Wein am Limit - Hendrik Thoma
22.02.2015 - Folge 206

Symbadisch!

Weine im Video

Name des Weines Soulfaktor Preisspanne
2006 Riesling, trocken ,Cristalin’
Weingut Danner, Baden
Soulfaktor 3.5
10-20 Eur
2012 Spätburgunder, Rosé, trocken ,Exot’
Weingut Danner, Baden
Soulfaktor 3
10-20 Eur
2009 Pinot Noir ,Typ 3'
Weingut Danner, Baden
Soulfaktor 4.5
10-20 Eur

Moin, Moin liebe Walinauten,

in der heutigen Folge haben wir eine Premiere. Der erste Winzer aus Baden der uns im WaL HQ sein Gesicht zeigt. Der sympathische Winzer Alexander Danner stammt aus der Ortenau, genauer aus Durbach und gehört zu der Riege der jungen, aufstrebenden Betriebe in Deutschlands wärmster Weinregion Baden. Dabei ist es in der Ortenau, zwischen Offenburg und Karlsruhe gelegen, vergleichsweise kühl im Vergleich zu den anderen Subzonen. Es ist die Vorgebirgszone zum Schwarzwald, die von viel Luftbewegung profitiert. Die Böden bestehen aus verwittertem Granit, Gneis und teilweise, Buntsandstein. Die prominentesten Vertreter in dieser Region sind Riesling und Spätburgunder.

Im Jahre 2006 wäre für den jungen Betrieb fast dass finanzielle Aus gekommen. Aufgrund einer Klage vom Champagnerhaus Roederer, dass sich mit der Namensnennung des Rieslings ,Cristalin’ zu nah an ihrem Spitzenprodukt, dem Cristal, wähnte, bekam Alex eine handfeste Klage ins Haus, die ihm fast die Existenz genommen hätte. Aufgrund der finanziellen Hilfe einiger Freunde konnte Alexander diese schwere Zeit überwinden.

Sein Sortiment strukturiert er heute anders: Genauer in Typ 1 -3. Beim ersten handelt es sich um frische, fröhliche Weine aus dem Edelstahlgebinde. Der Typ 2 wird in großen Eichenfässern ausgebaut, Weine mit Struktur und als Essensbegleiter gedacht. Der Typ 3 sind Weine aus dem Barrique mit 225 Liter Inhalt, dies sind die Spitzenweine des Hauses.

Die Weine von Alex Danner sind naturnah, schonend und traditionell ausgebaut. Es sind keine fetten Monsterfruchtbomben, sondern konsequent trockene Weine mit Struktur und einer präzisen Geradlinigkeit. Es sind ehrliche Weine. Der 2006er Riesling , Cristalin’ ist ein trockener, ausgereifter Vertreter seiner Art. Liebhaber von konventionellen Jungweinen sollten sich ihm mit etwas Vorsicht nähern. Hier finden sich Aromen vom warmer Apfeltarte, Kräutern und Mineralien in der Nase. Am Gaumen ist er trocken und mit einer feinen Säure ausgestattet. Der 2012er Rosé ,Exot’ ist ein ungewöhnlicher Rosé mit einer strahlenden Kupferfarbe. Auch dieser Wein ist fernab der gewöhnlichen Bonbon Aromatik. Er hat ein fruchtiges und würziges Buket mit einem strammen, trockenen Geschmack. Ein Rosé, der hervorragend zum Essen passt und am Swimming Pool nichts verloren hat.

Der 2009er Pinot Noir Typ 3 ist ein großer, langlebiger Stoff. Ein deutscher Spätburgunder mit viel Druck und einer rauchig-würzigen Nase. Sehr kompakt und noch immer jung. Im Betrieb wird er auch die ,Kellerschorle’ genannt. Am besten trinkt er sich aus einem großen Burgunderglas.

Auch bei diesem köstlichen Pinot stelle ich fest, dass Alexanders Weine ohne hohe Alkoholwerte zurechtkommen. Sie bieten ausreichend innere Werte.

Diesen Betrieb empfehle ich Euch auf die persönliche ,Watchlist’ zu nehmen. Natürlich gibt es in Baden viele bekannte Namen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Alex Danner bald dazugehört.

In diesem Sinne: ,Mehr Spaß im Glas!’

