Wein am Limit - Hendrik Thoma
08.01.2013 - Folge 76

3. Folge der Frankreich-Trilogie

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2007 Menetou-Salon „Morogues“
Domaine Henry Pellé, Loire
Soulfaktor 2
10-20 Eur
2009 Le Vignobles d’Élian
Domaine Élian da Ros, Côtes du Marmandais
Soulfaktor 4
10-20 Eur
2010 Braucol
Domaine Robert & Bernard Plageoles, Gaillac
Soulfaktor 4
10-20 Eur

Dies ist die letzte Folge der Frankreich-Trilogie mit drei Gewächsen aus unbekannten Gefilden. Frankreich steht natürlich nach wie vor bei Luxusweinen weit vorne in der Welt, aber was mich immer wieder bewegt, sind die vielen authentischen und eigenständigen Weine, die unser Nachbar hervorbringt.

Leider war der erste Wein recht lahm und dabei hatte ich mir sehr viel von ihm versprochen. Das Gebiet Menetou Salon liegt etwas nördlich von Sancerre an der oberen Loire. Das Klima und die Weine sind durchaus ähnlich, denn auch hier findet sich Kimmeridge. Dieser kalkhaltige Boden mit fossilen Einschlüssen aus dem oberen Jura (benannt nach einem Küstendorf in Südengland) verleiht dem Sauvignon Blanc, der für diesen Stoff 100% verwendet wird, einen rauchig-mineralischen Duft. Leider war der 2007er „Morogues“ auf dem Weg in die ewigen Weingründe begleitet von einem ranzigem Bittermandelaroma und mit schleichenden Oxydationsnoten. Zwar noch trinkbar, aber in diesem Fall kein wirklicher Genuss. Sonst können die Weine aus Mentou-Salon eine wunderbare leichte Frische besitzen und ich empfehle nach ihnen Ausschau zu halten, weil sie auch preislich im Rahmen bleiben. Was wiederum am fehlenden Prestige liegt.

Der 2009er Le Vignobles d’Élian von Elian da Ros ist schon ein ganz anderes Kaliber und auch bezahlbar. Die Blend besteht aus 50% Merlot, 30% Cabernet Franc und 20% Syrah und wird 16 Monate in gebrauchten Fässern gelagert. Fast ohne Schwefelzugaben abgefüllt, ohne dabei geschönt oder gefiltert zu sein, entspricht er ganz wunderbar meinem Geschmacksprofil. Ein purer Wein aus geringen Erträgen mit einer Frucht zum Reinlegen. Dunkle Früchte, Kräuter und Mineralien in der Nase. Ein Spaßwein, der leicht gekühlt und dekantiert ein echtes Weinerlebnis, das etwas an Bordeaux erinnert, vermitteln kann. Mehr zu Elian da Ros im weiterführenden Link unten.

Der 2010er Braucol von der Domaine Robert & Bernard Plageoles aus Gaillac ist ein Stoff für neugierige Puristen. Super klar und rein kommt diese alte Rebsorte mit einem Duft von Pfeffer, Cassis und Kräutern rüber. Ein absolut schnörkelloser Stoff, der knackig, trocken und saftig frisch ist. Er ist nicht fein, nein, sondern rustikal. Das ist seine Natur. Nix für Feiglinge. Toll, dass sich solche Weine im Südwesten Frankreichs finden lassen. Gaillac ist die zweitälteste Region des Landes und war lange Zeit im Nirwana verschwunden. Nun taucht sie langsam wieder auf und bekommt zu recht mehr Interesse geschenkt, zwar nur von Fachleuten und passionierten Eingeweihten, aber immerhin.

Wenn man doch so etwas häufiger mal eingeschenkt bekäme, wenn man irgendwo im Restaurant, einer Bar oder eingeladen ist. Der Stoff liegt knapp unter 10 Euronen und ist jeden Cent wert. Zum diesem Preis braucht man in keinem Discounter der Welt mehr zu gehen.

