sehr streitbarer) Weinhändler aus Nürnberg hat einen großen Anteil, dass sich bei mir eine Weinleidenschaft entwickelt hat. Das er damit Geld verdient hat und verdient, ist gut so.

        Wäre schön, wenn es hier auf WaL weitergeht und es wieder etwas “munterer” in den Kommentaren wird.

      4. “Ich überlege mit dem Relaunch der Seite sie eventuell abzuschaffen und die Diskussion auf Facebook und Twitter weiterzuführen.”

        Hoffentlich nicht, denn Fratzenbuch und Co. sind aus grundsätzlichen Erwägungen nichts für mich…

  5. Wirklich tolle Weine vom Weingut Thiery Weber! Bei einer DAC Verkostung vor ein paar Jahren, gehörten seine Weine zu meinen persönlichen Top 3.
    Weiter so 🙂
    Lg
    Stephan

    P.S.: Möglicherweise folgt noch ein Bewerbungsvideo für die Reise nach Frankreich!

  6. Hallo Hendrik,
    Hallo Herr Toifl,

    wieder einmal ein schöner Beitrag über Österreich’s Winzer. Vielen Dank dafür!!!

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Weinbau in Österreich in den nächsten Jahren keineswegs an Qualität einbüßen wird sondern stetig steigt.

    Auch das Interesse ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen, was hoffentlich nicht in rasant steigenden Preisen endet.

    Für mich ist Österreich noch eines derjenigen Weinländer, in denen man gute Qualität für relativ kleines Geld bekommt!

    In diesem Sinne, weiterhin viel Erfolg!

  7. Aloha!
    Entweder ich hab Tinnitus oder bei dieser und den letzten Folgen gibt es im HG einen nervigen hohen Ton. Schau doch mal was da so nervt….

  8. hallo hier an alle,
    freut mich, das arturs weine auch hier anklang gefunden haben. wir hatten seine weine auch mal verkostet…in einem etwas anderen umfeld. wir fanden das auch sehr spannend. vor allem den vergleich zwischen den Thierry Weber Weinen und dem orginalen Artur Toifl Stoff. Seh spannend.
    Mal sehen?

  9. Zur Frage von Artur Toifl:
    Ich glaube oder hoffe, daß -wie in D auch- die wachsende Begeisterung der neueren Winzergeneration am Spiel mit den vielfältigen Möglichkeiten rund um die Weinerzeugung zu noch mehr Spaß im Glas führen wird und hoffe auch, daß dies von einer steigenden Zahl von Menschen mit Fähigkeit zum Genuß in A und D und überhaupt gebührend honoriert wird.

  10. Hallo Hendrik – habe grade erst die Sendung mit Arthur entdeckt! Super, dass ihr das realisiert habt. Solche Qualität braucht Bühne. Tolle Weine, von tollen Leuten! Gruß, Jan

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