Euer Hendrik

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Kommentare

15 Kommentare zu “Folge 206 – Symbadisch!

  1. Sehr sympatischer Winzer! Obwohl ich im Weinland Baden wohne hatte ich Danner noch nicht auf dem Schirm. Werde das Weingut auf jeden Fall besuchen!
    Auf die Frage von Hr Danner: ich trinke Wein weil er so gut schmeckt & mich glücklich macht!

  2. Na dann zuerst mal zu der Frage von Herrn Danner:

    Ich trinke Wein, weil es kaum ein anderes Thema gibt, bei dem man Genuß und Vielfalt so schön miteinander verbinden kann. Und man kann den Genuß beim Erzeuger im persönlichen Kontakt entdecken, wenn man will. Und man hat die Chance, immer wieder auf’s Neue von noch nicht dagewesenen Geschmacksvariationen überrascht zu werden.

    Und diese Eigenständigkeit scheint ja bei den Weinen von Hr. Danner mit hoher Wahrscheinlichkeit auffindbar zu sein, wenn ich mir so die Kommentierung insbesondere zu Rosé und Riesling ansehe.

    Ich muß gestehen, daß ich bei badischem Wein bis dato noch nicht so viele Gewächse gefunden habe, die meinem persönlichen Geschmack entsprechen, nur am Bodensee bin ich schon mehrfach positiv überrascht worden. Mein Interesse ist für das symbadische Weingut Danner aber in jedem Fall geweckt worden…

    Und noch ein Satz zu unserem Rechtssystem: Ja es ist unzweifelhaft so, daß man insbesondere im kommerziellen Bereich Recht im Wesentlichen dann bekommt, wenn man es sich leisten kann. Einfach mal den Streitwert möglichst hoch ansetzen und man kann so bequem jeden platt machen, der einen irgendwie stört. Der Ober sticht den Unter. Gerade im Markenstreit wird da unglaublich viel Schindluder betrieben. Ich reagiere da mit meiner persönlichen Blacklist dagegen. Das wird die entsprechenden, meist großen Firmen zwar wenig jucken, wenn so ein Wurm ich dagegen anstinkt, aber auch kleine Aktionen finden manchmal ihren Weg. Apple, Jack Wolfskin, Hofpfisterei München sind ein paar Namen auf dieser Liste, ich kann ja jetzt den Roederer auch noch drauf setzen, weil ich solch ein Verhalten einfach schäbig, borniert und bodenlos finde…

  3. Hallo Hendrik,
    jetzt melde ich mich auch einmal nach dem Relaunch.
    Zuerst finde ich die neue Seite sehr übersichtlich. Das ist schön. Auch wenn mir die Farbe bei der alten Seite irgendwie besser gefallen hat. Ich finde es jetzt ein wenig kühl und ich mag es lieber wärmer. Liegt evtl auch am aktuellen Wetter. Aber jeder hat einen anderen Geschmack 😉

    Die heutige Folge mit dir hat mir sehr gut gefallen, Hendrik. Hat mir Spaß gemacht dir zuzuschauen. Kommen wir zum Winzer. Sehr cooler Mensch. Äußerst sympathisch und authentisch. Leider habe ich von ihm noch nichts probiert. Wird aber nachgeholt. Hab auf seiner Seite auch was von einer Ferienwohnung gesehen … Die Küche dort ist der Hammer. Wir waren vor zwei Jahren in Ihringen auf Tour. Die Küche war echt super. Viele Weine, die wir dort verkostet haben (Konstanzer, Heger), waren auch wirklich Spitzenklasse.

    Ich trinke Wein, weil er Spaß macht und er einfach die Region widerspiegelt in der er gemacht wird. Man kann einen schönen Abend damit verbringen, über ihn philosophieren und sich mit Freunden z.B. im Weinkeller treffen und einfach damit eine gute Zeit haben.

  4. Wir trinken grad den Cristalin. Wird nicht mein Lieblingswein liegt aber auch an persönlichen vorlieben , mag diese Stilistik generell nicht so

  5. Ein schöne und interessante Folge und ein sehr symbadischer Winzer, das stimmt schon 😉

    Zur Frage: Ich trinke Wein, weil er Freude, Geselligkeit und Genuss bringt…. Und weil er für mich „flüssige Erinnerung“ ist, Erinnerungen an ein Jahr, eine Landschaft, an Ereignisse …. Und weil er das einzige Genuss-/Lebensmittel ist, das sich wie ein Mensch verändern kann. Als Kleinkind in seiner Fruchtphase ist auch Wein oft „süß und gefällig“ aber mit noch wenig eigenständigem Charakter. In der Pubertät verschließt er sich, wird oft störrisch und ist kaum zu genießen, um danach wieder aufzublühen, einen eigenen Charakter zu entwickeln, der toll sein kann aber nicht immer toll sein muss. Bis er dann langsam alt und müde wird. Das kann nur Wein. Alles andere verdirbt einfach nur.