In 2013 gilt: Wer WaL schaut, hat mehr, viel mehr Spaß im Glas!

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Kommentare

42 Kommentare zu “Folge 76 : 3. Folge der Frankreich-Trilogie

  1. Prima, drei mir unbekannte Weine – werde mal versuchen, von dem 2009er Le Vignobles ein Fläschchen im Netz zu finden. Habe die Domaine Élian da Ros in sehr guter Erinnerung, seit ich in einem Mainzer Restaurant mal den 2004er Clos Baquey getrunken habe, der mich restlos begeistert hat. Viel Spaß in Neuseeland!

  2. Wieder mal eine schöne Sendung,nach dem ich die GV Sendung ausgelassen habe.Grüner Veltliner ist nicht so meins. Aber Frankreich ist hoch spannend,gerade die nicht so bekannten Regionen bieten oft viel Wein für relativ wenig Geld. Aber auch Bordeaux,das ich letztes Jahr für mich entdeckt habe macht Spaß. Im übrigen war die WaL Sendung als du den Le Reysse vorgestellt hast der Auslöser. Habe mir eine Flasche besorgt und war begeistert über Preis und Leistung ! WaL mit Zuschauern,das wäre großes Kino.Dirk Würtz mit seiner 100°Öchsle Show hat es vor gemacht. LG !

  3. Moin ! Thematisch sehr interessante und unterhaltsame Folge. Aber diese dauerhafte Unschärfe bereitet mir Kopfschmerzen… Chris Mott bekommt das doch auch hin 😉

  4. Lieber Hendrik,

    hat wieder Spaß gemacht und ich muß Dir absolut zustimmen : bring mehr von den No-Mainstream-Dingern.
    Zum Beitrag selber und speziell Plageoles :
    a. der Tarn fließt hier von Ost nach West. Es gibt also eine Nord/Süd-Teilung
    b. Plageoles Weine (seine Monocepagen Braucol,Mauzac noir und Syrah) sind schon ab März nach der Enrte im Verkauf und für ihn und auch uns absolut präsentabel. Ich komme also kommenden März mit den 2012ern nach Köln. Immer wieder überraschend wie er das hinkriegen kann bei so jungem Wein. Von Flaschenlagerung kann man da schon fast nicht mehr sprechen.
    c. ich wäre echt interessiert, welche Gastronomie Du kennst, die sich echt um Wein bemüht, der EK-Netto für Gastro ~5,80-6,20 Euro kostet und nicht ein allbekannter Hipwein ist oder zumindest Chateau und 60 Monate Barrique auf dem Etikett stehen hat. Oder hat sich da in Köln in den letzten Jahren was getan? Meine Erfahrungen lassen mich drei Kreuze schlagen, wenn mich in Köln jemand zu einem Glas Wein (draußen) einladen will und das dann auch noch 7 Euro das Glas! kosten soll.
    d. Wenn Dir solche Weine Spaß machen (leider bist Du da in NZ) folge dem Link : http://www.geschmackschmiede.de/?p=2504 . Vielleicht nächstes Jahr.
    beste Grüße aus Gaillac
    Karl

    1. zum thema wein in köln hätte ich auch großes interesse. bin vor ein paar wochen hierhergezogen und weintechnisch noch überhaupt nicht im bilde…

      1. Hoi Hendrik,
        ja nach der Seite verstehe ich auch Nord und Süd. Ist dort eher gedacht wir rechst/links-rheinisch und somit unabhängig von Himmelsrichtungen. Grobster Schnitzer auf der Seite und unmöglich das so stehen zu lassen : es sind nur drei AOP’s , weiter unten noch 2 AGC’s erwähnt.Ich steh da jetzt nicht so drauf weil beide Label, was wohl für viele Leute noch so ist, nichts mit Qualität zu tun haben.
        Trotzdem ist das Gaillac ist eine der seltener anzufindenden Weinregionen die fast alle überhaupt möglichen Appelations-Kathegorien beinhalten. Also Weiß, Rot, Perle, Mousseux, Doux,Rose und Primeur.
        Als Info schon fast umfassend : http://fr.wikipedia.org/wiki/Gaillac_%28AOC%29 . Dort fehlt vielleicht der kleine Hinweis, der nicht zu verachten ist, das dort zur Zeit noch mit sage und schreibe 30 Rebsorten (wahrscheinlich sogar mehr) wovon 14! autochtone sind, gearbeitet wird. Oder die FAQ auf http://www.gaillac-et-voisins.de
        obwohl noch zur früh – viel Spaß ins Neuseeland
        Karl

