Wein am Limit - Hendrik Thoma
14.09.2014 - Folge 194 / Teil 1

Zeit für Wein

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
1987 Vina Tondonia Blanco Reserva 3/4
R. Lopez de Heredia, Rioja
Soulfaktor 5
10-20 Eur

Liebe WALinauten,

ganz in der Nähe des WaL HQ in Hamburg-Eppendorf hat Andreas Hentschel seine Uhrenmanufaktur vor über 20 Jahren gegründet. Seine schlichten, präzisen Uhren sind kleine Meisterwerke, die mit viel Liebe zum Detail in handwerklicher Arbeit, in den Räumen seiner Werkstatt gefertigt werden. Jedes Stück ist ein kleines Unikat. Deswegen genießt die Marke „Hentschel“ unter Uhrenkennern großes Ansehen und findet Käufer aus aller Welt.

Andreas mag sehr gerne Wein. Somit stand nach einigen Monaten Vorlauf fest, dass wir gemeinsam eine Session und Verkostung bei Wein am Limit durchführen. Das Thema dieser Folge ist, was Handwerk und Mut zur Langsamkeit ausmacht. Eigentlich ein philosophisches Thema. Aber Uhren und Wein scheinen einiges gemeinsam zu haben. Beides ist in gewisser Weise überflüssig und dennoch erfreuen sich viele Menschen an diesen Luxusgütern. Es ist das Persönliche, was aus einem Chronometer oder einer Flasche Wein erst etwas Bedeutsames macht. Es geht nicht um den Preis, sondern um das Vergnügen es zu besitzen (oder es zu konsumieren) und das Wissen um seine Entstehung und Herkunft. Der wahre Wert des Objektes ist die Beziehung zu ihm. Dazu fällt mir eine Quote von Oscar Wilde ein: „Some people know the price of everything and the value of nothing!“

Kommentar verfassen

Kommentare

8 Kommentare zu “Folge 194 : Zeit für Wein

  1. Wie es der Zufall so will war ich Anfang August in HH. Mein Gastgeber wohnte dort beinahe idyllisch und ländlich in HH-Stadtteil Bergedorf.
    http://www.hamburg.de/bergedorf/
    Die Straße hieß „An der Sternwarte“ – klingt nach Märchenwald und war auch fast in einem Waldstück gelegen – wohltuende
    Tour – Entspannung und gut. Erst mit Wikipedias Hilfe erfuhr ich dann mehr über die Hamburger Sternwarte und deren wechselvolle Geschichte.

    Für mich schien an diesem Ort die Zeit still zu stehen, alles war unwirklich friedlich und ruhig. Ganz eigenartig, ich habe dieses „zeitlose“ Gefühl genossen. 🙂

  2. Sehr stylische Folge. Es ging zwar diesmal hauptsächlich nicht um den Wein, was jedoch nicht störte. Herr Hentschel hat eine sehr angenehme und unaufgeregte Erzählweise. Dann würde ich gern noch ein paar Geschichten aus dem Nähkästchen hören.
    Kann man soche alten Rioja’s eigentlich irgendwo beziehen oder muss man selber einlagern?

    1. Hi Messias,
      den Blanco Reserva als “jugendlichen” 91er findest Du z.B. bei K&U in Nürnberg (gibt aber sicher noch einige andere Quellen).
      Ich kenne nur die roten von Tondonia und finde Sie sehr spannend – irgendwie sind das ruhige, entschleunigte Weine…

      1. Yepp, die hatten auch ein paar 10er von Antoine Jobard im “Restpostenverkauf” wobei Du Jobard auch bei einigen anderen guten Händler (Lobenberg, Extraprima, etc.) findest.
        Die paar Flaschen roten Tondonia hab ich allerdings bei Molina in Darmstadt mitgenommen – bin mir nicht sicher, ob die versenden..

  3. Parker spricht in seiner Rezension (Google: Parker Tondonia) von Block-Malz, Kerzenwachs, Löwenzahn und Melone.

    Im Beitrag wurden Bohnerwachs und Säure genannt. Beim Bohner- oder Kerzenwachs dürfte es sich um Reifungsnoten handeln, es kann also ein wenig nach dem Bohnerwachsbestandteil Terpentinöl schmecken, love it or leave it.

    Ich trinke gelegentlich gerne einen ebenfalls jahrelang im Holzfass gereiften süditalienischen Rotwein (Salice Salentino Rosso). An den zunächst muffig erscheinenden Geschmack nach getrockneten Feigen und Nelkengewürz hatte ich mich recht schnell gewöhnt, muss ich nicht jeden Tag haben, aber der harmonische Gesamteindruck gefällt mir.

  4. Interessante Folge ! Der Viña Tondonia ist schon was ganz besonderes, habe schon den Rot- & Weißwein getrunken und fand den ersten Eindruck ziemlich irritierend. Ich gebe aber Rudi Recht, dass man sich schnell an die Geschmacksnoten gereifter Weine gewöhnt und das auch gelegentlich gerne genießt.

    Ich würde mir mal eine Livestream mit gereiften Weinen wünschen, nicht nur 6-8 Jahre alt, sondern eher 20-30 Jahre. Vielleicht wäre das mit Riesling, Bordeaux oder auch einem Viña Tondonia möglich ? Oder sprengt es das Budget ?

Menu