    Einen tollen Wein über diese Phasen begleiten/genießen zu können, ist ein schönes Erlebnis. Allerdings funktioniert das nicht mit dem was zu 95% im Supermarkt und Discounter als Wein verkauft wird. Davon bekommt man nur oder immerhin einen Rausch (und manchmal auch Kopfweh).

  6. Habe ohne große Mühe in D erhältliche 10 Produkte sogar mit der wortidentischen Produktbezeichnung „Cristal“ gefunden und zwar Bier, Wein und diverse Spirituosen von europäischen und südamerikanischen Herstellern. Sollte im vorliegenden Fall ein Exempel statuiert werden?
    (am mutmaßlich „schwächsten Gegner“)

    1. Europäisch und südamerikanisch? Vielleicht unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen? Ist es möglicherweise in D besonders leicht, die Rechtekeule gegenüber den finanziell nicht ganz so potenten Gegnern zu schwingen?

  7. Tja, und warum muss der deutsche Branchen-Kollege des Klägers der sich nur in die Nähe des Produktnamens verirrte ab 2007 den Verkauf einstellen – wenn der noch 2015 in D erhältliche französische Wein „Paul Buisse “Cristal” Touraine Sauvignon Blanc 2013″ erhältlich ist?

  8. Tolle Sendung, etwas gehetzt von Hendrik Thomas Seite, ich hätte Danner noch lange zuhören können. Ich trinke Wein, weil es immer Neues zu entdecken und lernen gibt. Das schult Sinne und Verstand, lässt mich Menschen und Weingegenden kennenlernen: UND ES SCHMECKT!!!!

  9. Hallo zusammen,

    schöne neue Seite und ein sehr netter Winzer. Er wird, so glaube ich, vieles in Baden umkrempeln. Viele große Winzer sind vielleicht kleiner als sie glauben und der größte ist leider nicht mehr da. Zur Frage warum ich Wein trinke. Ich bin nicht religiös aber ich glaube,dass Wein der lebende Beweis dafür ist, das Gott (was auch jeder darunter verstehen mag) uns liebt und glücklich sehen will. Klingt vielleicht theatralisch, ist aber was zum nachdenken. Schöne Grüsse aus Wien.

    1. Also, ich kenne das Zitat von einem bienenfleißigen und extrem rührigen Weinversender aus Bremen der sich dabei auf „Benjamin Franklin“ als Autor beruft. Der soll gesagt haben:
      “Wine is constant proof that God loves us and loves to see us happy.”

      Ich trinke Wein weil ich die fruchtige Aromen-Seite liebe, nach Apfel, Nuss und Mandelkern, hab ich derzeit wieder die schwarze Johannisbeere gern. 😉

      1. Mir hat den Spruch mal ein Bamberger Bierbrauer gesagt, natürlich auf Bier bezogen. Wußte nicht, dass er ursprünglich vom Wein und Franklin stammt. Ist aber trotzdem ganz gut.

      2. Man findet im Web alles Mögliche zu Benjamin Franklins Zitaten, unter Anderem auch, daß ihm die Formulierung “Beer is proof that God loves us and wants us to be happy.” zugeschrieben wird.

        Anscheinend ist aber das Originalzitat:

        “We hear of the conversion of water into wine at the marriage in Cana, as of a miracle. But this conversion is, through the goodness of God, made every day before our eyes. Behold the rain which descends from heaven upon our vineyards, and which incorporates itself with the grapes to be changed into wine; a constant proof that God loves us, and loves to see us happy!”

        Alles andere scheint also nach Belieben verkürzt bzw. umgestaltet worden zu sein, aber der Bezug zum Wein ist da wohl eher richtig als der zum Bier.

        1. Um mal mit Meister Yoda zu sprechen: Groß die Versuchung ist denen mit Macht etwas in den Mund zu legen.
          S.a. das Geschrei um die Weine des Franklin-Kollegen Jefferson. Es bleibt wie es immer ist, alles „Cristal“-klar. 😉

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