  5. Hallo Hendrick,
    ich halte nicht viel einer Ménétou-Salon der fast 6 Jahre alt ist zu probieren, auch wenn es von Pélle ist,er hat nicht viel Chancen, klar zu weit und leider sind die Säure nicht mehr knackig aber sonst toller Wein. Lieben Gruss und weiter so.
    Stéphane

    1. Hallo Stephané, habe das auch erst im letzten Moment gesehen. Dieser im Katalog aktuelle Wein wurde mir vom Händler so geschickt. Tja, eigentlich sollte der Stoff nach 2-4 Jahren getrunken sein. Bin d’accord. Danke und Santé, Hendrik

  6. C’était un séquence formidable de ton petit show! Merci!

    Mich würde sehr deine Verkostung der “Matassa”-Weine von Tom Lubbe, Calce interessieren, Hendrik.
    Hast du eine in der Pipeline?!

    1. Lieber Sven, leider habe ich die letzten Jahrgänge nicht verkostet. Soll wesentlich besser geworden sein, so sagt man mir. Einige Weine fand ich früher sehr spannend, anderes wiederum hart an der Grenze es so akzeptieren, weil stark microbiologisch. Aber Tom Lubbe ist ein sehr, sehr guter Winzer. Santé und merci pour vôtre felicitâtions, Hendrik

      1. Lieber Hendrik, danke für die Info. Was genau aber meinst du mit “microbiologisch”?
        Viele Grüße auf deiner Reise an Kevin und Kimberley Judd 😉

      1. What’s your cultivar?
        Vermutlich wurde die Frage im Zusammenhang mit seiner Herkunft aus Südafrika beantwortet: Pinotage – wird bekanntlich dort angebaut.

        Three Trees Cougoumeilles 2009 Domaine Matassa
        Rebsorte: Carignan, Grenache, Syrah

  7. MONSIEUR HENDRIK, SÜBERBE! endlich mal jemand der einen wein von plageoles auf den tisch stellt und überhaupt spricht man zu wenig über die weine dieser region. du hast recht: leider immer nur bordeaux und burgund 🙁 es gibt viel sateliten in LA FRANCE, die eine grosse reise wert sind. alors, bonne dégustation mon chèr ami! joerg

  8. Apropos, Tom Lubbe, Three Trees Carignant 2009:
    [www.youtube.com/watch?NR=1&v=LKmGP2GZ_2Q&feature=endscreen]
    Bitte das Bla-Bla überspringen und sofort zur eigentlichen Verkostung Video 02:50 springen – da scheint aber ganz gewaltig was raus geschnitten worden zu sein, auch der Ton ist plötzlich nicht mehr synchron – hat sie nach dem ersten Schluck den Kopf nicht mehr aus dem Eimer raus gekriegt? Kein Wein für die Frau, nichts für die zarte Damenwelt? ;o)
    Schade, die Glaubwürdigkeit der so nett und unbekümmert tuenden und umwerfend charmanten Verkosterin leidet für mich an der entscheidenden Stelle. Hmmmh, hat jemand den Three Trees Carignant 2009 in Erinnerung?

    Im Netz fand sich folgende Verkostungsnotiz bei probiowein:
    Im Glas brillante Rubinrote Farbe. Frisches Bouquet nach reifen Kirschen. Am Gaumen intensive Fruchtaromen nach schwarzen Früchten, geschmeidige Tannine und herrliche Mineralität. Schöner, lang anhaltender Abgang.
    Passt gut zu gegrilltem oder Raclette.

    Das klingt doch recht nett, oder? :o)

  9. Sehr geehrter Herr Thoma,

    was wohl der gute René Gabriel zu der “Rotzbremse” sagt?

    Der Klamauk am Anfang des Videos und gen Ende des zweiten Weines traf weniger meinen Geschmack.

    Letztlich stellt sich natürlich die Frage, ob es zeitgemäß ist oder sein muss, wenn ein “paar Hundert Leute die Sendung rocken”..? Gegen Publikum oder ein Zusammenkommen ist freilich nichts einzuwenden, nur je showlastiger eine Veranstaltung wird, desto eher tendiert sie dazu, inhaltsärmer zu werden, was schade um die Weine wäre.

    Vinophile Grüße

    Diollysos

      1. Hallo Hendrik,
        fand Deinen Auftritt keineswegs mit zu viel Klamauk gewürzt. Der Schnurrbart hat mich an die 80er erinnert, wo fast jeder damit rumgelaufen ist ( peinliche Fotos aus der Zeit am besten unzugänglich machen). Wein und Spaß gehören zusammen und man muß auch über sich selbst lachen können. Dieses 50er Jahre Spiessertum mit deutschernsten Weinproben sollte man schon hinter sich gelassen haben. Finde auch die offene Art der Diskussion, auch wenn nicht immer alles jedem gefallen kann, sehr gut. Das mit dem ” Sendung rocken” stimmt aber schon.

    1. Ich fand das sehr charmant und hilfreich um mal wieder das eigene spärliche Franz-Vokabular zu trainieren. 🙂 Klamauk wäre es gewesen wenn da Asterix vor der Kamera gesessen hätte der vergeblich auf Obelix wartet und dabei Weine vom Château de Tigné verkostet. 😉

      1. Ich fand es nicht wirklich störend, mehr davon muss ich aber auch nicht haben. Am besten, Hendrik, mach einfach weiter so wie Du Dich fühlst und denkst. Das liefert am Ende immer das beste Ergebnis und ich glaube jeder von uns ist ab und an auch mal albern (und wer nicht, der verpasst denke ich ganz schön was in seinem Leben…;o)), somit geht das schon in Ordnung wie ich finde…

  10. Hallo Hendrik,
    also was Sauvignon Blanc angeht hatte ich dieses Jahr schon ein ernüchterndes Erlebnis mit einem Neuseeländer. Pink Cottage. Hat irgendwie nach Zitronengrastee mit Steinchen drin geschmeckt, was Mineralität vortäuschen sollte. Versöhnt mit der Rebsorte hat mich gestern auf einer Dienstreise ein ungarischer Wein dieser Rebsorte. Ohne Schnörkel und sehr an die Loire erinnernd. In Deutschland würde ich sowieso vorschlagen eine Scheurebe zu trinken. Habe hier Superweine von Schmitts Kinder (Franken, was sonst), Vollmer und Wittmann (Rheinhessen), sowie Müller-Catoir(Pfalz) probiert. Kannste viele S.B. voll vergess.
    Irgendwie hab´ich das Gefühl, dass Du Dich ein bißchen auf Franken eingeschossen hast. Wird es jetzt eine Frankentrilogie geben?
    Apropos ungarischer Wein. Hatte heute etwas Zeit und bin in die Markthallen von Budapest gekommen. Salami vom Grauen Rind und vom Mangalizaschwein, vom Metzger ( war nicht in der Wurst, hatt sie nur gemacht). Wahnsinn. Man wird zwar im Zug nach Wien schon komisch angeschaut, wenn man mit 36 Flaschen Rotwein und einem gigantischem Fresspaket voll Würsten heimfährt. Aber das war es wert. Glaube Wernervino.bloc.de bringt auch demnächst einen Bericht über Ungarn.
    Die beiden Roten werde ich selbstverständlich besorgen und probieren.

  11. Apropos, die Weinwelt rocken. Auch wenn jetzt wieder alle gähnen – aber hier ist/war der “große Bahnhof” von dem einige Güterzüge voll Wein auf die Reise geschickt wurden. 😉

    [http://www.youtube.com/watch?v=h7B9wFbtpxM]
    On Location: Robert Parkers Master Tasting at Wine …

    Ja, ja – “Der fliegende Robert” geht in Rente und hat seinen Laden verkauft, sein Kritiker Gary V. der sich an ihm reibt hat ebenfalls den Reibach im Sack – der Zug ist abgefahren! Aber schön, dass wir mal drüber gesprochen haben. 🙂

  12. Hallo Hendrik,
    eine sehr nette Folge. Gefällt mir schon. Ich hätte mal ne blöde Frage. Was machst du eigentlich grad mit den ganzen angebrochenen Flaschen, wenn du nichts trinkst im Januar?

  13. Salut Hendrik!
    Da du diesem Thema den Titel Trilogie gegeben hast, musste es ja die letzte Folge sein. Wäre aber schade, da gerade hier der Reiz liegt: in unbekannten, authentischen Weinen der ‘Grande Nation’, was sie zumindest auf dem Gebiet der Weine für mich unbestrittenermassen noch ist.

    Und übrigens, wo du dich so auf den GV im neuen Jahr freust, im Verlauf des letzten Jahres bin ich durch rheinhessische Winzer auf den Geschmack des GS gekommen, aktuell so ziemlich mein Favorit was Weissweine anbelangt!

    PS: les clichés de français n’ont toujours pas changé chez vous en Allemagne, n’est-ce pas? 😉

    1. Solange nach dieser spannenden Trilogie nicht die „Hobbit-Wein“ -Trilogie kommt (sorry, das ist ein anderes Genre… aber den Begriff solltet ihr Sommeliers mal aufnehmen 😉 ), hat es auch meiner Meinung nach viel Platz für eine Fortsetzung zu Französischen Weinen.
      Hendrik, vielen Dank fürs Vorstellen dieser interessanten „Nischen-Weine“ und der Erleuchtung, warum mein Rasierapparat doch seine Daseinsberechtigung hat oO

  14. Hallo Hendrik,

    mal wieder eine coole Sendung mit spannenden Rotweinen.
    Hätte dann da noch eine Frage, die mich persönlich interessiert:
    Wie viele Flaschen fallen Dir den normalerweise pro Woche so ca. zum Opfer (außer natürlich im Januar 🙂 )?

    Grüße aus Stuttgart
    Flo

    1. 5 Punkte an denen Sie erkennen dass Sie zuviel Wein trinken:

      5. In Ihrer Küche steht ein elektrischer Korkenzieher mit Starkstromanschluss.
      4. Ihr Weinglas hat seitlich einen Henkel und wiegt soviel wie die volle Flasche
      3. Sie fahren regelmäßig zum Rhein um sich zu vergewissern dass das Wasser tatsächlich kein Wein ist.
      2. Der Glas-Igu in Ihrer Straße muss täglich geleert werden.

      ..und der sicherste Hinweis darauf, dass Sie zu viel Wein trinken ist:
      1. Hendrik Thoma gibt Ihnen bei der Trauerfeier 6 Soul-Punkte.
      😉

      1. Uhh, genau sowas denke ich auch öfters.
        Wenn ich den Container füttere denke ich auch immer: Meine “paar Flaschen” waren mehr wert, als die restlichen 500kg Scherben in dem Container 😉

  15. Super Folge und interessante Weine. Ich muss bestimmt bei meinen Händlern mal Abseits des Mainstreams schauen. Deine Einschätzung des Sauvignon Blanc hat mich aber überrascht. Für mich steht die Rebsorte, wie fast keine andere, für Frische. Soweit ich das aus den Sendungen herausgehört habe, bist du grundsätzlich ja ein Freund solcher Weine. Dass ein 2007er nun seinen Zenit schon längst überschritten hat, lässt mich für meine 2007 Sauvignon Blanc nicht Gutes erahnen. Könnte ein Dagueneau Silex 2006 o. 2007 länger halten oder muss ich den jetzt schnell trinken?

    1. Moin Messias, ich glaube Daguenau ist ein anderes Kaliber. Aber auch hier habe schon Sachen verkostet, die nicht gut gereift sind. Ist auch die Frage, ob sie das müssen. Sauvignon mag ich schon gerne, aber viele füllen nur Nesselwasser mit Citrusgeschmack ab. Hate it! Überhaupt nicht “my cup of wine”. Lass Dich überraschen wegen Neuseeland. Cheers, Hendrik

  16. Das was ich von französischem Wein kenne, bzw. mein Einstieg war, war der einfache rote Landwein den es südlich der Gironde-Mündung an der Atlantikküste entlang bis zu den Pyrenäen im Campingurlaub gab. Gerbstoffe satt, fruchtig, säuerlich. Schmeckte gut zu Baguette und frischen Tomaten oder Salat und gegrilltem Fleisch.

    Der Braucol ist ganz anders – würzig – Waldbrombeeren, Heidelbeeren, nasser Waldboden und Steinpilze. Gegessen habe ich einen frisch mit Zwiebel, gesüßter frischer Zitronensaft, Olivenöl, bunter Pfeffer aus der Mühle angemachter Feldsalat, dazu Harzer Roller mit dem gleichen Dressing, Zwiebelwürfel und Kümmel – ging erstaunlicherweise gut diese Combo – Thunfisch-Sandwich, kalte Chickenwings waren auch noch übrig geblieben und wurden mit Appetit mit dem Wein genossen – sogar ein Stück frische Ananas vertrug sich zum Schluss mit dem Wein.

    Was nicht passte war dunkles Vollkornbrot mit Kräuterschmelzkäse – das ging gar nicht – musste dann auch nicht mehr sein.

    Assoziationen die am Ende des Genusses kamen waren wahrscheinlich auf Alkoholwirkung und Nachgeschmack der Speisen zurück zu führen – nasses Katzenfell, Geruch von Blut und Innereien der von der Katze gefressenen Maus, das sind eher Zeichen dafür dass ich satt war – vielleicht auch die frischen Zwiebelwürfel die Geschmacksnerven belegt hatten.

    Aber warum soll ich es nicht ehrlich so aufschreiben wie ich es empfunden habe? Ein Wein für besonders Mutige ist es aber nicht, er hat eine appetitliche dunkle Farbe und erinnerte mich wie geschrieben an Waldbeeren, Waldboden und Waldpilze – würzig, fleischiger Genuss. Eine positive Überraschung – mal sehn wie der Wein morgen schmeckt und wie irgendwann mal die zweite Flasche schmeckt die ich gleich mitbestellt hatte.

  17. Hallo Hendrik, wieder eine tolle Folge. Ich würde mir im neuen Jahr mehr Deutsche Weine wünschen. Ich finde es auf der einen Seite toll, dass unbekannte und neue Weine,Regionen, verkostet bzw, besprochen werden, jedoch spricht dies sehr oft eher die “Nerds” an,( was gar nicht negativ gemeint sein soll.) Um den unerfahrenen aber interessierten Weintrinker mitzunehmen wären ein paar Deutsche teils bekannte aber natürlich auch Geheimtipps super.

  18. Hallo Hendrik,
    kurzweilige Folge, toll. Das mit dem Reifen vom Weißwein geht mir auch oft so. Nach der Primärfruchtphase bleibt nicht selten ein relativ kurzer Zeitraum bis mir der Firn zu deutlich wird. Dann bleibt meist der Ausguss (schade für die Euronen). Inzwischen decke ich mich nur sehr bewusst ein. Reifere Aromen kombiniert mit einer noch schönen Struktur und Säure gibt es nicht so oft. Zum Glück lebe ich in einer Gegend, in der es viele entsprechende Rieslinge gibt.
    Bis bald

    Tobias

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